Lokales

"Wehr hat ihre Aufgaben gut gemeistert"

Unter dem Motto "Bürger helfen Mitbürgern" wurde das vielfältige Wirken der Lenninger Floriansjünger bei der Jahreshauptversammlung der Lenninger Gesamtfeuerwehr in der Turn- und Festhalle Oberlenningen eindrucksvoll dargestellt.

RAINER STEPHAN

Anzeige

LENNINGEN Nach der Begrüßung zahlreicher Ehrengäste und befreundeter Partnerorganisationen durch den Kommandanten Günther Hummel gedachte die Versammlung des verstorbenen Kameraden Johann Futschek. Von einem erfreulichen Rückgang der Einsätze wusste der Kommandant in seinem umfangreichen Rückblick zu berichten. Waren es 2003 noch 44 Einsätze, so wurden im vergangenen Jahr die Feuerwehrmänner nur noch 28 Mal zu Hilfe gerufen. Derzeit habe die Wehr mit den Abteilungen Brucken, Gutenberg, Lenningen, Schlattstall und Schopfloch 122 Feuerwehrleute. Hierzu kommen noch 39 Mitglieder in der Altersabteilung. Als Höhepunkt des vergangenen Jahres bezeichnete Hummel das 125-jährige Bestehen der Feuerwehr Gutenberg.

Dass die technische Aus- und Weiterbildung sich auf einem hohen Niveau bewege, zeigten die vielen Absolventen des Grundlehrgangs sowie die rege Teilnahme an Maschinisten-, Truppführer- und Gruppenführerlehrgängen. Im Bezug auf die notwendige Ausstattung der Wehr legte Günther Hummel Wert auf die Feststellung, dass Feuerwehrleute nichts für sich selber einfordern. Seine Ausführungen schloss er mit dem Appell an Gemeinderat und Verwaltung: "Die Freiwillige Feuerwehr dient nicht dem Prestige, sondern dem Schutz der Lenninger Bürger".

Jugendfeuerwehrleiter Clemens Löw berichtete von den vielen Aktivitäten seiner vierzig Buben und elf Mädchen. Die Gruppe habe ein umfangreiches Programm und keine Nachwuchssorgen. Die Ausrichtung des Kreisjugendfeuerwehrtages in Schopfloch sei sowohl eine große Herausforderung als auch ein Vertrauensbeweis für die Jugendfeuerwehr Lenningen gewesen. In seinen Dank an alle Helfer schloss er die Beschäftigten des Bürgermeisteramts Lenningen mit ein.

Von vielen Aktivitäten der Altersabteilung konnte Hans Pauer berichten. Neben dem üblichen Übungsprogramm standen der Kameradschaftsabend, ein Ausflug an Rhein und Mosel sowie die Herbstwanderung auf dem Plan.

Pfarrer Fritz Braun aus Schopfloch, der als Fachberater für Seelsorge in der Wehr tätig ist, wies darauf hin, dass glücklicherweise in Lenningen kein Einsatz notwendig war. Im Einsatzgebiet des Altkreises Nürtingen seien jedoch 41 Einsätze zu verzeichnen gewesen, wobei ein tödlicher Unfall auf der A 8 mit dabei war. Ein Schwerpunkt der seelsorgerischen Betreuung liege in der Versorgung der Unfallopfer sowie der Überbringung der Todesnachricht.

Während die einstimmige Entlastung aller Funktionsträger durch Bürgermeister Schlecht schnell über die Bühne ging, gestaltete sich die Wahl des neuen stellvertretenden Kommandanten schwieriger. Da bei der geheimen Wahl mehr Wahlzettel als registrierte Wahlberechtigte vorlagen, wurde ein erneuter Wahlgang notwendig. Bei diesem wurde der einzige Bewerber, Abteilungskommandant Michael Eberle aus Lenningen, mit einem eindeutigen Vertrauensbeweis auf fünf Jahre als Nachfolger von Peter Allgaier gewählt.

Bürgermeister Schlecht dankte der Feuerwehr für die stetige Einsatzbereitschaft und hob das hohe Maß an Eigenleistungen und den pfleglichen Umgang mit Maschinen und Material hervor. Die beiden Feuerwehrfahrzeuge des Baujahrs 1981 legten hiervon Zeugnis ab. So lange die TÜV-Berichte nichts Gegenteiliges aussagen würden, hätten diese Fahrzeuge noch ihren Dienst zu tun. Wenn kein ordnungsgemäßer Betrieb mehr möglich sei, müsse man allerdings zusammensitzen, um Beschaffungen zu planen. Der Schultes sagte: "Mit zweitklassigem Material wird niemand in den Einsatz geschickt." Dass die Feuerwehr seit 2002 mit dem jährlichen Planansatz von rund 180 000 Euro für den laufenden Betrieb ausgekommen sei, bezeichnete er als erfreulich. Für ihn und den Gemeinderat stelle der Haushaltsansatz auch keine beliebige Finanzdispositionsmasse dar. Mit dem Wunsch, "Kommen sie gut und gesund von den Einsätzen in die Familien zurück", schloss er seine Ausführungen.

Erfreuliches wusste der stellvertretende Kreisbrandmeister Jürgen Burkhardt aus Nürtingen zu berichten, da im Bereich der Zuwendungen aus der Feuerschutzsteuer die Talsohle durchschritten wäre. Zukünftig müssten somit wieder mehr Mittel für Fahrzeugbeschaffungen zur Verfügung stehen. Sehr gut würde sich die Partnerschaft mit dem Flughafen Stuttgart bei Übungen am dortigen Brandübungscontainer gestalten. Zum Schluss wies er noch darauf hin, dass der Baubeginn für die neue Feuerwehrleitstelle in Esslingen noch im Jahr 2005 anstehe.

Für 25 Jahre aktiven Dienst in der Feuerwehr zeichnete der Bürgermeister Harald Röschl, Roland Bach und Rainer Hiller mit dem von Innenminister Heribert Rech verliehenen Ehrenzeichen in Silber aus. Eine besondere Ehrung erfuhr der langjährige Schopflocher Abteilungskommandant Peter Allgaier. Seine 15-jährige Tätigkeit als stellvertretender Kommandant der Gesamtwehr wurde lobend gewürdigt. Der Geehrte bedankte sich mit persönlichen Worten und hob hervor, dass sein Arbeitgeber ihn immer entgegenkommend bei seiner Feuerwehrtätigkeit begleitet habe. Peter Allgaier wies zur Freude der Anwesenden noch darauf hin, dass er weiterhin bei der Schopflocher Wehr als Gruppenführer tätig sein werde.

Mit der Beförderung von Günther Hummel zum Hauptbrandmeister, Michael Eberle zum Oberbrandmeister, sowie Bernd Attinger und Andreas Metzger zum Oberlöschmeister endete der Punkt Ehrungen.