Lokales

Vorerst gibt es keine komplette Neupflanzung der Hecke

Sehr intensiv hat sich der Notzinger Gemeinderat während seiner jüngsten Sitzung mit dem Ausbau von Mörike- und Silcherstraße befasst. Unter anderem ging es auch um die Hecke, die das Schulgelände umgibt.

IRIS HÄFNER

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NOTZINGEN Im Zuge des Ausbaus der Mörikestraße muss die Hecke entlang des Schulgeländes komplett entfernt werden. Bürgermeister Jochen Flogaus regte deshalb an, den unteren Teil, der eine Wiese umgibt, nicht sofort mit neuen Hainbuchen zu bepflanzen. "Schauen wir doch einfach mal, wie das Ganze offen aussieht, denn im Moment brauchen wir die Hecke nicht", erklärte er. Von der Schule wird dieser Bereich nicht genutzt, die Fläche wird lediglich vom Bauhof gepflegt.

Eduard Bosch zeigte sich froh darüber, dass die Hecke wenigstens von der Herdfeldstraße bis zur Treppe des Seiteneingangs wieder gepflanzt wird und Günter Barz würde am liebsten gleich alles wieder grün einfrieden. Während sich Hans-Joachim Heberling durchaus mit dem Gedanken anfreunden konnte, das abfallende Gelände offen zu lassen, hielt Jürgen Wagner dagegen: "Jeder im Flecken kennt den Bereich nicht anders als mit Hecke. Könnte das nicht dazu beitragen, dass dort plötzlich seltsame Umtriebe stattfinden?", befürchtet er.

Ein Hundeklo?Mehrfach wurde auch die Sorge laut, dass unter den Baumgruppen eine illegale Hundetoilette entstehen könnte.

"Heck odr koi Heck" damit hat der Schultes grundsätzlich keine Probleme, zumal seiner Ansicht nach bei eventuellen Problemen eine Hainbuchenhecke schnell gepflanzt ist. Das Argument "seltsamer Umtriebe" ließ er nicht gelten. "Wissen Sie, wie viele Holzlatten der Bauhof entlang der Herdfeldstraße schon vernagelt hat, um sämtliche Schlupflöcher zu schließen?", fragte er. Auch Herbert Hiller sieht die Hecken-Frage locker. "Kinder waren in diesem Bereich noch nie außer als es für kurze Zeit einmal eine von den Lehrern ins Leben gerufene Blumenwiese gab", erklärte er.

Als es zur Abstimmung kam, sprachen sich sechs Gemeinderäte dafür aus, gleich nach den Straßenbauarbeiten eine Hecke entlang der gesamten Mörikestraße zu pflanzen, neun Räte wollen dagegen zunächst die offene Variante testen.

Peter Heinz vom Ingenieurbüro Hettler & Partner hatte zuvor schon dem Gremium den Ausbau von Mörike- und Silcherstraße vorgestellt. Entgegen der ursprünglichen Planung wird das Vorhaben wegen enormer Preissteigerungen und gestiegener Mehrwertsteuer statt 420 000 Euro nun etwa 520 000 Euro kosten.

Für die Lehrer sind entlang der Silcherstraße mehrere Parkplätze vorgesehen, die in den Abendstunden auch von Besuchern der Gemeindehalle genutzt werden können. Ausgewiesene Anwohnerparkplätze lehnte das Gremium ab. "Wenn der eine oder andere Anlieger meint, dass die Lehrer an der Halle parken und den restlichen Weg zu Fuß gehen können, gilt dasselbe für sie auch", konnte sich Jochen Flogaus nicht verkneifen zu sagen. Dass in den verbreiterten Straßen der Parkdruck größer wird, ist allen klar. "Es liegt bei jedem Einzelnen, wie er parkt schließlich wissen die Anlieger, dass es sich hier um den Schulweg handelt", stellte der Planer klar. Zudem wird die Spielstraße bis zum Ende der Lehrerparkplätze von der Gemeindehalle her verlängert.

Bislang sind die Anlieger der Mörikestraße über die Gartenstraße sowohl an die Abwasser- als auch an die Frischwasserleitung angeschlossen. Dies ändert sich im Zuge des Ausbaus.

Bei einer Anhörung standen laut Aussage von Jochen Flogaus alle Beteiligten der Sache positiv gegenüber. "Was ist mit den Untergeschossen? Wie werden sie angeschlossen?", wollte Günter Barz wissen. Den Kanal in der Straße um 3,5 oder 4 Meter tiefer zu legen sei prinzipiell kein Problem, erklärte dazu der Schultes. "Allerdings hätten wir dann keinen Anschluss an das weitere Netz", so Jochen Flogaus. Aus diesem Grund würden die Untergeschosse weiterhin über die Gartenstraße versorgt. "War technisch nicht machbar können wir so den späteren Generationen gegenüber argumentieren?", wollte Günter Barz weiter wissen. Dazu zitierte der Schultes die Gemeindesatzung. Diese gibt her, dass alle Leitungen, die unter Straßenniveau liegen, entweder mit einer Pumpe oder Hebeanlage auf Kosten der Eigentümer an das entsprechende Netz angeschlossen werden sollten. "Es läuft uns auch zuwider, die Untergeschosse weiterhin über die Gartenstraße zu versorgen. Es ist zwar technisch machbar, sie an die Mörikestraße anzuschließen, jedoch sehr teuer, und es stellt sich die Frage, ob es zumutbar ist", erklärte Peter Heinz. Außerdem handele es sich nur um wenige Häuser.

20 neue Parkplätze Dem Ausbau der Jahnstraße von der Uhlandstraße bis zum Müllerweg stimmte der Gemeinderat ohne Diskussion einstimmig zu. Die Kostenschätzung für die Wasserleitung beläuft sich auf knapp 58 000 Euro, für den Straßenausbau auf über 116 000 Euro. Unterhalb des Spielplatzes und der Wiese sollen entlang der Jahnstraße zudem 20 Parkplätze entstehen.