Lokales

Weber-Mosdorf wechselt von Berlin nach Genf

Hochdorf ist für Susanne Weber-Mosdorf immer noch "meine Heimat". Aber seit Jahren bewegt sie sich vorwiegend auf Berliner Parkett, mal in der Privatwirtschaft, zuletzt im Gesundheitsministerium. Mitte Januar wird die ehemalige Kirchheimer Bürgermeisterin zur Weltgesundheitsbehörde (WHO) in Genf wechseln.

ROLAND KURZ

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HOCHDORF Die 52-Jährige wird bei der WHO eine von zehn stellvertretenden Direktoren. Anfang 2003 wurde Weber-Mosdorf von Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmid geholt, um die internationale Abteilung des Ministeriums aufzubauen. Ihre Aufgabe war vor allem, die Gesundheitspolitik mit der Europäischen Union abzustimmen. Nun darf Weber-Mosdorf ihren Radius auf die ganze Welt erweitern. Sie bleibe weiterhin Bundesbeamtin, sagte sie, werde aber für die Aufgabe bei der WHO beurlaubt.

Deutschland sei in internationalen Organisationen immer noch relativ schlecht vertreten. Mit ihrer Erfahrung soll Weber-Mosdorf nun die deutsche Kontaktfrau in der Organisation werden, in die 192 Staaten eingebunden sind. Vier Bereiche fallen in ihr Resort: Umwelt und Gesundheit, Verhandlungen mit der Welthandelsorganisation (WTO), Lebensmittel-Sicherheit sowie die Regionen Europäische Union und Afrika. Weber-Mosdorf will vor allem die Kooperation von WHO und Europäische Union im Auge behalten, nicht zuletzt vor dem Hintergrund, dass Deutschland 2007 die EU-Präsidentschaft übernimmt.

"Ich habe nun alle Gesteinsschichten der deutschen Verwaltung durch", kommentiert Weber-Mosdorf ihre bisherige Karriere, nun sei sie auf der internationalen Ebene gelandet. Von 1988 bis 1992 war die Ex-Ehefrau des Ex-Bundestagsabgeordneten Siegmar Mosdorf (SPD) Finanz- und Kulturbürgermeisterin in Kirchheim. Während der Großen Koalition in Baden-Württemberg war sie Amtsleiterin im Ministerium für Kunst und Familie. "Die erste Amtschefin überhaupt", erinnert sie sich.

Nach dem Regierungswechsel ging sie 1996 als Geschäftsführerin zur Berliner Unternehmensberatung Prognos. 2001 wechselte sie zur Bausparkasse Schwäbisch Hall und war dort für die Unternehmensentwicklung zuständig.

Zeitweise hatte Weber-Mosdorf noch einen Lehrauftrag an der Universität Karlsruhe und sie unterrichtete Europäisches Recht an der Hochschule für Verwaltung in Kehl. Diese Lehrtätigkeit wird sie nun aufgeben.

Ehrenamtlich ist sie im Ländle noch in mehreren Organisationen tätig, so in der Birgit-Keil-Tanzstiftung, im Schiller-Nationalmuseum in Marbach und in der deutsch-französischen Gesellschaft. In der Hochdorfer Bürgerstiftung, die sie gemeinsam mit ihrem damaligen Mann ins Leben gerufen hat, bleibt sie weiterhin aktiv. Hochdorf behalte sie weiterhin als Erstwohnsitz. Sie mache hier in den Ferien, an Feiertagen und manchen Wochenenden Zwischenstation, um Familie und Freunde zu treffen.