Lokales

Warmer Geldregen tut gut

Einen warmen Geldregen bescherte der finanziell stark gebeutelten Gemeinde in diesem Jahr die Gewerbesteuer. Im Finanzzwischenbericht und der Nachtragssatzung für das Haushaltsjahr 2006 wird nun vorsichtig mit Gewerbesteuereinnahmen von insgesamt 920 000 Euro gerechnet.

RENATE SCHATTEL

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NEIDLINGEN Diese Entwicklung wurde noch zu Beginn des Jahres absolut nicht vorausgesehen. Die Freude darüber ist aber in Ratsrund und Verwaltung verhalten, warten doch für die Jahre 2007 und 2008 gewaltige Summen durch die Wechselwirkungen des kommunalen Finanzausgleichs auf Zahlung. In ihrem Zwischenbericht machten Bürgermeister Rolf Kammerlander und Gemeindeinspektor Ralf Zimmermann deutlich, dass trotz der außerordentlich positiv gestiegenen Gewerbesteuereinnahmen die Gemeinde nach wie vor nicht auf Rosen gebettet ist.

Deutlich überschritten wurden die zunächst angenommenen Haushaltssätze im Bereich der Städteplanung, Vermessung und Bauordnung. Kosten für Gutachten, wie zum Beispiel für das Vogelschutzgebiet 2005, sowie Untersuchungen zur gemeindlichen Entwicklungs- und Erschließungsplanung schlagen zu Buche. In Folge des unerwartet langen und kalten Winters kommt es beim Winterdienst zu Mehrausgaben. Auch die erheblich gestiegenen Heizölpreise erfordern eine Mehraufwendung an Ausgaben für die gemeindeeigenen Gebäude.

Aus den Erfahrungen der letzten Jahre, in denen Gewerbesteuer wieder zurückerstattet werden musste, hat die Verwaltung gelernt. So sollen im Nachtragsplan 2006 die Haushaltsansätze keinesfalls in voller Höhe angepasst werden. Es ist vorgesehen, nur 750 000 der 920 000 Euro umfassenden Gewerbesteuereinnahmen zu veranschlagen. Dies entspricht in etwa den bis heute eingegangenen Beträgen. Die Gewerbesteuerumlage steigt demnach auf 150 000 Euro.

Im Vermögenshaushalt schlagen Reparaturen von Holzspielgeräten im Kindergarten 2 zu Buche. Erlöse aus dem Verkauf von gemeindeeigenen Grundstücken im Gewerbegebiet wurden nicht getätigt. Trotz der deutlich verbesserten Haushaltsergebnisse soll auf die bisher genehmigte Kreditermächtigung nicht verzichtet werden. Für den Eigenbetrieb Wasser fehlt ein Betrag von 55 000 Euro, der unter anderem durch die Erneuerung schadhafter Leitungen in den letzten Jahren entstanden ist. Für den Austausch beziehungsweise Erwerb von geeichten Wasserzählern benötigt die Gemeinde nochmals 3000 Euro. So hat nun die Verwaltung eine Kreditaufnahme von 58 000 Euro vorgesehen. Die Gemeindekasse Neidlingen hat zum ersten Mal seit langer Zeit keine Kassenkredite mehr benötigt und konnte sogar eine Geldanlage tätigen. Einstimmig beschloss der Gemeinderat den Nachtrag zum Haushaltsplan.