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Weihnachtswunsch: schwarze Null

Dem Forstwirtschaftsplan 2005 stimmte in jüngster Sitzung der Bissinger Gemeinderat zu. Dabei gab das Gremium Oberforstrat Walter Hegelau die knifflige Aufgabe mit auf den Weg, das geschätzte Minus von 4 000 Euro in eine schwarze Null umzuwandeln.

RICHARD UMSTADT

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BISSINGEN Vor allem unter betriebswirtschaftlichen Gesichtspunkten verfolgten Verwaltung und Bürgervertreter den Bericht des Forstmannes aus Kirchheim. So wollte sich das Ratsgremium denn auch mit dem "worst case", dem schlimmsten aller Fälle, nämlich einem Abmangel von 4 000 Euro für das Forstjahr 2005, nicht zufrieden geben. "Wir kommen mit Sicherheit besser raus", meinte Oberforstrat Walter Hegelau optimistisch. Doch ob es zu einer "schwarzen Null" reicht, wie vom Gemeinderat gewünscht, wollte er in der Sitzung nicht zusagen. "Ad hoc seh' ich keine Möglichkeit, 2 000 bis 3 000 Euro rauszuschwitzen." Der Forstmann versprach aber, die Zahlen nochmals zu überprüfen. "Wir können nur sparen, wenn wir defizitäre Hiebe weglassen oder die Jungbestandspflege schieben", meinte der Waldexperte.

Laut Betriebsplan stehen relativ geringen Forsteinnahmen von 45 400 Euro Erntekosten in Höhe von 33 670 Euro gegenüber. Der geplante Überschuss von 11 730 Euro wird jedoch von Verwaltungskosten, Erschließungskosten, Jungbestandspflege, Kulturzaunreparatur, Waldschutz und Personalkosten nicht nur aufgefressen, sondern in ein Minus umgewandelt.

1 550 Festmeter sollen im kommenden Jahr im Bissinger Forst eingeschlagen werden. Dabei liegen die Schwerpunkte auf dem Buchenhieb mit rund 900 Festmetern und dem Fichtenholz mit rund 400 Festmetern.

Nach "Lothar" wütete im Tann der Borkenkäfer. Die Nachfrage nach Fichtenholz war deshalb zunächst so gering wie der Preis, der erzielt werden konnte. Dies wandelte sich laut Hegelau im Spätjahr, als die Forstleute in der Region Entwarnung geben konnten: "Die große Käferholzwelle brandete nicht bis zu uns." Danach war Fichtenholz wieder gefragt. Deshalb hoffte der Forstmann, wieder einen ordentlichen Preis erzielen zu können.

"Ziemlich schlecht" sei der Markt für Buchenstammholz, das etwas aus der Mode gekommen sei. Dagegen werde die deutsche Eiche "stürmisch nachgefragt". Walter Hegelau: "Die wird einem aus den Händen gerissen." Leider stehen von den knorrigen Bäumen auf Bissinger Gemarkung nicht so viele wie Buchen, "sonst könnten wir tüchtig zuschlagen", spielte der Oberforstrat auf eine lukrative Einnahmequelle an. Vor allem Italiens und Frankreichs Weinbauern sind sehr interessiert am hiesigen Eichenholz.

Für die Bevölkerung von Bissingen und Ochsenwang stellen die Waldarbeiter wieder genügend Brennholz zur Verfügung, versprach der Oberforstrat.