Lokales

Vorbei an grasenden Kühen und pfeifenden Murmeltieren

Eine 30-köpfige Wandergruppe der OG Weilheim des Schwäbischen Albvereins, hat die herrliche Bergwelt des Kleinwalsertals bei idealen Wetterverhältnissen genossen. Das Kleinwalsertal hat mit einem Wanderwegenetz von 185 km und einer Höhenlage zwischen 1000 m und 2536 m viel zu bieten.

WEILHEIM In Fahrgemeinschaften erreichten die Weilheimer das Hotel Alpina in Hirschegg, das für die drei Wandertage Quartier sein sollte.

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Bei der ersten Tour ging es mit dem Mittelberger Sessellift mühelos zum oberen Höhenweg und nach einer kurzen Wegstrecke wurde die bewirtschaftete Bühlalpe erreicht. Hier machte der Teil der Gruppe, der es etwas gemütlicher angehen wollte, den ersten Halt, um später nach Baad abzusteigen. Die übrigen Wanderer setzten ihren Weg fort über die Stutzalpe hinauf zur Mittelbergalpe (1700 m), weiter über die Stierhofalpen zur Starzelalpe. Der bequeme Weg an den Hängen von Muttelberg und den Ochsenhofer Köpfen war gesäumt von einer großartigen Alpenflora. Die Bergwiesen blühten in allen Farben. Alpenrose, Arnika, Knabenkraut, Frühlingsenzian und vor allem der in großer Anzahl vorkommende purpurblütige Enzian säumten den Weg.

In vielen Serpentinen ging es hinab über die Turaalpen nach Baad. Der Ortsname erinnert an eine Schwefelquelle, an der schon 1434 ein beachtlicher Badebetrieb herrschte. Leider ist die Quelle vor rund 110 Jahren infolge eines Erdrutsches nahezu versiegt.

Der zweite Tag sollte mit der Umrundung, beziehungsweise der Besteigung des Widdersteins der Höhepunkt der Wanderfahrt werden. Frühmorgens nach einem kräftigen Frühstück begann die Gruppe bei herrlichem Wetter den Anstieg von Baad aus über das im kühlen Schatten des Widdersteins gelegene Bärgunttal. Später ging es auf steilen Pfaden und der Sonne ausgesetzt über den Seekopf (2039 m) vorbei am Hochalpsee zur Widdersteinhütte. Beim Aufstieg konnte man außer friedlich grasenden Kühen, auch einige Murmeltiere sehen und hören.

Während die Mehrheit eine Rast einlegte, entschlossen sich sieben Gipfelstürmer, den steilen Anstieg auf den Widderstein zu wagen. Nach einer anstrengenden Kletterei in sengender Hitze erreichten die Sieben den Gipfel des Widdersteins. Lohn war eine grandiose Aussicht auf unzählige Gipfel, tief unten war das Kleinwalsertal zu sehen, sogar die Schiffe auf dem Bodensee konnte man mit dem Fernglas erkennen.

Nach dem Abstieg wurde zunächst auf der Widdersteinhütte der große Durst gestillt, bevor der lange Weg über die Obere und Hintere Gemstelalpe in Angriff genommen wurde. Trotz der teils steilen Weges nahm man sich immer wieder Zeit, um die wunderschönen Alpenblumen zu bewundern. Nach fast neunstündiger Wanderung erreichten die Weilheimer müde aber zufrieden Mittelberg. Hier musste man dank des sehr gut ausgebauten öffentlichen Verkehrsnetzes nicht lange warten, bis der Bus die Wanderer wieder zu ihrem Ausgangspunkt zurückbrachte.

Eine kleinere Gruppe ließ diesen zweiten Tag der Wanderreise gemütlicher angehen und hat nach einer Einkehr in der Bärgundhütte auch noch das Gemsteltal bis zur Bernhardsalpe erwandert.

Am Abend war vom Küchenchef ein Grillabend angesagt, bei dem jeder seine Energiereserven wieder aufladen konnte. Die Wanderführer Werner Kauderer und Alfred Gienger waren am Abend voll des Lobes über die erbrachte Leistung aller Teilnehmer, schließlich waren doch bis zu 1300 m Auf- und Abstieg zu bewältigen.

In der folgenden Nacht ging ein Gewitterregen nieder und da es morgens etwas wolkenverhangen war, entschlossen sich die Weilheimer, die geplante Gratwanderung zum Söllereck ausfallen zu lassen. Die neu gewählte Route führte von Riezlern über die natürliche Felsbrücke. Dem Schwarzwasserbach folgend ging es aufwärts entlang dem gleichnamigen Tal bis zur Auenhütte. Leider waren flussaufwärts die zahlreichen, idyllischen Wasserfälle und Strudel durch die fehlenden Regenfälle der letzten Wochen fast ausgetrocknet.

Ziel der Wanderung war die Melköde. Hier genossen die Wanderer mit dem Blick zum gewaltigen Ifenmassiv noch einmal die gut geführten Almen mit ihren zünftigen Vespern und Getränken.

Drei schöne und erlebnisreiche Tage gingen zu Ende. Die Eindrücke, darin waren sich alle Teilnehmer einig, werden noch lange im Gedächtnis haften bleiben.

wk