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Warum kein Vergleich der Sanierungs-Angebote? ...

Warum kein Vergleich der Sanierungs-Angebote?

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Zum Artikel "Tiefgarage muss rasch saniert werden Kosten von bis zu vier Millionen Euro", im Teckboten vom 27. Oktober:

Die Berichterstattung über eine Gemeinderatssitzung, bei der es um die Sanierung der Krautmarkt-Parkgarage ging, hat meinen Adrenalin-Pegel so sehr in Anspruch genommen, dass ich wie folgt "Dampf ablassen" muss: Schon der erste Satz über den Schock-Zustand der Gemeinderatsmitglieder setzt mich in Anbetracht des Berichtes über den Verlauf der Besprechung des Themas "Sanierung Krautmarkt-Parkgarage" in höchste Verwunderung. Wieder einmal, wie so oft in den letzten Jahren, wurde ein wahrscheinlich sehr teures Fachgutachten eingeholt, präsentiert und aufgeschreckt angehört. Offensichtlich war das gesamte Gremium von der katastrophalen Zustandsanalyse und von der sofortigen Sanierungsnotwendigkeit, die von der Gutachterin vorgetragen wurden, so sehr ergriffen, dass sofort ein einstimmiger Beschluss für die Vergabe der Objektplanung und der Sanierung unter Vollsperrung der Parkgarage über eine Mindestzeit von elf Monaten gefasst wurde. Ich meine, dieser Beschluss hat für die Stadt und deren Geschäftswelt eine negative Auswirkung. Deshalb richte ich folgende Fragen an die Beschließer: Warum wurde der Zustand der Parkgarage nicht Jahr für Jahr hinsichtlich von Bauschäden überwacht oder überprüft, zumal genügend negative Erfahrung von der seinerzeitigen Situation bei der Schweinemarkt-Parkgarage vorlag? Warum werden vor Vergabe der Sanierungsarbeiten keine weiteren Alternativ-Angebote eingeholt? Warum verlässt man sich allein auf den kathodischen Korrosionsschutz des Bewehrungsstahls? Hat man bei der Verwendung von Titanlegierungsmatten auch die eventuelle Gefahr einer Elementkorrosion bedacht? Warum werden nicht arbeitsorganisatorische Lösungen gesucht, die eventuell eine Verkürzung der Sanierungszeit ermöglicht? Warum wurde vor dem Vergabe-Beschluss keine Plausibilitäts-Prüfung des Gutachtens durch die Auftraggeber durchgeführt? In der Hoffnung, dass über die vorgenannten Fragen noch einmal tiefgreifend bei den Verantwortlichen nachgedacht wird, habe ich diesen Leserbrief geschrieben.

Reiner Wiest

Kirchheim, Ludwigstraße

Falsche Lobby?

Zum Artikel "Verteilung der Kosten ist umstritten", im Teckboten vom 30. Oktober:

Ich finde es schon ein starkes Stück, wie hier die Betroffenen abgezockt werden sollen. Würde es sich bei ihnen nicht um einfache Bewohner eines Kirchheimer Randbezirkes handeln, sondern zum Beispiel um Einzelhändler der Innenstadt, wäre bestimmt nicht die Höhe der Kosten, sondern die der Lärmschutzwand oberstes Kriterium.

Während die Einzelhändler eine spezielle Beleuchtung, kostenlose Kundenparkplätze sprich TG und jetzt sogar durch die geniale "Nette Toilette" die Kunden zugespielt bekommen, will die Stadt den Dreck, den normalerweise die Bahn kostenpflichtig abzufahren hätte, als "Lärmschutzwall" den Anwohnern zwangsweise andrehen. Von einem gewählten Gremium sollte doch erwartet werden können, dass es die Bürger aktiv gegen solche Konzerne wie in diesem Falle die Bahn vertritt und nicht denen in die Tasche wirtschaftet.

Dass es der Bahn bestimmt nicht um den Lärmschutz, sondern nur ums Geld geht, zeigt die Erpressung mit der Alternative "kürzerer Tunnel". Wie weit es her ist, mit der viel beschworenen Bürgernähe, und wer im Kirchheimer Rathaus die richtige Lobby hat, zeigt hier wieder einmal das Motto unserer Stadtoberen: "City First" oder andersherum: der Bürger zuletzt.

Peter Schulz

Ötlingen, Waldstraße

Die Redaktion nimmt eine sachliche Leserzuschrift, die sich auf eine Veröffentlichung in unserer Zeitung bezieht, gerne entgegen. Sie übernimmt dafür aber nur die presserechtliche Verantwortung und behält sich in jedem Fall Kürzungen vor. Leider können handschriftliche Manuskripte nicht berücksichtigt werden. Anonyme Briefe werden nicht veröffentlicht.