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Walpurgisnacht: Diesmal tanzen auch die Hexen mit

NÜRTINGEN Diesmal tanzen bei der Nürtinger Musiknacht auch die Hexen mit, denn im achten Jahr fällt der Termin des Großereignisses in

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UWE GOTTWALD

der Innenstadt auf den 30. April und somit auf die Walpurgisnacht. Rekordverdächtig ist für Bürgermeister Rolf Siebert die Zahl der teilnehmenden Bands: "Vor acht Jahren hat es mit elf Gruppen in elf Lokalen angefangen, in diesem Jahr sind wir bei 26 Bands in 19 Kneipen und Gaststätten angelangt." Eine Mischung aus Neuem und Bekanntem habe man angestrebt, sagt Ellen Eisele vom Kulturamt, sowohl was die Gruppen wie auch die Musikstile anbelangt. Der Vorverkauf für die 5 500 Karten läuft bereits.

Von 21 bis 2 Uhr sorgen die Bands mit unterschiedlichsten Musikrichtungen in den Kneipen und Gaststätten, in den Jugendhäusern, in den Hochschulen, in der Kreuzkirche sowie in der Stadthalle K3N für Unterhaltung und Stimmung. Die Vielfalt macht das Flair dieses Publikumsmagneten aus, und darauf ist Bürgermeister Rolf Siebert mit seinem Kulturamt stolz: "Uns ist es wieder gelungen, die privat betriebene Gastronomie, öffentliche Einrichtungen und freie Kulturträger für ein rundes Programm zusammenzubekommen."

Ellen Eisele konnte auf einige Besonderheiten der diesjährigen Musiknacht hinwiesen. So gibt das australische Lokal auf dem Gant-Areal am Steinenberg sein Musiknacht-Debüt. Und da es zwischen den beiden Jugendhäusern, dem städtischen und dem evangelischen, liege, wolle man in diesem Dreieck vor allem das jüngere Publikum ansprechen. In den beiden Jugendhäusern treten gleich mehrere Bands auf. Eisele dazu: "Das sind meist Nachwuchsbands aus der lokalen Szene, denen man ein Forum geben will, aber darunter ist jeweils auch ein Top-Act mit einer etablierten Gruppe."

Premiere bei der Nürtinger Musiknacht feiert die etablierte Landesrockanstalt aus Tübingen, und ein weiteres Novum ist das erstmalige Engagement einer Band aus den USA, die mit Rock und Pop aufwartet. Auf dem Stadthallenareal wird es mehrere musikalische Leckerbissen geben, sei es im Panoramasaal, im Kleinen Saal oder im Zentral-Saal. Von lyrisch-musikalischen Darbietungen, Chansons, Jiddisch-Polka und Swing über den Sound der 50er-Jahre bis zu Funk, Soul und Pop reicht an diesen Veranstaltungsorten die Palette. Nicht viel weiter deckt eine Band aus Bayern unter anderem mit Schlager und Neuer Deutscher Welle wieder einen ganz anderen Geschmack ab.

Die Stadthalle K3N, so Eisele, kann übrigens auch ohne Button besucht werden und lädt ein zum Verweilen, gegebenenfalls zum Aufwärmen und zu einer kleinen Stärkung. Der Eintritt werde erst wieder an den Eingängen zu den Veranstaltungssälen der K3N kontrolliert.

Auch Altbewährtes ist im Programm und zwar auf ausdrücklichen Wunsch der Veranstalter, die sich auf Grund der positiven Resonanz ihres Publikums vor Wiederholungen nicht scheuen. Bei anderen Veranstaltern steht die Unterhaltung und die musikalische Untermalung im Vordergrund. Engagiert werden die Bands vom Kulturamt der Stadt, von dem aus die Musiknacht zentral organisiert wird. Allerdings, so Eisele, richte man sich eng an den Wünschen der Veranstalter aus. Das finanzielle Gesamtvolumen beziffert Eisele auf rund 40 000 Euro. "Wenn wir alle Buttons verkaufen, kommen wir gut heraus", rechnet Siebert sich aus. Und dass alle verkauft werden, darüber machen sich Siebert und die Verantwortlichen im Kulturamt mit Blick auf die vergangenen Jahre keine Sorgen. Trotz stetigem Ausbau des Angebots strömten Jahr für Jahr die Massen, selbst dann, wenn das Wetter mal nicht so ganz mitspielte.

Das Bummeln von Kneipe zu Kneipe, von Band zu Band kommt an, eine ganze Stadt scheint in Bewegung. Dazu heißen wie schon letztes Jahr bunte Lichtinstallationen entlang dem Neckar die Nachtschwärmer in Nürtingen willkommen.

Programme zur Nürtinger Musiknacht liegen unter anderem im Rathaus aus, die Buttons gibt es im Vorverkauf im Stadtbüro der Nürtinger Zeitung, Telefon 0 70 22 /94 64-150, oder in den Veranstaltungslokalen, einige hundert auch noch an der Abendkasse im Hölderlinhaus beim Theater im Schlosskeller.