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Wegwerf-Architektur Es ist schon ...

Wegwerf-Architektur

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Es ist schon beschämend, wie sich die Stadt Kirchheim aus der Verantwortung ihrer vom Staat und vom Steuerzahler finanzierten Immobilien davonschleichen will. Die Eduard-Mörike-Halle in Ötlingen soll unter den Hammer. Nach 40 Jahren ohne Instandhaltung, aber intensiver Nutzung, soll diese jetzt verscherbelt werden. Dies entspricht einer Halbwertszeit von 20 Jahren. Das Wahrzeichen von Stuttgart, der Fernsehturm, müsste dieses Jahr zum Abriss freigegeben werden. Die meisten privaten Immobilien müssten unter die Abrissbirne, denn nach 40 Jahren ist dies, nach Ansicht der Stadt und ihren Räten, der günstigste Weg, sich derer zu entledigen. Stellen Sie sich unser Kirchheim vor, es stünden nur noch Häuser a la LEG herum, mit dem Charme von Schuhschachteln, aber von unserer Stadt genehmigt, keine Villa, kein Altes Haus, kein Nägelestal, keine Bohnau, kein Paradiesle und auch eventuell kein altes Rathaus, als Augenweide. Welch ein Unterschied zwischen privater und öffentlicher Nutzung.

Ein Privatmann hat seine Immobilie durch Fleiß und Sparsamkeit erworben, er hat auf vieles verzichtet, hat renoviert, wenn es nötig war und seinen Besitz erhalten. Anders die Kommune, das Geld kommt ja vom Steuerzahler, es ist nicht das eigene und die Baukonjunktur muss ja angekurbelt werden, aber mit was? Es ist ja kein Geld mehr vorhanden, oder doch?

Rund 10,3 Millionen Euro stehen der Stadt für Pflichtaufgaben zur Verfügung. Hoffen wir, dass durch göttliche Eingaben die Räte zur Einsicht gelangen, dass der Stadtteil mit 20 Prozent der Bevölkerung auch den Pflichtteil des Etats zur Sanierung bekommen sollte. Darum Hände weg von neuen Projekten und neuen Millionengräbern, so lange nicht der Unterhalt des Bestehenden gewährleistet ist. Eigentum verpflichtet, nicht nur den Bürger.

Dietrich Sigel

Kirchheim, Stuttgarter Straße

Belegungszahleneinfach übersehen

Zum Artikel "Den Visionen müssen nun Beschlüsse folgen", im Teckboten vom 23. Februar:

Nach dem Bericht im Teckboten vom 23. Februar 2005 über die Klausurtagung des Gemeinderates muss man als Ötlinger Bürger die Gemeinderätinnen und -räte sowie unsere Oberbürgermeisterin fragen, ob sie die Belegungszahlen der Ötlinger Mehrzweckhalle und deren Zustand einfach übersehen haben. Beides müsste, außer sämtlichen Nutzern, eigentlich auch den Gemeinderätinnen und -räten und der Oberbürgermeisterin bekannt sein. Wir wollen Sie, die Sie auch von uns gewählte Vertreter der Stadt einschließlich unseres Teilorts mit über 6500 Einwohnern sind, eindringlich bitten, Ihre Entscheidung nochmals sorgfältig zu überdenken. Rolf und Magda Henzler Ötlingen, In der Warth

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