Lokales

Vorhandene Potenziale ausschöpfen

Mit städtebaulicher Entwicklungsplanung und dem Flächennutzungsplan beschäftigte sich der Gemeinderat in seiner jüngsten Sitzung anlässlich der Vorüberlegungen zur Planung eines neuen Baugebietes im Gewann Schiesshütte.

RENATE SCHATTEL

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Als Referent eingeladen war dazu der Stadtplaner Manfred Mezger vom Planungsbüro m-quadrat in Boll. Bürgermeister Rolf Kammerlander machte zunächst deutlich, dass der Flächennutzungsplan des Verwaltungsraumes, der zunächst bis 2000 befristet war, nicht fortgeschrieben werden solle, da kein Bedarf zur weiteren Flächenbebauung bestehe.

Heute gelte es, die vorhandenen Potenziale auszuschöpfen. In Neidlingen bestehe der Schwerpunkt auf der innerörtlichen Entwicklung, wobei der Gemeinde keine eigenen Bauplätze zur Verfügung stehen. "Die Bauplätze sind ausschließlich in privater Hand, vorwiegend zur Alterssicherung und zur Sicherung der eigenen Nachkommen", erklärte Kammerlander.

Die Gemeinde müsse nun im Rahmen des Flächennutzungsplanes nach Möglichkeiten für Wohnflächen Ausschau halten und diese auf Wirtschaftlichkeit, Erschließungsmöglichkeiten, Verkehrsanschlüsse und Umweltkriterien prüfen. Sinnvoll sei es, für die weittragenden Planungen Experten zu Rate zu ziehen, wie den geladenen Referenten Manfred Mezger.

Der freie Stadtplaner gab einen Überblick über die Tätigkeiten seines Planungsbüros und die Vorgehensweise zur Schaffung von Bauland. Für ihn gelte das Prinzip der Wirtschaftlichkeit: "Was kommt für die Gemeinde dabei heraus und was ist gut für sie". Der Flächennutzungsplan berücksichtige nicht die Fragen nach der Entwässerung, der Wasserversorgung, der Verkehrsanbindung und des ökologischen Ausgleichs. Zu den Vorüberlegungen zur Planung eines neuen Baugebietes gehörten aber diese Fragen unabdingbar dazu, um das Baugebiet wirtschaftlich zu gestalten. Straßen, Grünflächen oder die Wasserversorgung kosten der Gemeinde Geld und sollten sinnvoll geplant werden.

Mezger erklärte, dass für Neidlingen zwar das Gebiet Schiesshütte im Flächennutzungsplan als potenzielles Baugebiet ausgewiesen sei, es aber noch mindestens zwei Areale gäbe, die zum Vergleich herangezogen werden müssten. Petra Feller wollte wissen, in welchem Zeit- und Finanzfenster sich die Vorplanungen realistisch befänden. Zeitlich schätzte Manfred Mezger den Planungsaufwand auf ein halbes Jahr ein, bei einem Kostenaufwand von rund 8500 Euro. Bürgermeister Kammerlander war sich am Ende des Vortrages sicher, dass eine gründliche Vorplanung für das neu zu erschließende Baugebiet unumgänglich ist, um bei sinnvoller Bebauung die Wirtschaftlichkeit zu gewährleisten.