Lokales

Was ist das für eine Taufe? Zum Artikel ...

Was ist das für eine Taufe?

Anzeige

Zum Artikel "Taufe bei den Baptisten", im Teckboten vom 27. Juli:

Was ist das für eine Taufe, die ihr dort praktiziert? Diese Frage stellte ich mir auch, als ich den Taufbericht las. Als evangelischer Christ freue ich mich natürlich, wenn möglichst viele Menschen den Tauf- und Missionsbefehl Jesu, wie er am Ende des Matthäusevangeliums aufgeschrieben ist, praktizieren. Dennoch habe ich dazu einige Fragen:

Ich bin auf Grund des Lesens von Markus 16,16 der Meinung, dass es nicht um eine Rangfolge, also erstens Glaube und zweitens Taufe geht, sondern eher wie bei einer Münze, beide Seiten müssen zusammenkommen, nur dann ist die "Münze" gültig.

Gerne möchte ich die Täuflinge, die im Alter von 15 bis 75 Jahren getauft worden sind, fragen: Sind Sie als Kinder auch schon getauft worden? Wenn Ja, dann wäre dies doch eine Wiedertaufe. Dann verstehe ich wirklich nicht, was da für eine Taufe praktiziert wird. Wenn schon biblisch argumentiert wird, dann möchte ich zurückfragen: Wird da nicht etwas verwechselt? Es geht doch nicht um mein Tun. In der heiligen Taufe handelt doch der Dreieinige Gott an mir und sagt Ja zu mir, auch wenn ich noch nichts sagen kann. Gerade darin kommt doch die Gnade Gottes zum Ausdruck.

Karlheinz Graf

Oberlenningen, Marktstraße

Jugendbegleiter anGanztagesschulen

Ehrenamtliche Arbeit ist wichtig und kann nicht hoch genug geschätzt werden. Ohne ehrenamtliche Mitarbeiter könnten zahlreiche Einrichtungen im sozialen, musisch-kulturellen und sportlichen Bereich ihre Angebote nicht mehr im bisherigen Umfang machen. Dies gilt auch heute schon für viele Schulen im Kreis. Aus einem relativ kleinen landesweiten Geldtopf von rund 2,2 Millionen Euro kaufen unsere Schulen wertvolle ehrenamtliche Mitarbeit im pädagogischen, musisch-kulturellen und im sportlichen Bereich in Gestalt des so genannten "Lehrbeauftragtenprogramms" ein. Honoriert wird diese ehrenamtliche Arbeit mit einem Anerkennungshonorar von sieben Euro pro Unterrichtsstunde.

Wenn Ministerpräsident Oettinger nun durch sogenannte "Jugendbegleiter" zusätzliche ehrenamtliche Personalressourcen für die Arbeit an Ganztagesschulen gewinnen möchte, richten sich seine Finanzierungsvorstellungen hoffentlich nicht auf den Finanztopf für das "Lehrbeauftragtenprogramm". Dieser reicht nämlich schon bisher nicht aus, um die Nachfrage der Schulen zu decken. Dieses Geld darf nicht zu Lasten der zusätzlich notwendigen Mittel für die "Jugendbegleiter" umgeschichtet oder gekürzt werden. Das "Lehrbeauftragtenprogramm" müsste vielmehr erhöht werden. Schulische Ganztagesangebote sind neben den Ehrenamtlichen dringend auf eine ausreichende Zahl gut qualifizierter hauptamtlicher Fachkräfte angewiesen, die verlässlich und konstant zur Verfügung stehen.

Viele Ehrenamtliche bringen gute Arbeit ein. Dennoch üben sie ihre Tätigkeit freiwillig aus und können diese zu jeder Zeit in der Regel ohne Kündigungsfristen beenden. Auf diese Personalbasis kann keine verlässliche Ganztagesschule aufgebaut werden. Fazit: Wenn die Idee des "Jugendbegleiters" lediglich ein Sparmanöver sein sollte, dann erweist der Ministerpräsident der Qualität der Ganztagesschulentwicklung damit keinen guten Dienst. Dringend notwendig wäre eine durchdachte und solide finanzierte Rahmenplanung zum Ausbau der Ganztagesschulen in Baden-Württemberg.

Hans Dörr

Kreisvorsitzender Gewerkschaft

Erziehung und Wissenschaft

Notzingen, Mozartstraße

Die "kleine" Teckbahnund ihre düstere Zukunft

Zum Artikel "Die Grünen sehen die S1 auf sicherem Gleis", im Teckboten vom 25. Juli:

Stimmt auffallend, die S1 steht in der Tat auf sicherem Gleis, und das schon bereits seit über 20 Jahren! Nämlich ab dem Nahverkehr-Sammelknoten Plochingen, wo die Regionalbahnen aus Göppingen, Nürtingen/Neuffen/Urach und Kirchheim Oberlenningen eintreffen. Wo übrigens längst nicht alle Fahrgäste in die S-Bahn umsteigen, sondern eben die meisten insbesondere außerhalb des Berufsverkehrs lieber mit dem bequemeren und schnelleren RegionalExpress ihr Ziel ansteuern. Auffallend oft und geradezu beschwichtigend ist ja im Kontext S-Bahnverlängerung immer wieder von einer so genannten Modernisierung der inzwischen "kleinen Teckbahn" die Rede heute ist sie klein, morgen ist sie weg!

Wenn die Verantwortlichen unter Modernisieren den vermehrten Einsatz von Straßenbussen verstehen, und dieser Eindruck drängt sich auf, sollten sich die Leutchen einmal ein Bild vor Ort von dem maroden zustand unserer Teckbahn machen: morsche Holzschwellen und belastungsmüde Schienen mit dem Einbaudatum 1950 (!), ein durch Wildwuchs geschwächtes Schotterbett, Senken und teilweise völlig freiliegende Schwellen, demolierte Signalschilder und Fernmeldeeinrichtungen und und und!

Die Zahl gefährlicher Schienenbrüche hat in den letzten Jahren erschreckend zugenommen! Wer es mit der Modernisierung der Teckbahn wirklich ernst meint, darf diese Fakten und eine unabdingbare Generalsanierung nicht totschweigen. Und eines ist ja wohl ganz klar, wenn erst einmal die äußerst kostspielige S-Bahn bis Kirchheim rollt, wird kein müder Cent mehr für den Erhalt und Unterhalt der Schienenkilometer von Dettingen bis Oberlenningen zur Verfügung stehen.

Axel Sigel

Dettingen, Eisenbahnstraße