Lokales

Weil als Bürgermeister bestätigt

Der Himmel war blau, als Köngens alter und neuer Bürgermeister Hans Weil die Glückwünsche zu seiner Wiederwahl entgegennahm. "Von einer hohen Wahlbeteiligung kann man wohl nur noch in kleinen Kommunen auf der Alb träumen", bedauerte der 56-Jährige mit Blick auf die schwache Wahlbeteiligung von 32,5 Prozent. Bei seiner Wiederwahl vor acht Jahren waren noch 39,7 Prozent zu den Urnen gegangen.

ELISABETH MAIER

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KÖNGEN Obwohl er ohne Gegenkandidaten angetreten war, hatte Weil bei seiner vierten Wiederwahl offenbar dennoch ein bisschen Lampenfieber. Um 18.45 Uhr rief der Amtsinhaber ganz aufgeregt beim Wahlleiter Gerald Stoll im Köngener Rathaus an und wollte das Endergebnis wissen. Wie alle anderen musste sich der amtierende Bürgermeister und einzige Kandidat aber noch etwas gedulden, bis die Zahlen da waren.

2261 Wähler gaben insgesamt ihre Stimme ab; davon nutzten 317 die Möglichkeit der Briefwahl. 140 Stimmen waren ungültig. Weil vereinte 97,3 Prozent der Stimmen auf sich. SPD-Gemeinderat Gerhard Gorzellik wurde von acht Wählern auf dem Zettel vermerkt; sein Fraktionskollege Heribert Wolf brachte es auf sieben Stimmen.

"So ischs halt", meinte der alte und neue Verwaltungschef Hans Weil, bevor er in der Zehntscheuer mit Sekt, Häppchen und Musik mit seinen Wählern anstieß. Der stellvertretende Bürgermeister Walter Hablizel verkündete das Ergebnis. Nach einem kurzen Moment des Frusts über die Wahlbeteiligung freute sich der 56-jährige Weil ohne Einschränkungen auf seine nächsten acht Jahre im Amt. Viele interessante Projekte wie die Sanierung des Schlosses und die Ortskernsanierung stünden an; da warteten wichtige Aufgaben auf ihn.

Dass nur 32,5 Prozent der Wähler zu den Urnen gingen, habe ihn nicht überrascht. Er habe Erwartungen bewusst gedämpft. Bei der Oberbürgermeisterwahl in Waiblingen seien mehrere Kandidaten im Rennen gewesen, und die Wahlbeteiligung lag dennoch nur bei 39 Prozent. Von etlichen seiner Anhänger habe er gehört, dass ihnen die Motivation fehle, zur Wahl zu gehen.

Einige von Weils Amtskollegen kamen ebenfalls zum Gratulieren in die Köngener Zehntscheuer. "Er hat vieles erreicht und ich freue mich, dass er mit diesem deutlichen Wählervotum in den nächsten acht Jahren weiter machen kann", sagte Denkendorfs Bürgermeister Peter Jahn. Er schätze Weil als Kollegen sehr. Das bestätigte auch Deizisaus Bürgermeister Gerhard Schmid. Die Wahlbeteiligung ist für ihn kein Wermutstropfen, "denn das ist bei der vierten Wiederwahl normal". Wenn zudem kein weiterer Kandidat ins Rennen gehe, sei es schwer, die Wähler zu motivieren.