Lokales

Wege und Umwege

Sehr gut besucht war die von den Bewohnern des Klosterviertels initiierte Informationsveranstaltung zur künftigen Verkehrsanbindung der Tiefgarage Schweinemarkt. Im Gemeindezentrum Sankt Ulrich konnte Moderator Diefenbach neben besorgten Bürgern auch viele Mitglieder des Gemeinderats und natürlich Bürgermeister Riemer begrüßen, der informierte und Fragen beantwortete.

KIRCHHEIM Auslöser für den Informationsabend waren die jüngsten Diskussionen im Technischen Ausschuss des Gemeinderats über Möglichkeiten und Unmöglichkeiten im Zu- und Abfahrtsbereich der bald fertigen Tiefgarage. Eine von der Stadtverwaltung favorisierte Variante lautet: es gibt ein Linksabbiegeverbot in die Schlierbacher Straße in Richtung Ziegelwasen für Fahrzeuge (außer Bussen), die auf der Alleenstraße vom Finanzamt her kommen.

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Nach dem Bekanntwerden dieses Vorschlags wurden Befürchtungen nicht nur der "Klosterviertler" laut. Vermutet wurde, dass sich ein Großteil des Verkehrs sich verlagern und den Weg in Richtung Ziegelwasen zunächst über die auswärts führende Jesinger Straße und dann durch das Klosterviertel suchen würde. Die problemlose Erreichbarkeit beispielsweise der Lindachallee wäre darüber hinaus in Frage gestellt, denn der derzeitige Weg vom Finanzamt kommend über Alleenring, Schlierbacher Straße Lindachallee/Ziegelwasen wäre dann nicht mehr möglich.

Bürgermeister Riemer stellte zunächst mit Hilfe von Stadtplänen die Verkehrsituation und den zeitlichen Ablauf der Aktivitäten ausführlich und bildhaft vor. Er gab an, dass sich bei der Berechnung der Hauptverkehrsströme keine messbare Verkehrsverdrängung in Wohngebiete ergebe. Die anschließende über einstündige Diskussion wurde mit viel Herzblut und einigen emotionalen Beiträgen geführt, bewegte sich jedoch immer im sachlichen Rahmen.

Helmut Kapp, Fraktionsvorsitzender der CDU, unterbreitete der Versammlung seinen Vorschlag, an der Kreuzung "Schwarzer Adler" einen überfahrbaren "Mini-Kreisel" zu installieren. Bürgermeister Günther Riemer erläuterte darauf hin, dies sei vorstellbar, denn die dortigen Gegebenheiten unter anderem die Ein- und Ausfahrt der Tiefgarage würden einen Kreisel zulassen. Die bestehenden Bordsteine müssten hierfür nicht abgesenkt werden, was eine grundsätzlich unkomplizierte und sehr kostengünstige Situation darstellt. Als problematisch wurde dagegen eine ampelfreie Ausfahrt aus der Tiefgarage bewertet, da die Ausfahrenden keine Sicht auf den Kreisel hätten. Die Verwaltung würde derzeit überprüfen, ob die Verkehrsmengen einen Mini-Kreisel zulasse.

Stadtrat Andreas Schwarz von der Grünen Alternative zeigte sich verwundert, warum plötzlich ein Kreisel möglich sein soll, nachdem dies doch in den Jahren 2002 beziehungsweise 2004 in der Planungsphase vom Tiefbauamt abgelehnt wurde.

Stadtrat Albert Kahle (FDP/KiBü) brachte erneut seinen bereits bekannten Vorschlag zum Einbahnverkehr auf dem Alleenring vor. Wie es schlussendlich an der Kreuzung am "Schwarzen Adler" aussehen wird, ist nach Stadtrat Ralf Gerber von den Freien Wählern und selbst Anwohner des Klosterviertels zum gegenwärtigen Zeitpunkt nicht voraussehbar.

Die vielen Beiträge, Fragen, Einwürfe ließen dennoch sehr deutlich werden, dass das "Linksabbiegeverbot" für viele keine sinnvolle Lösung darstellt. Eine erhebliche Beeinträchtigung sehen auch die ansässig Gewerbetreibenden.

Bürgermeister Günter Riemer bedankte sich mit abschließenden Worten bei den "Klosterviertlern" für das Artikulieren ihrer Bedenken und die Initiative, das Gespräch zu suchen. Er versprach, zusammen mit dem Gemeinderat, eine für alle befriedigende Lösung zu finden. Dies solle auch das Ziel in den kommenden Sitzungen des Technischen Ausschusses am Dienstag, 7. März, und des Gesamtgremiums am Mittwoch, 15. März, sein, deren Ergebnis von allen mit Spannung erwartet wird.

Die Klosterviertler haben mit der von ihnen arrangierten Veranstaltung das anvisierte Ziel erreicht: sie wollten sich und andere ins Bild setzen, klar machen, dass ihr Slogan "Klosterviertel Lebensraum von 0 - 100" bedroht ist. Sie tauschen sich regelmäßig aus und werden sich intensiv mit dem auseinander setzen, was kommen könnte.

jd