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Weder bürger- nochumweltfreundlich

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Zum Artikel "Kirchheimer Gemeinderat stimmt den Leitlinien des Gewerbeflächenkonzepts zu Vorhaltestrategie für die nächsten 15 Jahre", im Teckboten vom 10. Februar:

Es ist schon erschreckend, wie faktisch "mit einer Handbewegung" aus dem letzten weitläufigen Gelände Ötlingens ein Gewerbegebiet werden soll. Schaut man sich den versifften Kruichling an, kann einem jetzt schon schlecht werden.

Wenn der Planungsamtleiter im Hägele "keine landschaftlich wertvolle Situation" sieht, dann kann er einem schon leid tun. Warum wohl sieht man dort am Wochenende so viele Spaziergänger? Was ist mit den Obstbäumen, Hecken und den Kleinlebewesen? Wo gibt es noch solche zusammenhängenden Landwirtschaftsflächen? Will man die etwa per Enteignung in die Hände bekommen? Platzprobleme für interessierte Investoren hat die Stadt nach bisherigen Erfahrungen ganz bestimmt noch lange nicht, bringt sie es doch nicht einmal fertig, für vorhandene Flächen Interessenten zu finden.

Würde man sich nicht jedesmal auswärtige Gutachter als "Entscheidungshilfe" oder besser Alibi kaufen, sondern solche, die hier ihre Wurzeln haben, dann wäre bestimmt manche Entscheidung bürger- und umweltfreundlicher.

Peter Schulz

Ötlingen, Waldstraße

Von Schweinen undRindviechern

Zum Leserbrief "Mistbarriere auf der Langlaufloipe", im Teckboten vom 7. Februar:

Nach Angaben von Herrn Schmauder roch es von weitem schon nach Schweinemist. Seine offensichtlich allzu empfindliche Nase hat ihn getäuscht, denn es handelt sich um reinsten Rindermist. Die Verwechslung möge man ihm nachsehen. Für Personen, die nur an den Lebensmittelregalen im Supermarkt, sicherlich unbewusst, den indirekten Kontakt und sonst nichts mit der Landwirtschaft zu tun haben, ist die Unterscheidung von all dem Mist zugegeben bestimmt nicht einfach.

Bei seinen Ausführungen stellt er fest, dass die "Autonummer" des Traktors bekannt sei. Der benutzte Schlepper ist doch tatsächlich zugelassen. Und um allen Spekulationen vorzubeugen, sei hier das amtliche Kennzeichen genannt: ES-K 8502.

Bereits vor dem ersten Schnee wurde von mir wie übrigens jedes Jahr ein ausreichend breiter Streifen entlag des Waldrandes vorab gedüngt und zwar genau dort, wo üblicherweise die Loipe verläuft, beziehungsweise entsprechend dem offiziellen Loipenplan. Warum die Spuren nun quer über das Grundstück, auch ohne Rücksicht auf Feldwegtrassen, angelegt wurden, kann ich nicht beurteilen. Sicher ist jedoch, dass ich mir diese Mühe künftig nicht mehr machen werde.

Falls Sie noch irgendwelche Fragen an mich haben, können Sie sich auch gerne direkt ohne Beteiligung der Presse an mich wenden, aber erst später, wenn der Schnee getaut ist. Dann können Sie nebenbei gleich mithelfen, den Mist aufzuräumen, damit euer Schopflocher Albdorf sauber bleibt. Nein, nicht den Mist, den ich ausgebracht habe, der wird dringend gebraucht, sondern den Mist, der in den Wintermonaten "liegeng eblieben" ist. Den können Sie überall finden, auch entlang der verflossenen Loipen.

Dieser Mist, ich möchte ihn einmal als "Naherholungsgebietsabfall" bezeichnen, stammt nicht von Rindviechern und Schweinen oder doch?

