Lokales

Vor der "Speedramp" war Geduld angesagt

Von der Idee zur Verwirklichung dauerte es rund zehn Jahre: Am Samstag übergaben Kirchheims Oberbürgermeisterin Angelika Matt-Heidecker und Ötlingens Ortsvorsteher Hermann Kik den neuen Multifunktionsplatz am Bahnhof den Kindern und Jugendlichen.

RICHARD UMSTADT

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KIRCHHEIM Nicht "Quarterpipes" oder "Speedramps" und "Boxes" lagen auf dem fast zehnjährigen Weg bis zur Übergabe, sondern viele Steine in Form von Beschwerden und zahlreiche Gespräche. 15 städtische Grundstücke überprüften die Vertreter der Stadtverwaltung, das 16. wurde favorisiert, doch es gehörte der Deutschen Bahn. Lange Verhandlungen waren notwendig, bis es schließlich zum Pachtvertrag kam, wusste Oberbürgermeisterin Matt-Heidecker. Dabei stand ein Skaterplatz bei Ötlingens Jugend 1996 an erster Stelle, wie eine Umfrage ergab. Der entscheidende Anstoß kam drei Jahre später durch den Ortsvorsteher und den Jugendgemeinderat, wobei Hermann Kik von einer "never-ending-story" sprach. Seit 2000 begleitete auch Armin Carrle von "GO-JEG", der offenen Jugendarbeit der Evangelischen Gesamtkirchengemeinde, das Projekt.

Nach der Vertragsunterzeichnung mit der Bahn waren Schaffer gefragt, "denn das Geld war nicht üppig", so Ortsvorsteher Kik. Er selbst nahm wie zahlreiche Ehrenamtliche aus den örtlichen Vereinen die Schippe in die Hand, andere halfen mit dem Schlepper aus. Insgesamt investierte die Stadt über 21 000 Euro in den Multifunktionsplatz, der auch von Inliner-Piloten und BMX-Fahrern benutzt werden kann. 5 000 Euro der oben genannten Summe kamen von der "Aktion Mensch", deren Schirmherr Thomas Gottschalk ist, und auch die Firma toom steuerte eine Spende bei. "Ötlingen ist der Kirchheimer Stadtteil, in dem es jetzt am meisten Angebote für Kinder und Jugendliche gibt", sagte Angelika Matt-Heidecker und lobte die engagierte Arbeit des Ortschaftsrats und der Vereine. An die Jugendlichen gewandt, meinte sie: "Ihr habt jetzt einen weiteren fantastischen Treff in Ötlingen." Freilich hätten die Jungs und Mädchen noch einen Wunsch, wie Hermann Kik verriet "eine Quarterpipe für die Skaterfahrer", doch dazu fehlt das Geld. Dass sie derweil auch ihren Spaß mit der "Speedramp", der "Box" und der "Rail" haben, zeigten sie gleich nach der offiziellen Übergabe. Damit bewiesen sie, wie Recht Armin Carrle von GO-JEG mit seiner Aussage hat: "Diese Skaterfläche ist eine Verbesserung der Lebensqualität der Jugendlichen in Ötlingen. Kinder und Jugendliche brauchen Räume und Plätze, wo sie sich ungestört aufhalten können."