Lokales

Wanderstiefel statt Skiausrüstung beim Ausflug auf die Alb

KIRCHHEIM "Mit Skifahren auf der Alb wird es erst mal nichts", prognostiziert Martin Wieczorrek, Diplom-Meteorologe beim Deutschen Wetterdienst in Stuttgart. Dafür lohnt es sich aber, am Wochenen-

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BIANCA LÜTZ

de die Wanderstiefel zu schnüren und zu einem ausgiebigen Spaziergang aufzubrechen. Zwar sollen die Wolken am Samstag und am Sonntag die Oberhand behalten, aber die Ausflügler können durchaus auch mit einigen Sonnephasen rechnen. Zudem erwarten die Meteorologen äußerst milde Temperaturen und weniger Wind. "Im Kirchheimer Raum liegen die Höchsttemperaturen am Samstag bei 13 und am Sonntag bei 10 Grad", blickt Martin Wieczorrek aufs Wochenende. Oben auf der Albhochfläche wird es jeweils zwei bis drei Grad kälter sein.

"Für diese Jahreszeit ist das natürlich viel zu warm", ist sich der Meteorologe bewusst. Im Durchschnitt lagen die Temperaturen Mitte Januar bisher zwischen 0 und 5 Grad, nachts sogar im Minusbereich. "Diese Abweichung hat nicht direkt mit dem Klimawandel zu tun", glaubt Martin Wieczorrek. Die globale Erwärmung spiele sich eher im Bereich von Zehntelgraden ab. Während die vergangenen beiden Winter Skifahrer und Rodler mit besonders viel Schnee verwöhnt hatten, folge nun eben eine Ausnahmewinter der anderen Art: Warm und bislang schneearm. Ein absoluter Einzelfall ist das aber nicht: "1991 gab es auch einen sehr warmen Winter. Da waren die Temperaturen im Januar sogar noch höher", entnimmt Wieczorrek den Aufzeichnungen des Deutschen Wetterdienstes.

Auch wenn viele schon gar nicht mehr daran glauben wollen Martin Wieczorrek kann sich gut vorstellen, dass der Winter doch noch Einzug hält: "Je länger die Wetterlage andauert, desto mehr steigt die Wahrscheinlichkeit, dass das Wetter umkippt", glaubt er. In den nächsten zehn Tagen allerdings wird dies nicht der Fall sein. Dafür drohen der Region rund um die Teck aber neue Sturmtiefs: "Die können am übernächsten Wochenende sogar noch etwas stärker ausfallen als die Stürme der vergangenen Woche."

Weiter vorausblicken möchte der Meteorologe nicht: "Das wäre Spekulation", sagt er. Glaubt man jedoch einer alten Bauernregel, so können Skier und Wintermäntel noch eine Weile im Keller bleiben: "Wenn der Frost nicht im Jänner kommen will, so kommt er im März oder April."