Lokales

Warmer Winter als wichtiger Faktor

Dachsanierung der Kirchheimer Martinskirche hält zeitlichen und finanziellen Rahmen bislang gut ein

Die Sanierung des Kirchheimer Martinskirchendachs kommt gut voran: Die Südseite ist fast fertig, und inzwischen haben die Arbeiten auf der Nordseite begonnen. Wenn das Wetter auch weiterhin mitmacht, sollten die Arbeiten rechtzeitig beendet sein, bevor im Frühjahr die Fledermäuse zurückkehren.

MartinskircheDachsanierungDachdecker
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Andreas Volz

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Kirchheim. Öffentliche Bauvorhaben tauchen meistens nur dann in der Presse auf, wenn sich deren Fertigstellung verzögert und wenn die Kosten dafür explodieren. Prominenteste Beispiele dafür sind derzeit die Hamburger Elbphilharmonie und der neue Flughafen in Berlin. Nichts von alledem gilt für die Sanierung des Kirchendachs in Kirchheim. Nach Auskunft der zuständigen Architektin, Sandra Rapp vom Kirchheimer Büro Bankwitz Architekten, liegen die Arbeiten nicht nur im vorgegebenen Zeitrahmen, sondern auch innerhalb des Budgets, das sich auf 820 000 Euro beläuft.

Die Südseite des Kirchendachs, die in Richtung Kirchplatz und Kornhaus schaut, sei bis auf einige Reste an Holz- und Flaschnerarbeiten und bis auf die Montage des Blitzschutzes bereits komplett saniert. Gleiches gelte für das südliche Chordach. Für die Arbeiten an der Nordseite, die diese Woche begonnen haben, geht Sandra Rapp davon aus, dass sie vom Aufwand her ähnlich verlaufen dürften wie auf der gegenüberliegenden Seite: Zunächst werden die Fußpunkte überprüft, also die Auflagen der Balken auf der Außenmauer der Kirche. Gerade an diesen Stellen waren die größten Schäden aufgetreten. Und eine der Unsicherheiten im Vorfeld hatte darin bestanden, dass sich nicht genau diagnostizieren ließ, wie groß die Schäden wirklich sind.

Bei der Südseite waren den Verantwortlichen die ganz großen unangenehmen Überraschungen erspart geblieben. Somit hielt sich der Aufwand – nicht nur der zeitliche, sondern auch der finanzielle – in dem überschaubaren Rahmen, der zuvor gesetzt worden war. Was die weiteren zeitlichen Vorgaben betrifft, geht Sandra Rapp davon aus, dass die Sanierung der Nordseite bis Ende März abgeschlossen sein dürfte – also gerade rechtzeitig vor der Rückkehr der Fledermäuse. Sobald diese sommerlichen Dachbewohner wieder eingetroffen sind, müssten die Arbeiten aus Gründen des Naturschutzes unterbrochen werden. Noch besser ist es freilich, wenn die Arbeiten – wie angestrebt und erhofft – bis dahin abgeschlossen sind. „Das müsste hinhauen“, gibt sich Sandra Rapp zur „Halbzeit“ optimistisch.

Sehr erfreut ist sie über das milde Winterwetter. Ganz schlecht wären für die Dacharbeiten nämlich Schnee und extreme Minustemperaturen. „Bis zu minus fünf oder sechs Grad kann gearbeitet werden“, sagt die Architektin. Bei starkem Regen lasse sich zwischendurch auch innen etwas tun. Beispielsweise seien die Holzbohlen auszutauschen, gerade auch dort, wo sich die Fledermäuse im Sommer aufhalten. Was selbst im Sommer noch weitergehen kann, ist die Sanierung des Kirchturms, weil die Fledermäuse dort nicht hausen. Das einzige, was bis jetzt an Unvorhergesehenem aufgetaucht ist, betrifft die Dämmung der Gewölbetonne: „Da wird ein Gerüstbau nötig sein“, meint Sandra Rapp.

Aber das dürfte den Kostenrahmen nicht wirklich sprengen. Zu diesem Rahmen sagt denn auch Kirchenpfleger Bernd Kemmner: „Wir gehen nach wie vor von 820 000 Euro Gesamtkosten aus.“ Der Anteil der Martinskirchengemeinde in Höhe von 100 000 Euro sei inzwischen finanziert, unter anderem dank der „Dachpatenschaften“: Für nahezu zwei Drittel der 1 511 Einzelquadrate sind „Paten“ gefunden, die einen Beitrag in Höhe von 48,50 Euro zu zahlen bereit waren. 526 Quadratmeter seien derzeit noch zu „vergeben“.

Ebenfalls gut angenommen worden sei die Bauzaunwerbung: „Wir sind den Firmen, die sich daran beteiligen, sehr dankbar“, sagt Bernd Kemmner. Auch die Kirchengemeinde macht dort Werbung – für das Kirchengebäude und für ihr Bauprojekt. Die Martinskirche sei „nicht nur Namensgeberin der Stadt Kirchheim, sondern auch ein Schmuckstück der historischen Innenstadt“. Zugleich sei das Gebäude aber „eine besondere Herausforderung“.

Dieser Herausforderung stellt sich die Martinskirchengemeinde nun zunächst mit der Dachsanierung, bei der auch die Stadt Kirchheim ein Drittel der Gesamtkosten zuschießt. Ausruhen kann sich die Kirchengemeinde nach Abschluss der Dacharbeiten gleichwohl nicht. Geplant sind noch zwei weitere Bauabschnitte: die Sanierung der Fassade und die Innenrenovierung.