Lokales

Weg in den Westen

Im 19. Jahrhundert reisten hunderttausende von Siedlern an die Westküste der USA, um einen Neubeginn zu wagen. Sie alle folgten dem so genannten "Oregon Trail". Eine Abkürzung der Route führte durch Marsh Valley.

Im Mai 1843 machten sich erstmals nicht nur Einzelreisende, sondern rund 250 Männer, 150 Frauen und 600 Kinder von Independence beim heutigen Kansas City aus auf den Weg nach Oregon. Letzteres bestand aus den heutigen Staaten Oregon, Washington und Idaho sowie Teilen Montanas und Wyomings. Sie wagten den fast 3500 Kilometer langen, gefährlichen Weg in den Westen, obwohl abzusehen war, dass viele den Strapazen nicht gewachsen sein würden. Allzu verlockend war das gelobte Land im Westen, wo "Milch und Honig flossen und selbst die Zaunpfosten Knospen trieben und Früchte trugen", wie ein Zeitgenosse beschrieb.

Viele der Pioniere mussten jedoch all ihr Hab und Gut verkaufen oder sich verschulden, um einen Planwagen zu kaufen. Nach sechs entbehrungsreichen und für viele der Siedler Tod bringenden Monaten kamen sie in Oregon City am Williamettefall an. In den folgenden 26 Jahren sollten weitere 500 000 Menschen mit rund 75 000 Planwagen folgen. Schätzungsweise 25 000 starben durch die extremen Wetterbedingungen, Krankheiten oder Indianerüberfälle. Die Fertigstellung der Eisenbahnstrecke im Jahr 1869 bedeutete das Ende der Wagenkolonnen.

Noch heute findet man auf der Strecke des Oregon Trails rinnenartige Vertiefungen, die die eisenbeschichteten Räder der Planwagen im Boden hinterließen. Diese Spuren zeugen vom Geist der Erneuerung und des Abenteuers, der Kern des nationalen Erbes der Amerikaner ist. Auf der Suche nach Abkürzungen wichen manche Siedler von der Hauptstrecke des Oregon Trails ab. Eine davon führte direkt durch Marsh Valley. Während ihres Aufenthaltes befuhr eine kleine Gruppe Kirchheimer diese Strecke. Informationstafeln klären über die verschiedenen Stationen und den geschichtlichen Hintergrund auf. Für die Schüler war es sehr interessant, die Spuren mit eigenen Augen zu sehen und so einen Teil der amerikanischen Geschichte zu erleben.

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