Lokales

Weihnachten steht vor der Tür

Weihnachten steht vor der Tür. Überall ist das schon wieder zu spüren. Lauter die Kassen nie klingeln als zu . . . Rund um die Uhr stehen Türen für den Einkauf von Geschenken auf, bis sie endlich schließen und die Ware Weihnacht zur wahren Weihnacht werden kann. Dann purzeln sie herein, die Geschenke. Die Pakete, die sagen Liebe, Freude, Frieden. Das ist für mich und das ist für Dich. Freust du Dich auch? Liebst Du mich noch? Frieden!

Wie heilig kann oder muss der Heiligabend eigentlich werden?

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Weihnachten steht vor der Tür? Ach lass doch die Tür zu, sagt eine Bekannte. Mir reicht es. Ich habe genug. Alles nur Verpackung. Wie sieht es denn innen aus? Ich kann nicht feiern, ich will nicht feiern. Das was ich wirklich brauche, kann mir niemand schenken.

Weihnachten steht vor der Tür kann reinkommen. Ich fliege in den Süden und mache Platz. Und wenn ich wiederkomme, ist er wieder raus, der Weihnachtsmann und alles ist beim Alten. Wie alt ist eigentlich der Weihnachtsmann? Der müsste doch besser wissen, dass es so nicht geht mit dem Frieden, der Liebe und der Freude.

Weihnachten steht vor der Tür. Soll noch warten. Hab noch keine Zeit. Ich bin beschäftigt. Liebe, Freude, Frieden ist ja alles gut, aber wo kommt das Geld für die Geschenke her. Dieses Jahr gibt es wieder kein Weihnachtsgeld. Wenn wir nicht die Iraker und die Öltümer in den Griff kriegen, dann wird die Energie noch teurer. Und wer gibt mir meine verbrauchte Energie zurück? Liebe kann man schenken, klar. Wer will geschenkte Liebe statt dreizehntes Monatsgehalt?

Weihnachten steht vor der Tür. Da kann man schon leicht konfus werden. Wie wäre es damit, jetzt erstmal noch im Advent bleiben. Eine Kerze anzünden. Zur Ruhe kommen. Die Gedanken ordnen. Das Gespräch suchen. In Erinnerungen wohnen. Zum Hörer greifen und zuhören. Das Dunkle bewusst ansehen. Im Dunkeln auf das Licht starren. Die Sehnsucht spüren. Die Langeweile ertragen, bis in dir die Idee aufbricht, was jetzt gut für dich wäre. Und wenn es so weit ist, aufstehen, die Tür öffnen für die Erfüllung deiner Wünsche. Denn Weihnachten steht wirklich vor der Tür. Frieden, Liebe, Freude all das will hereinkommen. Advent. Pfarrer Bernd Küster Evangelische Kreuzkirche, Kirchheim