Lokales

Vor lauter Pflege sich selbst nicht vergessen



BARBARA IBSCH

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KIRCHHEIM Das griffige Kürzel buefet steht für "Beratung und Experteninformation für eine selbstständige Lebensführung". Selbstbedienung ist damit nicht gemeint, es geht um professionelle Hilfe für Menschen, die alleine nicht mehr zurecht kommen mit dem eigenen Alltag, mit der Pflege von Angehörigen. Engagierte Profis haben buefet aus der Taufe gehoben, obwohl sie selbst beruflich auf den verschiedensten Gebieten gefordert sind. Beim Sozialen Dienst, in der offenen Hilfe, im ambulanten und im stationären Bereich stehen sie "ihren Mann" und erleben dabei immer wieder Hilflosigkeit der an ihre Grenzen geratenden Menschen. buefet bietet Unterstützung an als Beratungs- und Vermittlungsservice rund ums Älterwerden bei Versorgungs- und Pflegebedürftigkeit sowie bei Behinderung. In Kooperation mit der Arbeitsgemeinschaft Ambulanter Dienste, deren Geschäftsstelle bei der Stadt Kirchheim im Haus der Sozialen Dienste, Widerholtplatz 3, zu finden ist, wurde eine Broschüre erstellt, die eine Vielzahl von Kursen, Veranstaltungen und Unterstützungsangeboten für pflegende Angehörige enthält.



Unter der Sparte Vorträge ist am 15. September "Altengerechtes Wohnen und Betreutes Wohnen" das Thema einer Veranstaltung im Evangelischen Gemeindehaus in Dettingen. "Am Ende nicht allein" das trifft auf die Begleitung durch Ehrenamtliche der Kirchheimer Arbeitsgemeinschaft Hospiz zu. Darüber wird am 10. November im Kirchheimer Altenzentrum Sankt Hedwig referiert. "Im Labyrinth des Vergessens. . ." lautet der Titel eines Vortrags zum Thema Demenz am 16. März nächsten Jahres wiederum im Evangelischen Gemeindehaus in Dettingen.



Unter der Rubrik "Projekte stellen sich vor" geht es am 3. November um neue Wege im Umgang mit dementen Menschen. Im Altenzentrum Sankt Hedwig wird an "Biografiegestützter Erinnerungspflege" als Kommunikations-Brücke zu dementen Menschen gearbeitet. Bereits am 13. Oktober wird im Evangelischen Gemeindehaus Notzingen die Frage gestellt: "Wie wollen sie im Alter leben?" Dabei geht es um das Projekt einer Betreuten Wohngemeinschaft für pflegebedürftige demente Menschen in Kirchheim.



Kontakt und Unterstützung für Angehörige von Menschen, die an Multipler Sklerose erkrankt sind, bietet die Gruppe AMSEL an. Dazu gehören ein Familien entlastender Nachmittagstreff jeden Dienstag im Katholischen Gemeindezentrum St. Magnus in Wernau, Ein "19-Uhr-Treff" für MS-Erkrankte über 40 Jahre in lockerer Atmosphäre, ein Stammtisch jeden ersten Donnerstag im Monat in wechselnden Lokalitäten und der Angehörigentreff zu Information und Austausch.



"Begleitung auf dem letzten Weg" zählt ebenfalls zu den in der Broschüre enthaltenen Unterstützungsangeboten. "Aus dem Leben Totenhemd und Grabmale als Lebenszeichen" ist eine Ausstellung mit Arbeiten von Künstlern und Kindern überschrieben. Eröffnet wird sie am 12. September im Kirchheimer Kornhaus. Die "Schlossgala 2004" will sich am 15. Oktober des Themas "Ab in die Kiste und weg Sterbekultur gestern, heute und morgen" annehmen. Das zehnjährige Bestehen der hiesigen Arbeitsgemeinschaft Hospiz ist am 21. November mit einem Gottesdienst zum Totensonntag in der Weilheimer Peterskirche verbunden. Für den 25. November ist ein Trauernachmittag für Frauen, die ihren Lebenspartner verloren haben, vorgesehen und Anfang 2005 soll eine Trauergruppe für diese Frauen beginnen.



"Angehörige finden ein offenes Ohr" sind verschiedene Gesprächskreise überschrieben, die sich an Pflegende Angehörige wenden. Angeboten werden sie vom Bürgerbüro Kirchheim, der Diakoniestation und der Kirchengemeinde Oberlenningen, der Diakoniestation Kirchheim sowie dem Sozialpsychiatrischen Dienst für alte Menschen, kurz SOFA genannt.



"Für sich selber Sorge tragen" dazu ermuntern Bürgerbüro, Familien-Bildungsstätte, Altenzentrum Sankt Hedwig und das Seniorenzentrum Fickerstift mit Kursen und Seminaren für Pflegende Angehörige.


Hinzu kommt ein Pflegeseminar samt Pflegeschulung am 2. November im Gemeindehaus Jesingen. Und es kann beim Verein für Betreuungen in Kirchheim, Saarstraße 87, ein Termin vereinbart werden, um zum Themenkreis Betreuung, Vollmacht und Patientenverfügung beraten zu werden.


Für den 23. September plant die Stadt Kirchheim einen "Würdigungstag" und lädt dazu Pflegende Angehörige" ins Freilichtmuseum Beuren ein, um besondere Wertschätzung auszudrücken. Die Broschüre gibt es bei buefet, Telefon 0 70 21 / 88 19 84, und im Haus der Sozialen Dienste, Telefon 0 70 21 / 50 23 44.