Lokales

Weihnachten erledigt?

So, das war's also wieder mal für dieses Jahr mit dem Weihnachtsfest. Die Geschenke sind verteilt (vielleicht schon umgetauscht), der Braten verzehrt und die Verwandten besucht. In den Geschäften müssen die Christbaumkugeln den Paletten mit Silvesterraketen und Sektkartons weichen und im Radio kommt wieder "ganz normale" Musik. Es sieht also so aus, als ob die Menschen Weihnachten jetzt abgehakt hätten, um sich dem Nächsten zuzuwenden. Drei Tage "O du Fröhliche" und Familienidylle reicht ja im Grunde auch.

Und was ist mit dieser Geschichte vom Kind in der Krippe und von Gott, der aus Liebe zu den Menschen selbst Mensch wird und auf die Erde kommt? Können wir diese Sache jetzt auch abhaken und uns anderem zuwenden? Wer das tut, der hat die entscheidende Botschaft von Weihnachten nicht verstanden. Denn schließlich ist es die Geschichte einer Geburt. Jede Geburt ist eben erst der Anfang von etwas komplett Neuem. Auch die Geburt eines Babys in der Familie feiern wir, aber keiner würde auf den Gedanken kommen, damit sei die Sache erledigt. Jeder weiß: Jetzt geht es erst richtig los, jetzt beginnt es, das Leben. Das Wesentliche liegt noch in der Zukunft.

Anzeige

Genau so war es mit der Geburt Jesu: Damals in Bethlehem, da hat etwas begonnen, das bis heute andauert. Gott hat seinen Sohn zu uns Menschen auf die Erde geschickt, um in dieser Welt etwas Entscheidendes zu verändern. Aus dem Kind in der Krippe ist der Mann Jesus geworden, der uns Gottes Wort verkündigt hat, wie niemand anders vor oder nach ihm. Und auch wenn es manche so wollten, sein Leben konnte nicht am Kreuz beendet werden, er hat den Tod besiegt und ist auferstanden. Als Auferstandener will Jesus bis heute jedem einzelnen von uns begegnen und uns ein neues, besseres Leben schenken.

In dem Bibelvers, der als Jahreslosung über dem neuen Jahr 2008 steht, wird das in einer kurzen und prägnanten Aussage deutlich. Sie heißt einfach nur: "Ich lebe, und ihr sollt auch leben". (Johannes 14,19). Diesen Satz hat Jesus seinen Jüngern gesagt, bevor er ans Kreuz gegangen ist. Er wollte seine verunsicherten Freunde damit trösten und hat deutlich gemacht: "Ihr braucht keine Angst zu haben, ihr verliert mich nicht. Mein Leben kann nicht zerstört werden, und eures auch nicht, wenn ihr an mich glaubt."

Deshalb ist Weihnachten für uns Christen nie vorbei, denn wir wissen: Jesus lebt! Das kleine Kind aus der Krippe ist heute als Gottessohn unter uns. Er kennt jeden einzelnen von uns und will uns ein Leben schenken, das wirklich lebenswert und sinnvoll ist. Wenn wir uns also in den nächsten Tagen darüber Gedanken machen, was das neue Jahr 2008 wohl bringen wird, dann können wir Christen mit Gelassenheit, Zuversicht und Optimismus in die Zukunft blicken. Denn über dem neuen Jahr steht die Verheißung Jesu: "Ich lebe, und ihr sollt auch leben". Pastor Volker Seybold Evangelisch-methodistische Kirche