Lokales

Weihnachtliche Weisen

Am Heiligen Abend musizierte der Posaunenchor des CVJM Owen in sämtlichen Straßen und Gassen der Stadt und erfreute die Bevölkerung mit weihnachtlichen Weisen und Liedern. Der Chor setzte damit die mittlerweile 60-jährige Tradition des Kurrendeblasens in Owen fort.

OWEN Bereits im Jahr 1945 damals abends ab 19 Uhr zogen Bläser durch das Herzogstädtchen, um die Weihnachtsbotschaft durch Lieder weiterzugeben.

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Von einer besonderen Begebenheit am damaligen Christfest berichtet der Chronist Fritz Nuffer: "Ein amerikanischer Jeep hielt auf der Adlerbrücke neben den Bläsern. Lichter, blitzende Instrumente, was sollte das? Der Soldat stieg aus und bat darum, das Lied ,Stillige Nacht, heilige Nacht' gespielt zu bekommen. Ein besonderes Erlebnis für das knappe Dutzend Bläser, wenngleich das gewünschte Lied damals noch nicht zum Repertoire gehörte."

Schon in den ersten Jahren stellten die Bläsermütter Päule und Lina Gruel einen Korb voll Gutsle bereit, um die hungrigen Musikanten nach getaner Arbeit zu stärken. Mitunter herrschte strenger Frost in der Heiligen Nacht, sodass alles Warmhalten der Ventile nichts half: Die Instrumente froren während des Spiels ein. So musste die Kurrende mehrfach deshalb abgebrochen werden.

Mit den Jahren wuchs der Chor und ebenso auch das Herzogstädtchen, sodass seit 1990 nun nachmittags an Heiligabend in zwei Gruppen in Owen musiziert wird. Die Posaunenchöre des CVJM stimmern auch die Owener Berghof-Familien Beller und Rabel mit Bläsermusik auf die Weihnachtszeit ein: Sie erhalten ein kleines Platzkonzert direkt vor der Haustür. Als Abschluss lädt seit Jahren die Familie Däschler zu einer kleinen Stärkung mit Likör und Gutsle in den Wehrbach ein.

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