Lokales

Wägelesaktion rund um die Teck: Kinder setzen sich für Kinder ein

An vielen Haustüren hieß es wieder: "Wir sind von der Jungschar. Wollen Sie etwas kaufen oder spenden?" Bei der jüngsten Wägelesaktion des Evangelischen Jugendwerkes Bezirk Kirchheim waren in 18 Kirchengemeinden zusammen über 300 Kinder und Mitarbeitende unterwegs, um Orangen, Kaffee, Tee und noch viele weitere Produkte zu verkaufen.

KIRCHHEIM Überall waren Kinder und Jugendliche zu sehen, die gruppenweise mit einem Leiterwagen durch die Straßen zogen. "Allein in Dettingen waren rund 70 Kinder und Jugendliche im Einsatz", berichtete die Dettinger Sozialpädagogin und Jugendreferentin für Jungschararbeit Ruby Born. Bezirksweit waren insgesamt fast 100 kleine rollende Verkaufswagen unterwegs. Die einzelnen Jungschar- und Konfirmandengruppen hatten viel Spaß dabei und berichteten freudestrahlend von ihren guten Erfahrungen. Beweggrund für die "Wägelchenakteure" war einhellig: "Wir wollen Kindern helfen, die es nicht so gut haben wie wir."

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Kinder und Jugendliche entwickelten sich zu Verkaufsprofis für eine gute Sache. In einigen Gemeinden gab es für die fleißigen Verkäufer ein gemeinsames Mittagessen oder man traf sich noch im Anschluss der Aktion im Gemeindehaus zum Aufwärmen bei Keksen und Tee.

Die Wägelesaktion hilft mit den Verkäufen in dreifacher Weise. Die meisten Produkte stammen aus dem fairen Handel und werden nach biologischen Gesichtspunkten angebaut. Die Erzeuger werden für ihre Produkte gerecht entlohnt und sind so in der Lage, durch ihre Erwerbsarbeit selber für ihren Lebensunterhalt zu sorgen. Mit dem Erlös der diesjährigen Wägelesaktion werden je zur Hälfte zwei Hilfsprojekte im Südsudan und im Königreich Swasiland unterstützt, die sich um bedürftige Kinder kümmern.

Traditionell wird eines der ausgesuchten Projekte von Brot für die Welt und das andere vom CVJM-Weltdienst verantwortet. Der CVJM-Weltdienst hilft beim Bau von Schulen im Südsudan. Denn nur mit Erziehung und Bildung haben Kinder die Hoffnung auf eine bessere Zukunft. Und nur mit Bildung kann sich eine Gesellschaft verändern. In den letzten drei Jahren haben IAS und der CVJM-Weltdienst beim Bau von Schulen in den Nuba Mountains eng zusammengearbeitet. Dadurch konnte schon eine große Grundschule gebaut werden. Der CVJM-Weltdienst will in den nächsten Jahren weitere Schulen bauen und mit den notwendigsten Unterrichtsmaterialen ausstatten sowie Lehrer ausbilden und anstellen. Die Kinder müssen dann nicht mehr im Schatten eines der großen Bäume und ohne Tische und Stühle unterrichtet werden.

Im afrikanischen Königreich Swasiland unterstützt Brot für die Welt Aidswaisen und fördert die Ausbildung von Aids-Beratern. Das kleine Königreich Swasiland liegt im südlichen Afrika. Das Land steht in der HIV/Aids-Statistik weltweit an erster Stelle: Knapp 40 Prozent der Bevölkerung sind infiziert. Erschreckend ist, dass zwei Drittel davon Jugendliche sind. "Wir werden derzeit überschüttet mit Anfragen. Die Menschen wollen Beistand im Umgang mit Aidskranken. Sie bitten um Unterstützung für Waisen und andere betroffene Kinder", erklärt Maria Mbelu, die Generalsekretärin des Christenrates in Swasiland (CSC). "Wir brauchen dringend weitere Aids-Beraterinnen und müssen viel aggressiver in unserer Bewusstseinsarbeit vorgehen", fährt sie ernüchternd fort. Deshalb ist es ein Schwerpunkt der Arbeit von CSC, Gemeindemitglieder zu Aids-Beratern auszubilden.

Für diese Aktion wurden rund 2,5 Tonnen fair gehandelte GEPA-Produkte aus Entwicklungsländern bestellt und zum größten Teil auch wieder veräußert. Darüber hinaus wurden noch über 7000 Orangen und fast 200 Kilo Erdnüsse an den Haustüren verkauft.

So konnte bereits im letzten Jahr ein Erlös von rund 13 000 Euro durch die Aktion weitergegeben werden. Wie auch bei anderen Hilfs- und Missionsprojekten vom Evangelischen Jugendwerk und vom CVJM im Kirchenbezirk ist für die Weiterleitung des Erlöses der bereits seit 1957 bestehende Opferring des Evangelischen Jugendwerks verantwortlich. Dessen Erster Vorsitzender, Markus Krumm, sagte mit Blick auf die Aktion: "Es steckt an, wenn sich so viele junge Menschen für die Ärmsten der Welt engagieren. Das ist einfach vorbildlich." Das genaue Ergebnis der Wägelesaktion 2007 wird erst nach Fertigstellung der Abrechnung Anfang nächsten Jahres feststehen. Auch jetzt noch kann unter dem Verwendungszweck "Wägelesaktion 2007" auf das Konto des Opferrings unter der Kontonummer 10 335 806, BLZ 611 500 20 bei der KSK Esslingen gespendet werden.

Die Wägelesaktion 2007 fand in Gutenberg, Kirchheim, Ober- und Unterlenningen, Brucken, Owen, Dettingen, Jesingen, Nabern, Neidlingen, Ohmden, Bissingen, Ochsenwang, Holzmaden, Ötlingen, Lindorf, Erkenbrechtsweiler und Notzingen statt. Seit mehr als 30 Jahren findet sie im Kirchenbezirk statt. Sie wird vom Evangelischen Jugendwerk Bezirk Kirchheim (ejKi) veranstaltet und von Bezirksjugendreferent Matthias Kerschbaum verantwortet. Weitere Informationen im Büro des ejKi, Telefon 0 70 21/63 82, per mail matthias.kerschbaum@ejki.de oder unter www.ejki.de.

mk