Lokales

"Was ist, wenn ich einmal Hilfe brauche?"

Der "Fröhliche Feierabend Owen" hatte alle Senioren und Seniorinnen sowie auch Jüngere zu einem Informationsnachmittag über Hilfsangebote ins katholische Gemeindezentrum Sankt Peter eingeladen. Es kamen über 90 interessierte Besucher.

OWEN Charlotte Leuze führte mit Fragen in die Problematik ein: "Was ist, wenn ich einmal Hilfe brauche? Wie steht es mit den Nachbarn? Können Kinder oder Enkel Aufgaben übernehmen?" Jeder möchte möglichst lange selbstständig bleiben. Trotzdem stelle sich ganz allgemein die Frage: "Woher bekommt man Hilfe, und wer bezahlt?"

Anzeige

Pfarrer Ekkehard Graf stellte den Besuchsdienst der evangelischen Kirche vor. Er betonte vorab, dass im dritten Lebensabschnitt das "Jetzt" wichtig sei. Man solle nichts verschieben: "Wer weiß, was morgen ist." Im Einzelnen gibt es für verschiedene Lebensabschnitte einen Besuchsdienst. Zum 70. Geburtstag kommt der Pfarrer persönlich zu einem Gespräch, ab 71 Jahren kommt jemand von den 15 ehrenamtlichen Mitarbeitern des Besuchsdiensts. Es gibt aber auch Besuche zum 40., 50. oder 60. Geburtstag, sogar zum 18. Darüber hinaus gibt es einen Besuchsdienst für Neuzugezogene. Auch wenn Kirchenaustritte gemeldet werden, wird ein Besuch gemacht.

Einmal im Jahr kommt eine Gruppe in der Adventszeit zu Menschen, die nicht mehr aus dem Haus können. Für sie gibt es auch die Möglichkeit, eine Kassette mit einem Gottesdienstmitschnitt zu bekommen. Außerdem betonte Pfarrer Graf, dass er nicht in alle Häuser Einblick habe, weshalb er darum bat, ihm mitzuteilen, wenn irgendwo ein Besuch erwünscht sei. Auch ein Abendmahl oder ein kleiner Gottesdienst am Krankenbett seien möglich.

Als Vertreterin der katholischen Kirche berichtete Maria Lehnart, dass es in der katholischen Kirche bis jetzt nur einen Geburtstagsbesuchsdienst gebe. Geplant sei ein Krankenbesuchs- und -kommunionsdienst.

Außer diesen Besuchsdiensten gibt es auch noch Angebote des Krankenpflegevereins. Ingrid Scheer und Monika Schmid berichteten von ihren Aufgaben: Sie besuchen hilfsbedürftige Menschen, machen mit ihnen Spaziergänge, schieben sie bei Bedarf im Rollstuhl, erledigen kleine Botengänge oder betreuen auch einmal für eine begrenzte Zeit eine pflegebedürftige Person. Wichtig sei, dass man einfach auch zuhören könne. Diese Angebote sind alle kostenlos.

Als nächstes berichtete Emma Menz vom Hospizdienst, der eine Betreuung von Schwerstkranken und Sterbenden anbietet. Auch dieser Dienst wird von Ehrenamtlichen versehen, die natürlich, wie die Mitarbeiter aller anderen Dienste, der Schweigepflicht unterliegen.

Nach einer Pause stellte Stadtrat Günther Diez das Bürgerschaftliche Engagement Owen kurz BEO vor. Kontaktstelle ist das Rathaus. Er und seine Mitstreiter wollen nicht das Rad neu erfinden, aber er wies darauf hin, dass in früheren Zeiten gegenseitige Hilfe selbstverständlich und leichter möglich war, weil die Menschen weniger mobil und weniger individuell gelebt haben. So will BEO das Gefühl für gegenseitige Verantwortung wieder beleben. Derzeit arbeiten 18 Owener Bürgerinnen und Bürger zwischen 16 und 70 Jahren ehrenamtlich mit.

Einige solcher Hilfen sind: Beratung in Notfällen, Einkaufshilfe, Fahrdienst, Hilfe am PC und noch vieles mehr. Ansprechpartner aus der Teamleitung sind Günther Diez, Andrea Kammerer und Heidelinde Roth. Es gibt auch einen Flyer, der bald in jedes Haus kommt, in dem alle Namen und Telefonnummern zu finden sind. BEO will keine Konkurrenz zu anderen Hilfsdiensten oder zu örtlichen Handwerkern sein. Die Angebote sind ebenfalls kostenlos.

Zu guter Letzt stellten Christine Nowak und Anja Schulze die Dienste der Diakoniestation vor: Sie reichen von der Grundpflege über die Behandlungspflege und die hauswirtschaftliche Versorgung bis hin zur Familienpflege. Diese Angebote sind nicht kostenlos, können aber je nach Sachlage möglicherweise über die Krankenkasse oder auch über die Pflegeversicherung abgerechnet werden.

df