Lokales

Wandern ist auch bei Jüngeren wieder "in"

Ganz in der Tradition des Schwäbischen Albvereins fanden sich bereits am Sonntagvormittag die ersten Mitglieder vor dem Udeon zu einer Naturschutzwanderung rund um die Unterensinger Baggerseen ein. Naturschutz steht schließlich weit oben auf der Liste der Vereinsaktivitäten, wie Gauobmann Gerhard Böhringer am Nachmittag ausführlich erläuterte.

UNTERENSINGEN Zunächst jedoch begrüßte Friedhelm Bürklein, Vorsitzender der Ortsgruppe Unterensingen, die Mitglieder und Ehrengäste. Neben Unterensingens Bürgermeister Sieghart Friz waren die Landtagsabgeordneten Karl Zimmermann, Nils Schmid und Jörg Döpper erschienen.

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Döpper hob in seinem Grußwort hervor, dass der Schwäbische Albverein mit seinen über 7 000 Mitgliedern eine feste Größe sei. Durch die zahlreichen Wanderungen lerne man die nähere und fernere Heimat in fröhlicher Runde gut kennen. Diese Gemeinschaftserlebnisse, so Döpper, wolle er nicht missen. Auch die Landschaftspflege sei ein wichtiger Teil der Arbeit, die der Verein weithin leiste. Mit viel Einsatz widme man sich beispielsweise liebevoll und ehrenamtlich der Pflege der Neuffener Heide, die der Staat in diesem Maße gar nicht finanzieren könne. Die Mitglieder des Schwäbischen Albvereins jedoch würden nicht nur fordern, sondern auch selbst Hand anlegen.

Oberforstrat Walter Heglau vom Landratsamt Esslingen, der in Vertretung von Landrat Heinz Eininger gekommen war, erläuterte, dass der Verein Naturschutz in enger Zusammenarbeit mit der Forstverwaltung betreibe. So liegen Schwerpunkte dieser Arbeit bei der Pflege und Erhaltung der Kulturlandschaft, des Wegenetzes, der Biotope und Naturschutzgebiete. Wandern, eine der tragenden Säulen des Albvereins, sei auch bei der jüngeren Generation wieder "in". Die allseits bekannten Markierungen, die vom Verein entlang der Wanderwege angebracht seien, wiesen die Wanderer immer in die richtige Richtung.

Gauobmann Gerhard Böhringer schließlich berichtete den Mitgliedern über die in der Versammlung am Vormittag gefassten Beschlüsse. Nach wie vor widme man sich der Förderung des Wanderns, der Natur und der Umwelt. Daneben seien die Pflege von Denkmälern, Brauchtum, Mundart und Heimatverbundenheit ebenfalls Kernthemen. Böhringer betonte, der Schwäbische Albverein habe eine hohe Aktivitätsrate. Im Jahre 2004 seien von den 350 Kilometern des betreuten Wegenetzes 317 Kilometer durch die Wegewarte des Gaues und der Ortsvereine überprüft und teilweise neu ausgeschildert worden. Unter der erfahrenen Führung der Wanderwarte hätten die Mitglieder mehr als 6000 Kilometer erwandert.

Besonders hob Böhringer die Naturpflegeeinsätze zur Erhaltung der Neuffener Heide hervor, die einen wichtigen Beitrag zum Erhalt dieser Landschaft mit all ihrer Artenvielfalt darstellten. In diesem Zusammenhang rief er die Mitglieder auf, sich als Helfer für die nächste Pflegemaßnahme in diesem Gebiet zu melden, da es gelte, dem Schwarzdorn mit der Hacke zu Leibe zu rücken. Böhringer dankte allen, die sich in der Vergangenheit so zahlreich für den Verein engagiert hätten.

Pressebeauftragter Holger Rißler stellte zudem die vielen weiteren Aktivitäten vor, die beispielsweise der Ortsverein Unterensingen seinen Mitgliedern biete. So wolle man junge Familien in den Verein integrieren und biete zahlreiche Programme für Schulkinder. Es gibt eine Theatergruppe, eine Jugend-Tanzgruppe, eine Modellbaugruppe und eine Singgruppe. Mit Abenteuerwanderungen, Ausfahrten zu Vergnügungsparks, Kanutouren, Fahrradwochenenden oder dem Besuch einer Vogelwarte wolle man Abwechslung ins Vereinsleben bringen.

Einige der Unterensinger Gruppen glänzten im Rahmenprogramm der Gauversammlung mit Auftritten, die von den Gästen mit viel Applaus belohnt wurden. Für die musikalische Umrahmung der Veranstaltung sorgten einmal mehr die Unterensinger Blasmusik und der Heimatchor, während der Albverein bewirtete.

sg