Lokales

"Was nützt es, wenn . . ."

Eine Überlegung, eine Frage, die wir uns immer wieder bei kleineren, unbedeutenden Anlässen, aber wohl auch in größeren, grundsätzlicheren Angelegenheiten stellen.

Dem, der so fragt, darf man ja nicht von vorneherein unterstellen, dass es ihm allein um Nützlichkeits-Denken und Erfolgs-Streben zu tun sei. Zielen solche Fragen nicht auf den Sinn der Bemühungen, auf den Wert des Angestrebten, auf die Kosten des Einsatzes? Es ist gewiss angemessen, diesen Fragen nicht aus dem Weg zu gehen.

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Im Sonntags-Evangelium (Mt. 16, 26) stellt Jesus die kritische Frage: "Was nützt es dem Menschen, wenn er die ganze Welt gewinnt, dabei aber sein Leben einbüßt? Um welchen Preis kann ein Mensch sein Leben zurückkaufen?"

In Urlaubstagen mag uns vielleicht eher als sonst bewusst werden, wie sehr wir in unserem Leben vielem nachsetzen und nachjagen; was uns fast pausenlos beschäftigt und umtreibt; was wir uns oft unter Aufbietung aller Kräfte gewinnen wollen. Der Mensch möchte sich die Welt gewinnen. Das ist sein uralter Drang. Was kann er dafür alles hergeben und aufs Spiel setzen! Welchen Preis kann er dafür zahlen!

Jesus, der Verlust und Gewinn anders sieht und beurteilt (Mt. 16, 25), weist auf die Kostbarkeit und Einmaligkeit unseres Lebens. Wie leicht können wir da zu Schaden kommen, kann uns entschwinden und verloren gehen, was unwiederbringlich ist. Und was kann Gegenwert für dieses unser Leben sein und es aufwiegen? Jesus weiß sich gekommen uns zu bezeugen, dass unser Leben von hohem Wert ist; dass wir bei seinem Vater mehr gelten als viele Spatzen (Lk. 12, 7) und dass er uns "Leben in Fülle" (Joh. 10, 10) schenken kann.

Walter Thaler

Pfarrer i. R., Kirchheim