Lokales

"War Eva an allem schuld?"

KIRCHHEIM In ihrem Vortrag im Rahmen der "Kirchheimer Reihe" am Dienstag, 25. Januar, um 20 Uhr im Alten Gemeindehaus, Alleenstraße 116 in Kirchheim wird Ruth Lapide die oft unterschätzten Frauengestalten in der Männerwelt der Bibel in den Blick rückt. Die biblische Eva beispielsweise war nach dem hebräischen Wortlaut keine "unbedeutende Rippe", sondern eine "unersetzliche Flanke".

Anzeige

Ruth Lapide ist den Prophetinnen und weiblichen Führungsgestalten als jüdische Bibelwissenschaftlerin auf der Spur und hält mit ihrer Herangehensweise von den jüdischen Wurzeln her interessante und ungeahnte Beobachtungen bereit. Es geht ihr bei dieser Spurensuche ganz besonders um die Vertiefung des christlich-jüdischen Dialogs und die Verständigung zwischen der Bundesrepublik Deutschland und dem Staat Israel. Als Kind einer jüdischen Familie aus Mittelfranken teilte Ruth Lapide in der Zeit des Nationalsozialismus Entwurzelung, Flucht und Verfolgung mit vielen ihrer Generation. Nach einer Jugend, die geprägt war vom Gefühl der Heimatlosigkeit, studierte sie an der Hebräischen Universität Jerusalem Linguistik, Geschichte und Judaistik. Nachhaltigen Niederschlag fand die Arbeit des Ehepaares Lapide in vielen Büchern, Seminaren, Radio- und Fernsehsendungen. Auch nach dem Tod ihres Mannes Pinchas Lapide setzt sie ihre Verständigungsarbeit als eine der wenigen jüdischen Alt- und Neutestamentlerinnen fort.

Zu dem Vortrag lädt die evanglische Gesamtkirchengemeinde Kirchheim ein.

jm