Lokales

Weihnachtliches von Pergolesi bis hin zu Spirituals

OWEN Die Gesangsklasse der Musikschule Owen hat in der evangelischen Marienkirche ein vorweihnachtliches Konzert gegeben. Das Programm wurde eröffnet vom Blockflötentrio unter der Leitung von Martin Hermann mit einer virtuos vorgetragenen Gavotte des französischen Barockkomponisten Jean-Baptiste de Boismortier.

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Die darauffolgenden Gesangswerke stammten ebenfalls aus der Barockzeit mit ihrer Vorliebe für komplexe Harmonik und Kontraste. "Eia Mater" und "Quae moerebat" von Pergolesi, zwei Marienlieder, wurden mit großem stimmlichen und musikalischen Können von Uta Rendl, Mezzosopran, vorgetragen. "Meine Seele hört im Sehen" aus den neun deutschen Arien von Händel sang Martina Hanßum, Sopran, mit strahlender Stimme und Ausdruck. Rainer Strohwald brachte im Anschluss Bachs bekanntes "Jesus bleibet meine Freude" mit seiner angenehmen Baritonstimme inhaltlich auf den Punkt.

Es folgten Weihnachtslieder aus verschiedenen Ländern. Max Regers "Mariä Wiegenlied" wurde ruhig und mit klarer Stimme von Tatjana Sigel vorgetragen. "La Anunciación" von dem argentinischen Komponisten Ariel Ramirez ist ein Marienlied, in dem Maria eine hübsche, junge Indianerin ist. Es wurde mit viel tiefer Empfindung von Carolina Bros, Alt, vorgetragen. Sissilia Stieglmeier sang mit ihrer kräftigen Mezzosopranstimme das englischsprachige "Gesu Bambino" von Pietro Yon, einem italienischen Komponisten, der lange Zeit in New York gelebt hatte.

Mit dem großartig gespielten "Rondeau", ebenfalls wieder von Boismortier, glänzte nochmals das Blockflötentrio.

Die Reihe internationaler Weihachtslieder wurde fortgesetzt von Helen Müller, Mezzosopran, mit dem ruhigen "Deus meus, adiuva me" nach einer handschriftlichen Notiz eines irischen Mönchs, das teils in gälischer und teils in lateinischer Sprache Gott um Licht und Führung bittet. In einem sehr schönen Arrangement für 4 Stimmen sangen Angelika Precker, Sissilia Stieglmeier, Helen Müller und Tatjana Sigel das englische "Coventry Carol" sowie das bekannte deutsch-lateinische "In dulci jubilo".

Den Abschluss bildete eine Gruppe von Spirituals. "Po' Little Jesus", ein Wiegenlied an das Jesuskind, wurde großartig von Miriam Gruel, Mezzosopran, vorgetragen. Franco Günthner, Bass, glänzte bei seinem ersten öffentlichen Auftritt mit "Stand Still Jordan", in dem die Verzweiflung über die Last des irdischen Lebens zum Ausdruck kommt. Mit der bekannten Hymne "Amazing Graze" war Carolina Bros zu hören, die auch hier wieder gekonnt interpretierte. Ein sehr ausdrucksvoller Vortrag von "Don't be weary traveller" war im Anschluss von Rainer Strohwald zu hören. Sehr intensiv und glaubhaft war Sissilia Stieglmeier in "Sometimes I feel like a motherless child". Miriam Gruels Vortrag von Irving Berlins "White Christmas" passte zur bevorstehenden Weihnachtszeit. Das Programm schloss mit dem fröhlichen Spiritual "It's gonna be a great day", das alle Gesangsschüler gemeinsam vortrugen.

Bemerkenswert an diesem Konzert war außer dem stimmlichen und künstlerischen Niveau auch die Tatsache, dass es von einem Ensemble von Instrumentalisten in gekonnten Arrangements begleitet wurde. Am Klavier war Noemi May, an der Flöte Martin Hermann, am Cello Irmgard Metzger und an der Geige Heidi Vogel zu hören, die ihrer Aufgabe mit Bravour gerecht wurden. Aylish Kerrigan, die Leiterin der Gesangsklasse, führte durch das Programm, für dessen Zusammenstellung sie auch verantwortlich war.

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