Lokales

Wackelsteine müssen dringend weg

Stadt Owen plant Sanierung der Wehrbachstraße, solange es noch Fördermittel dafür gibt

In Owen kommen im nächsten Jahr zwei Dinge zusammen, die eigentlich ganz ideal zueinander passen: Zum einen ist die Wehrbachstraße dringend sanierungsbedürftig, und zum anderen gibt es noch Mittel aus dem Sanierungsgebiet „Westlich der Lauter“, die bis Ende 2014 abgerechnet sein müssen.

Die Owener Wehrbachstraße ist dringend sanierungsbedürftig. Wegen des speziellen Untergrunds wackeln die Pflastersteine.Foto: Je
Die Owener Wehrbachstraße ist dringend sanierungsbedürftig. Wegen des speziellen Untergrunds wackeln die Pflastersteine.Foto: Jean-Luc Jacques

Owen. Manfred Mezger vom Boller Planungsbüro „mquadrat“ fasste das Problem mit dem Pflasterbelag in der Wehrbachstraße während der Gemeinderatssitzung kurz zusammen: Unter den Pflastersteinen befinde sich ein Splittbelag mit einer Stärke von zwölf Zentimetern. Üblich seien eigentlich vier Zentimeter. Die Schottertragschicht unter dem Splittbelag wiederum sei wegen ihrer Körnung wasserundurchlässig. „Wasser, das zwischen den Fugen durchläuft, kann also nicht ablaufen. Es schwemmt deshalb die Pflastersteine nach oben, und die Steine fangen an zu wackeln.“

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Aus diesem Grund schlägt Manfred Mezger einen Asphaltbelag vor. „Die Wehrbachstraße muss nicht unbedingt gepflastert sein, auch wenn es einmal gute Gründe dafür gegeben haben mag“, sagte er. Einzig für die Querung des Friedhofs würde der Planer an einer Pflasterung festhalten, um diese Stelle künftig deutlicher hervorzuheben. Mit einem diagonal verlegten Pflaster, wie es dem derzeitigen Stand der Technik entspricht, sollte die Querungsstelle sogar für den Schwerlastverkehr tauglich sein.

Der Asphaltbelag wäre nicht die einzige Änderung in der Gestaltung: Die Straßenbreite soll möglichst durchgehend bei 5,50 Meter liegen. Deshalb würden auch vorhandene Gehwege künftig wegfallen. Was dagegen erhalten bleiben soll, das sind die kleinen Beete, aus denen die Bepflanzung der Friedhofsmauer emporwächst. Der Grund dafür ist ganz einfach: „Wenn man die Bepflanzung wegmachen würde, dann müsste man anschließend wohl die Friedhofsmauer sanieren.“

Was man dagegen nicht sehen würde, das wäre der Austausch der Wasserleitungen, den Manfred Mezger dringend empfiehlt. Wenn die Straße ohnehin komplett aufgerissen wird, bietet sich das durchaus an.

Bürgermeisterin Verena Grötzinger sprach anschließend aus, was wohl alle im Ratsrund dachten: „Vom Gefühl her hat man die Straße ja erst gerichtet. Aber der Zustand der Pflasterung ist eben nicht mehr akzeptabel.“ Zur möglichen Finanzierung der Sanierungsarbeiten sagte sie, dass die Stadt Owen noch einen Grundstock von 90 000 Euro aus den Mitteln des Sanierungsgebiets „Westlich der Lauter“ abrufen könne. Hinzu kämen noch Sanierungsmittel, die 2013 nicht in voller Höhe gebraucht wurden. Die Förderung gebe es in diesem Fall für 60 Prozent aller zuschussfähigen Kosten.

Manfred Mezger ging von knapp 160 000 Euro aus, die ein Vollausbau kosten würde. Für den Austausch der Wasserleitungen seien noch einmal rund 100 000 Euro zu veranschlagen.

Die Ratsmitglieder wünschten sich noch detailliertere Kostenschätzungen, beispielsweise für eine Sanierung mit neuem Pflasterbelag als Alternative oder für die Einbeziehung der gesamten Kirchstraße. Sobald diese Zahlen vorliegen, soll über Art und Umfang der Sanierung entschieden werden. Stadtrat Reiner Kerzinger erinnerte schließlich an die Dringlichkeit des Unterfangens, weil die Sanierungsgelder bis Ende 2014 abgerechnet sein müssen. Viel Zeit zum Überlegen bleibt da nicht mehr.