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Weilheimer Wehr leistet tatkräftige Hilfe auch für ...

Die vielfältige Aufgabenerledigung stand im Mittelpunkt des Interesses bei der Jahreshauptversammlung der Freiwilligen Feuerwehr Weilheim. Beim Arbeitsort der Feuerwehrleute ist eine Tendenz zum Arbeitsplatz in Weilheim erkennbar. Dies sichert die Besetzung der zuerst startenden Einsatzfahrzeuge auch tagsüber. Für regelmäßigen Dienstbesuch wurden insgesamt 57 Floriansjünger ausgezeichnet.

RAINER STEPHAN

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WEILHEIM Kommandant Norbert Wahl konnte im Feuerwehrhaus Weilheim neben seinen Feuerwehrleuten eine stattliche Zahl an Gästen begrüßen.

In seinem mit aussagekräftigen Grafiken hinterlegten Rechenschaftsbericht führte Wahl aus, dass der Altersdurchschnitt der Mitglieder mit 35,4 Jahren in etwa dem des Vorjahres entspreche und die kontinuierliche Integration der Mitglieder der Jugendfeuerwehr die Zukunftsfähigkeit sichere. Auch die Zahl der aktiven Mitglieder bleibe mit 88 stabil.

Der Arbeitsplatz der Feuerwehrleute spielt nach dem Feuerwehrbedarfsplan immer mehr eine gewichtige Rolle. Hier kann für Weilheim Entwarnung gegeben werden, da eine Tendenz zum Arbeitsplatz Weilheim erkennbar ist. Allein 40 Einsatzkräfte sind ständig oder wechselnd in Weilheim tagsüber erreichbar.

Insgesamt fuhr die Feuerwehr im Berichtsjahr 77 Einsatzadressen an. Hierunter war ein größerer Gebäudebrand in Holzmaden und etliche Einsätze auf der Bundesautobahn. Immer wieder erstaunlich ist die "Eintreffzeit" ab Alarmierung bis zum Einsatzort. Im Stadtgebiet Weilheim beträgt diese im Durchschnitt nur sechs Minuten. Großer Wert wird stets auf die Aus- und Weiterbildung gelegt. "Wer den Drang zur Fortbildung verspürt, soll sich bitte bei mir melden", ermutigte der Feuerwehrkommandant seine Kameraden.

Stolz wies Wahl auf den neuen Funkraum hin, der teils in Eigenleistung gebaut wurde. Daneben dient eine neue Wärmebildkamera der Sicherung des hohen technischen Niveaus.

In seinem Rechenschaftsbericht hob Schriftführer Helmut Burkhardt hervor, dass sich die Stadt ihrer Funktion als tragende Säule der Feuerwehr immer bewusst war. Die Bundesrepublik hingegen würde sich beim Katastrophenschutz immer mehr zurückziehen. Lobend erwähnte er auch die kameradschaftlichen Aktivitäten und die wichtige Funktion der Jugendfeuerwehr. "Wenn wir morgen sicher leben wollen, müssen wir heute dafür sorgen", so das Credo des Schriftführers.

Ein umfangreiches Zahlenwerk präsentierte Kurt Höger, der die Funktion des Kassiers bereits seit 29 Jahren ausübt. Das Haushaltsvolumen im Berichtsjahr belief sich auf insgesamt 63 813 Euro.

Thomas Huppert, Leiter der Jugendfeuerwehr, berichtete über umfangreiche Aktivitäten der 22 Jungmitglieder. Der absolute Höhepunkt sei das 40-jährige Jubiläum mit der gemeinsamen Übung an der Limburggrundschule gewesen.

Für den verhinderten Leiter der Altersgruppe, Willi Bezler, zog Ernst Hagmann eine positive Bilanz. Insgesamt vier gemeinsame Unternehmungen wären über die Bühne gegangen. Im Jahr 2007 soll der gemeinsame Treff der Altersfeuerwehr für den Raum Kirchheim in Weilheim stattfinden.

Einen flammenden Appell richtete Sportwart Timo Bauer an seine Kameraden. Zwecks sportlicher Ertüchtigung lud er alle zur Teilnahme beim Joggen, Radfahren und bei anderen Sportarten ein.

Ob ihrer guten Arbeit wurden sämtliche Funktionsträger von der Versammlung einstimmig entlastet. Den Antrag hierfür wurde von Kassenprüfer Thomas Baur gestellt.

"Mit Fleiß, Kompetenz und Einsatzbereitschaft haben sie sich einen guten Ruf erarbeitet", lobte Bürgermeister Hermann Bauer zu Beginn seiner Rede die Weilheimer Wehr. Auch die Mädels und Jungs der Jugendfeuerwehr hätten beim 40-jährigen Jubiläum der Jugendfeuerwehr eine "hervorragende Figur" abgegeben.

Der Bürgermeister ging auch auf die stattgefundenen Gespräche der Nachbargemeinden mit der Stützpunktfeuerwehr Weilheim ein. Die Einsatzpläne seien so abgestimmt worden, dass die vorgeschriebenen zehn Minuten bei der Eintreffzeit eingehalten werden können. Für das bevorstehende 150-jährige Jubiläum im Jahr 2011 wäre das Gelände unterhalb des Lindachstadions als Zeltstandort ins Auge gefasst worden.

Zur andiskutierten Ersatzbeschaffung für die im Jahr 1967 besorgte Anhängeleiter merkte er an, dass bisher im Finanzplan des städtischen Haushalts nichts eingestellt sei. "Deswegen werde ich hierzu heute nichts sagen", so der Kommentar von Hermann Bauer.

Der Bürgermeister hob abschließend hervor, dass in den schwierigen Jahren bei der Feuerwehr in Weilheim die Geldmittel nicht gekürzt worden wären. "Den Dienst, den Sie ehrenamtlich machen, können wir uns mit bezahlten Kräften nicht leisten", resümierte das Stadtoberhaupt.

Über viel Arbeit während der Fußball-WM erzählte Pfarrer Fritz Braun aus Schopfloch. Ansonsten wurde der Notfallseelsorger zu 22 Einsätzen gerufen, wovon ein tödlicher Unfall sich bei Bissingen ereignete.

Nach mehreren Verabschiedungen und Aufnahmen beim Personalkörper konnten noch zwölf Beförderungen vorgenommen werden. Der Kommandant selber wurde hierbei zum Hauptbrandmeister ernannt. Insgesamt 57 Feuerwehrleute durften für regelmäßigen Dienstbesuch ein Schorleglas mit Feuerwehrlogo in Empfang nehmen. Nach knapp zwei Stunden dankte Kommandant Wahl allen Beteiligten, schloss die erfolgreich verlaufene Versammlung und führte mit der Einladung zu einem gemeinsamen Essen zum gemütlichen Beisammensein über.