Lokales

Wege zur Arbeit öffnen

Im Kreis leben knapp 29 000 schwerbehinderte Menschen. Viele von ihnen könnten normale Arbeitsplätze besetzen. Davon sind die vier Integrationsfachdienste überzeugt. Deshalb haben sie ihre Hilfe unter einem Dach in Plochingen gebündelt, um schlagkräftiger vermitteln, beraten und begleiten zu können.

HANS-JOACHIM HIRRLINGER

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PLOCHINGEN Das neue Kompetenzzentrum für Schwerbehinderte entspricht einer Forderung des Sozialgesetzbuches, weiß Berthold Deusch, der Leiter des Referats Integrationsfachdienste im Integrationsamt Karlsruhe. Dass diese Zentralisierung Erfolg verspricht, zeigten die Erfahrungen in Freiburg. Seit Jahren wird dieses Modell deshalb schrittweise landesweit umgesetzt.

Die vier kleinen Fachdienste im Landkreis Esslingen, die bisher in Esslingen, Kirchheim und Sielmingen arbeiteten, waren laut Deusch zu klein, um eine möglichst differenzierte Vermittlung und Beratung anbieten zu können. Dafür braucht man einfach Spezialwissen. Unter dem Dach des Kreisdiakonieverbandes arbeiten nun in Plochingen 14 Beschäftigte, die jedoch auch in den Außenstellen beraten.

Die Mitarbeiter seien hoch motiviert und engagiert, loben Deusch und der Leiter des Kreisdiakonieverbandes, Dieter Haussmann. Karin Essigke und Daniele Geiger sind ebenfalls mit ihrem Arbeitsplatz ins verkehrsgünstige Plochingen umgezogen. Geiger beschreibt ihre Aufgabe als Brücken bauen zwischen Arbeitgebern und schwerbehinderten Menschen. Dass das notwendig ist, zeigt die rückläufige Beschäftigungsquote Schwerbehinderter: Zwischen 1990 und 2000 sank sie laut Deusch von 4,9 auf 3,9 Prozent in Baden-Württemberg. Viele Firmen kaufen sich mit der Ausgleichsabgabe, die andererseits die Integrationshilfen finanziert, von ihrer Verpflichtung frei, 5 Prozent der Stellen mit Schwerbehinderten zu besetzen.

Die Arbeit der Integrationsfachdienste, auch in Zusammenarbeit mit der Arbeitsagentur, verspricht Erfolg: Deusch berichtet von einer überdurchschnittlich hohen Vermittlungsquote in Baden-Württemberg, die zunehmend auch psychisch behinderte Menschen erfasst. Esslingen müsse sich nicht verstecken. Von etwa 500 Klienten pro Jahr würden 20 bis 25 Prozent vermittelt.

Der Integrationsfachdienst sitzt in Plochingen, Bahnhofstraße 14, Telefon 0 71 53/5 58 88-0.

pm