Dieter Kächele

Schopfloch, Raiffeisenstraße

Eine Schere im Kopfdarf es nicht geben

Viele Kommentare in letzter Zeit irritieren mich wegen der unsauberen Schlussfolgerung. Rücksichtnahmen, Pietät, das Verbot der Volksverhetzung usw., das alles sind in den europäischen Ländern mehr oder minder gut geschützte Rechtsgüter. Das Recht auf Meinungsfreiheit, die Pressefreiheit finden ihre Grenzen bei der persönlichen Beleidigung und der Aufstachelung zum Rassenhass. In solchen Fällen steht Betroffenen der Rechtsweg offen. Alle Kommentatoren, die in der Weise argumentieren, Pressefreiheit ja, aber man hätte nicht religiöse Gefühle beleidigen dürfen, irren in genau dem Punkt, dass sie so tun, als gäbe es diese Rechtsmittel nicht. In dem Rahmen, in dem in den europäischen Ländern die Presse- und Meinungsfreiheit gilt, darf sie dann eben deshalb nicht noch mehr eingeschränkt werden. Es geht aber noch weiter, wenn es um die mögliche "Beleidigung" von Menschen im Ausland geht.

Man kann nur dem Gesetz des eigenen Landes verpflichtet sein, nicht dem anderer. Deshalb ist jede Entschuldigung ans Ausland falsch. Wir dürfen nicht um Entschuldigung bitten, denn das wäre eine Missachtung unseres eigenen Rechtssystems. Vielmehr ist uns durch die Beschädigung von Botschaften und Vertretungen und durch Bedrohung, Erpressung, Mordaufrufe und Boykotte Schaden entstanden, und das islamische Ausland steht in der Pflicht, bei uns um Entschuldigung zu bitten. Sie werden es natürlich nicht tun, aber das sind die wahren Rollen, was leider Politiker, Redakteure und Kommentatoren nicht verstehen. Viele Kommentatoren argumentieren zurzeit in völliger Missachtung unseres Rechtssystems. Den Kommentatoren muss ins Stammbuch geschrieben werden, dass es eine Pflicht auf Rücksichtsnahme für Journalisten oder Karikaturisten über den bestehenden Rechtsrahmen hinaus nicht geben darf, ohne dass die Grundrechte, die Grundlage unserer Verfassung, in Gefahr gerieten.

Es darf keine Schere im Kopf geben, die ist ein Merkmal der Unterdrückungssysteme, nicht der freiheitlichen Demokratie.

Thomas Klein

Kirchheim, Schimmingweg

Deutschpflichtauf den Schulhöfen?

Die Integrationsbeauftragte der Bundesregierung, Maria Böhmer, stößt eine wichtige Diskussion an: Wie nutzen wir inner- und außerhalb der Schule alle Möglichkeiten, damit Kinder aus Migrantenfamilien ihre häufig unzureichenden Deutschkenntnisse verbessern? Wie verhindern wir die sprachliche Abkapselung der häufig mehr als 20 unterschiedlichen Nationen vor allem an den Grund- und Hauptschulen und wie fördern wir deren sprachlich-soziale Integration? Welche sprachlich-sozialen Lernchancen bleiben ungenutzt, wenn sich in den 15 oder 20 Minuten der täglichen großen Pause die türkischen Schüler regelmäßig und vorwiegend türkisch untereinander unterhalten die russischen Schüler russisch, die italienischen Schüler italienisch? Schüler knüpfen und pflegen in der Schule wichtige soziale Kontakte, die in den Freizeitbereich hineinreichen.

Wenn dies dadurch verhindert oder beeinträchtigt wird, dass sich in den unterrichtsfreien Räumen (und das sind vorwiegend die Pausen) sprachliche Ghetto-Situationen bilden: Wie sollen dann Freundschaften über die nationalen Sprachgrenzen hinweg entstehen? In dieser sicherlich nicht einfachen Diskussion gibt es keinen Königsweg. Verbote werfen natürlich sofort die Frage nach der Kontrolle und der Sanktionierung auf. Gebote und Appelle in der Vergangenheit schon vielfach praktiziert müssen damit rechnen, völlig unverbindlich und damit wirkungslos zu bleiben. Wie immer sich die einzelne Schule entscheidet: Wichtig ist, dass zum Beispiel in der Schulkonferenz oder bei anderen Gelegenheiten eine sachlich-ernsthafte Auseinandersetzung zwischen Lehrkräften, Eltern und Schülern zu dieser Frage stattfindet (siehe PISA!) und jede Polemik unterbleibt.

Es geht weder um Überregulierung noch um die Einschränkung von Persönlichkeitsrechten Es geht darum, die sprachlich-soziale Distanz zwischen Kindern und Jugendlichen unterschiedlicher Nationalität und Sprache zu verringern.

Hans Dörr, Kreisvorsitzender der

Gewerkschaft Erziehung und

Wissenschaft (GEW)

Esslingen-Nürtingen

Notzingen, Müllerweg