Lokales

Wehr demonstrierte handwerkliche Einsatzbereitschaft

Nach fast fünfjähriger Umbauphase wurde am Wochenende das neue Neidlinger Feuerwehrhaus seiner vollen Bestimmung übergeben. War schon im Jahre 2002 der Bauhof in das ehemalige Werkstattgebäude an der Ecke Weilheimer-/Gottlieb-Stoll-Straße gezogen, konnte die Feuerwehr zu Silvester 2003 nach umfassenden Umbauarbeiten das Erdgeschoss als neues Einsatzdomizil nutzen.

RENATE SCHATTEL

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NEIDLINGEN Nun wurde auch der Ausbau des Obergeschosses, in dem der Gemeinschaftsraum mit Küche, das Büro, der Jugendfeuerwehrraum und Sanitäranlagen untergebracht sind, beendet und das ganze Gebäude seinem Hausherren, der Gemeinde Neidlingen mit Bürgermeister Rolf Kammerlander, offiziell übergeben. Gleichzeitig durfte die Freiwillige Feuerwehr ein neues Fahrzeug in Empfang nehmen, einen achtsitzigen Mannschaftstransportwagen.

Nachdem die Gemeinde 2001 das Werkstattgebäude zur geeigneteren Unterbringung von Feuerwehr und Bauhof erworben hatte, arbeiteten die 32 Neidlinger Feuerwehrleute 2300 Stunden zusätzlich zum Ausbildungs- und Einsatzdienst am Umbau des Gebäudes mit. Die Neidlinger Architektin Petra Feller hatte die Bauleitung übernommen sowie Planung und Durchführung des Funktionsbaus betreut. Dass der Umbau des ehemaligen Werkstattgebäudes eine gelungene Gemeinschaftsaktion geworden ist, davon konnten sich die Besucher am Wochenende überzeugen.

In ihrer Begrüßung blickte die Diplomingenieurin und Bauleiterin Petra Feller zurück auf die Anfangsphase des Projektes. Schon 1999 planten Gemeinderat, Verwaltung und Feuerwehr die Unterbringung der Wehr in der alten Schule zu verbessern. Dann bot sich das Werkstattgebäude als Alternative zum Kauf an. "Wir sind davon ausgegangen, dass es ganz einfach umzunutzen wäre", erinnerte sich die Architektin. Dass ein so langer Weg vor ihnen liegen würde, damit hätte niemand gerechnet. Auflagen von den Genehmigungsbehörden trieben die Kosten in die Höhe und verzögerten die Fertigstellung. "Dennoch wurden die Baukosten annähernd eingehalten", informierte die Bauleiterin. Sie koordinierte Handwerker und ehrenamtlichen Helfer und brachte die teilweise "weit auseinanderdriftenden" Vorstellungen von Bauherren und Nutzern unter einen Hut, ohne den finanziellen Rahmen zu sprengen. Mit Stolz übergab sie dem Bauherrn, Bürgermeister Kammerlander als Vertreter der Gemeinde, den symbolischen Schlüssel. Als der Verwaltungschef 1998 sein Amt antrat, sei das Projekt Feuerwehr fast unerreichbar in weiter Ferne gelegen, erinnerte er sich in seiner Ansprache. Nun sei Wirklichkeit geworden, dass die Freiwillige Feuerwehr Neidlingen über eigene Räume verfüge, die eine adäquate Unterbringung ihrer Fahrzeuge und technischen Geräte, die Schulung und Gemeinschaftspflege für die Aktiven sowie die Jugendfeuerwehr ermöglichen. "Für die Gemeinde war dieses Projekt die drittgrößte Investition in den letzten acht Jahren. Die Kosten belaufen sich auf rund 650 000 Euro, zu deren Finanzierung wir aber immerhin rund 40 Prozent an staatlichen Zuschüssen bekommen haben", rechnete der Rathauschef vor. Der Verkauf des ehemaligen Bauhofs an der Wiesensteiger Straße habe ebenfalls ein gutes Stück zur Finanzierung beigetragen. Neben der Einweihung des neuen Gebäudes wurde auch ein neues Fahrzeug in Betrieb genommen. Für den vielseitig einsetzbaren Mannschaftstransportwagen bedankte sich Kammerlander bei dem größten Arbeitgeber der Gemeinde und Sponsor des Fahrzeugs, der Firma TTS Tooltechnic Systems und dessen Geschäftsführer Peter Maier. Feierlich übergab er dem Kommandanten der Freiwilligen Feuerwehr, Uwe Mutschler, die Schlüssel für das Gebäude und den MTW. Mutschler freute sich über die Annehmlichkeiten und Verbesserungen, die den Feuerwehrleuten bisher versagt geblieben waren, wie unter anderem ein Umkleideraum, ein praxisgerechter Funkraum, ein Aufwärmraum und die Absauganlage für Dieselabgase. Stellvertretend für den Landkreis brachte Kreisbrandmeister Bernhard Dittinger Grüße und die finanzielle Unterstützung von 104 870 Euro an Fördermitteln mit. Der Weilheimer Kommandant Norbert Wahl brachte im Auftrag der Wehren im Verwaltungsraum ebenfalls ein Geschenk mit. So hatte jeder Feuerwehrmann im Verwaltungsraum je einen Euro für die Ausbildung der Neidlinger Feuerwehrjugend gespendet. Über 200 Euro konnte Kommandant Mutschler freudig in Empfang nehmen. Stellvertretend für die Neidlinger Vereine brachte Dr. Wolfgang Jaschinski eine Luftaufnahme der Gemeinde mit. Der ehemalige Kommandant der Neidlinger Wehr, Walter Hepperle, der nächstes Jahr seine 50-jährige Zugehörigkeit feiern darf, blickte auf seine Anfangsjahre zurück, als die Feuerwehr noch mit Eselswagen in den Einsatz zog. Launig hatte der stellvertretende Kommandant Volker Schumann durchs Programm geführt, das mit einem Umtrunk in den ansprechenden neuen Gemeinschaftsräumen endete und am Sonntag mit einem Tag der offenen Tür gefeiert wurde.