Lokales

Von Mensch zu Mensch

Eine junge Betriebswirtin begleitet eine ältere Arbeitslose bei ihren Behördengängen und ein Arzt kümmert sich um Obdachlose. Die beiden ehrenamtlich Engagierten haben den Kurs "SozialkomPass" schon hinter sich. Ab Oktober können jedoch weitere Inte-ressierte erneut in soziale Bereiche hineinschnuppern und sich fit im Umgang mit dem Nächsten machen.

SABINE FÖRSTERLING

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KREIS ESSLINGEN "Allen Unkenrufen zum Trotz kling das soziale Engagement nicht ab", stellte Monsignore Wolfgang Tripp bei einer Pressekonferenz im Salemer Pfleghof in Esslingen erfreut fest. Der Direktor des Caritas-Verbandes der Diözese Rottenburg-Stuttgart ist Schirmherr des so genannten "SozialkomPasses". In diesem Kurs können sich Interessierte ganz zwanglos zunächst orientieren, in welchem Bereich sie vielleicht einmal tätig werden wollen und sich dabei auch noch für die ehrenamtliche Arbeit qualifizieren. Veranstalter ist die Caritas Fils-Neckar-Alb und die Gemeindecaritas der katholischen Gesamtkirchengemeinde Esslingen in Zusammenarbeit mit dem Katholischen Bildungswerk Esslingen, der Caritas-Konferenzen Deutschland und dem Sozialdienst katholischer Frauen der Diözese.

"Ehrenamt ist wichtiger denn je", wies Tripp hin. Dennoch solle die Politik durch das bürgerschaftliche Engagement nicht entlastet werden. Haupt-und Ehrenamt müssten sich ergänzen. Auf vielen Feldern sei nämlich die Begegnung von Mensch zu Mensch gefragt. Bei Sabine Stövhase vom Caritas-Zentrum Esslingen rufen immer wieder Menschen an, um zu fragen wo sie sich denn engagieren könnten. Der Bereich müsse zur Persönlichkeit passen, meint die Sozialpädagogin. Um so höher sei dann auch die Motivation. 18 Teilnehmerinnen und Teilnehmer im Alter von 18 bis 66 Jahren und aus allen Berufsschichten haben inzwischen das Angebot des "SozialkomPasses" wahrgenommen. Nur zwei davon haben gemerkt, dass dies wohl nichts für sie ist. Die anderen begleiten Langzeitarbeitslose, besuchen ältere Menschen und Kranke zu Hause oder kümmern sich um Obdachlose. "Ich habe auf mein eigenes Leben einen ganz anderen Blick erhalten", soll eine Betriebswirtin laut Stövhase gesagt haben. Gemeinsam mit Diakon Peter Maile leitet die Sozialpädagogin den Kurs, der am 8. Oktober in Wernau in die zweite Runde geht.

Am Anfang werden die eigenen Fähigkeiten ausgetestet. Ursachen und Auswirkungen von Armut werden dargelegt und im nächsten Schritt wird der Teilnehmer für die Kommunikation fit gemacht. Nun können die Interessierten bei Carisatt-Läden, beim Esslinger Vinzenztreff, beim Besuchsdienst, beim Mentorenprojekt für Langzeitarbeitslose oder bei der Kinder-und Jugendhilfe Neuhausen hineinschnuppern.

Der viertägige Kurs findet immer Dienstagabend oder Samstagnachmittag im katholischen Gemeindehaus in Wernau statt. Im November geht es dann in die Praxis. Am Montag, 26. September, kann sich jeder ab 19 Uhr im Gemeindehaus Sankt Magnus, Kirchheimer Straße 114, in Wernau über den "SozialkomPass" informieren und anmelden. Weiter Anmeldung bis 21. September unter Telefon: 07 11/38 21 74.