Lokales

Vorbilder machen Mut zur Selbstständigkeit

Schülerinnen treffen auf eine gestandene Unternehme

rin: "Toll, wie sie das geschafft hat." Monika Haussler würde sich wieder selbstständig machen. Das ist für die Esslingerin, die seit 30 Jahren mit ihrem Mann ein Unterneh-men in Deizisau führt, keine Frage. Weil sie auch junge Frauen zu diesem Schritt ermutigen will, stand die Diplom-Kauffrau Schülerinnen des Berufskollegs in der John-F.-Kennedy-Schule Rede und Antwort.

KARIN AIT ATMANE

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ESSLINGEN Die Statistik zeigt: Frauen sind unter den Selbstständigen noch immer unterrepräsentiert, vor allem aber nicht nur in den typischen Männerdomänen. Dies ist einer der Hintergründe für das "Projekt Unternehmertum Schülerinnen treffen Unternehmerinnen" des Wirtschaftsministeriums. Interessierte Schulen bekommen eine Unternehmerin vermittelt, die einen örtlichen Bezug hat.

Almotex-Chefin Monika Haussler hat sogar besonders enge Bindungen zur John-F.-Kennedy-Schule: Sie lernte selbst hier, ebenso wie ihre beiden Kinder und war zeitweise Elternbeiratsvorsitzende. Mit ihr fand die erste Veranstaltung der Reihe statt. Willig ließ sie sich von den Schülerinnen des "Kaufmännischen Kollegs Fremdsprachen", die aus dem ganzen Kreis Esslingen kommen, löchern. Die Mädchen, zwischen 16 und 20 Jahren alt, waren bestens vorbereitet und hakten auch mal nach, wenn sie etwas genauer wissen wollten. Sie fragten nach beruflichen Voraussetzungen und Ver-dienst, nach Arbeitszeit, Umwelt-beitrag, Krisenbewältigung und Ängsten oder auch, ob es nicht schwierig sei, mit dem eigenen Mann im Betrieb zu arbeiten.

Eigentlich habe die Selbstständigkeit viel Positives, gerade auch für Frauen, unterstrich Monika Haussler. Zu den schönsten Seiten gehöre die Freiheit, "wirklich mal ganz alleine entscheiden zu können". Das bedeute auch eine gewisse Flexibilität bei der Arbeitszeit: "Deshalb konnte ich immer Familie und Beruf vereinbaren".

Die beiden inzwischen erwachsenen Kinder haben darunter offensichtlich nicht gelitten, sie wollen selbst ähnliche Wege einschlagen. So wie die Unternehmerin selbst ihren Vater zum Vorbild hatte, der 1954 den Betrieb in Deizisau gründete. Sie lacht, wenn sie von den Tankschoner für Motorräder erzählt, mit denen er begann. Aber Vieles hat sich auch in ihrer eigenen Zeit im Betrieb überlebt das seien dann Krisen, in denen man sich etwas Neues einfallen lassen müsse.

Gewandelt habe sich in den vergangenen Jahrzehnten aber auch die gesellschaftliche Einstellung gegenüber Frauen in Führungspositionen: "Die Männer sind sehr korrekt. Da fällt kein blöder Spruch, das traut sich heute keiner mehr", sagt Haussler, die auch bei aufstrebenden osteuropäischen Unternehmen Kontakte mit sehr vielen "starken" Frauen hat. Unter ihren jungen Interviewerinnen sind einige, die an Existenzgründung denken. "Auf jeden Fall", sagt Carmen, deren eigener Vater selbstständig ist, wie der von Elina: "Der hat unheimlich Spaß an seinem Beruf, der ist mein Vorbild."

Tina kennt allerdings auch die andere Seite der Selbstständigkeit, wenn's mal nicht so gut läuft und alle Rechnungen plötzlich nicht mehr aufgehen: "Da hat man eine Riesenverantwortung", gibt sie zu bedenken. Beeindruckt sind die Mädchen alle von Monika Haussler: Wie sie es geschafft habe, wie sie mit Krisen umgehe und dass sie ganz normal geblieben sei und gar nicht hochnäsig, sagen Sonja, Freba und Evelyn.

Schulen, die sich für das Projekt "Zukunft Unternehmertum Schülerinnen treffen Unternehmerinnen" interessieren, können sich noch anmelden. Informationen gibt es im Internet unter www.schulen.newcome.de.