Lokales

Wasser wird in Neidlingen immer kostbarer

Die Bilanz und der Jahresabschluss 2005 der Wasserversorgung, den Stadtkämmerer Philipp in der jüngsten Gemeinderatssitzung präsentierte, brachte keine guten Ergebnisse. Erneut ist ein schmerzlicher Verlust von 28 600 Euro zu verzeichnen.

RENATE SCHATTEL

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NEIDLINGEN Rat und Verwaltung beschlossen nun nach intensiven Beratungen und Aussprachen, die Abwassersatzung zu ändern, um den Eigenbetrieb Wasserversorgung aus der Verschuldung zu bringen. So wird erneut der Wasserzins angehoben. Ab dem 1. Januar 2007 kostet der Kubikmeter Wasser 2,30 Euro, bisher 2,05 Euro. Die Erhebung des Wasserzinses erfolgt sodann in vier Vorauszahlungsraten, jeweils zum 1. März, 1. Juni, 1. September und 1. Dezember eines Jahres. Die Messgebühr wird an die tatsächlichen Kosten angepasst. Sie wird gestaffelt und beträgt zwischen 1,25 bis 2,13 Euro. Zudem wurde ein Darlehen in Höhe von 42 000 Euro für den Eigenbetrieb Wasserversorgung aufgenommen.

Auch die Abwassersatzung wurde geändert, allerdings nicht für die Gebühren. Doch auch die Abwassergebühren werden ab 2007 in vier Vorauszahlungsraten, wie die Wasserzinsen, erhoben.

Stadtkämmerer Philipp äußerte sein Bedauern über die neuen Verluste und stellte die Situation detailliert dar. Entsprechend dem Durchschnitt der zurückliegenden Jahre ist in der Planung von einem Wasserverkauf von 80 000 Kubikmeter ausgegangen worden. Leider ging der Wasserverkauf zurück auf 72 900 Kubikmeter im Jahr 2005. Somit fehlten Erträge von 14 600 Euro. Auch die Aufwendungen waren durchweg höher als der angenommene Wert. Erfreulich ist, so Philipp, dass die Wasserverluste stabil geblieben sind und nicht auch noch höhere Kosten beim Wasserbezug verursacht haben.

Insgesamt summieren sich die über dem Plan liegenden Aufwendungen auf 26 600 Euro. Durch die Einnahmeausfälle und die beschriebenen Mehrkosten war das Gesamtergebnis des Betriebes um rund 40 000 Euro schlechter als die Planwerte und statt des erhofften Gewinns von knapp 11 000 Euro entstand ein Verlust von knapp 30 000 Euro.

Mit dem Gewinn hätte eigentlich ein Teil der Vorjahresverluste abgedeckt werden sollen. Das war nicht möglich. Vielmehr ist den aus den letzten drei Jahren vorgetragenen Verlusten von knapp 90 000 Euro nun der neue Verlust 2005 hinzuzurechnen. Neu vorzutragen und in den kommenden Jahren abzudecken sind jetzt Verluste von rund 120 000 Euro. Investitionen waren 2005 Mangelware. 42 000 Euro werden dieses Jahr aus einer Kreditaufnahme nachfinanziert. Der Schuldenstand des Betriebs reduzierte sich um die Tilgung auf rund 830 000 Euro, das sind noch 436 Euro je Einwohner.

In intensiven Vorberatungen im Verwaltungs- und Finanzausschuss sowie im Gemeinderat hatten es sich die Mitglieder des Gremiums und die Gemeindeverwaltung nicht leicht gemacht, Entschlüsse zu fassen, um die desolate Haushaltslage des Eigenbetriebs Wasserversorgung zu verbessern, ohne die Einwohner vor den Kopf zu stoßen. Einstimmig wurde dem Vorschlag der Verwaltung nachgegeben, die Erhebung des Wasserzinses und der Abwassergebühren nunmehr viermal im Jahr durchzuführen. Dadurch werden Überbrückungskredite gespart und der Buchungsaufwand praktikabler gestaltet.

Nach langem Ringen einigte sich das Gremium darauf, den Wasserzins auf 2,30 Euro pro Kubikmeter Wasser anzuheben und dann jährlich erneut zu verhandeln, um ihn an die Umstände anzupassen. Einig waren sich alle, die Messgebühr an die tatsächlichen Kosten anzupassen und zu staffeln. Sie beträgt zwischen 1,25 und 2,13 Euro. Die Wasserzinse stehen und fallen mit dem Wasserverkauf, machte Wolfgang Heilemann (WUB) deutlich. Je weniger Wasser verkauft werde, desto teurer werde es. Je teurer aber das Wasser, desto sparsamer gingen die Verbrauer damit um und kauften weniger. Ein Kreislauf, der unabsehbar ist und, so die Gemeinderäte, jährlich neu überprüft werden müsse. Wie lange der Kubikmeter Wasser 2,30 Euro kosten wird, hängt in hohem Maße vom Verbrauch ab, absehbar ist aber eine weitere Erhöhung in den kommenden Jahren.