Lokales

Weiter Hoffnung auf ein Sonderpostwertzeichen

In seiner jüngsten Sitzung befasste sich der Gemeinderat Holzmaden auch mit den Themen Wirtschaftsförderung und Tourismus. Dass der Tourismus in der "Sauriergemeinde" eine wichtige Rolle spielt, das war nicht nur Bürgermeister Jürgen Riehle klar, was allerdings weitere Werbeaktionen betrifft, kocht man derweil noch auf "Sparflamme."

RUDOLF STÄBLER

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HOLZMADEN Mit einer umfangreichen Vorlage der Gemeindeverwaltung zu diesem Thema, wurden die Ratsmitglieder bei ihrer jüngsten Sitzung "gefüttert". Werbungen in verschiedenen Broschüren, spezielle Busausflüge und noch vieles mehr lagen schriftlich auf dem Tisch der Mitglieder des Gemeinderats und wurden auch nochmals vorgetragen. Letztlich hat das Gremium von den Vorschlägen Kenntnis genommen und will sich ein weiteres Vorgehen nochmals in Ruhe überlegen.

Holzmaden ist in der Region bekannt, aber auch landesweit stelle man Interesse fest. Interessierte Personen seien zudem auch bundes- und weltweit durch die Urweltfunde auf "unsere Gemeinde" aufmerksam geworden, so Bürgermeister Jürgen Riehle. Schöne Landschaften und Fachwerkhäuser gebe es schließlich überall die Urweltfunde und Steinbrüche in und um Holzmaden seien aber einzigartig. In die touristischen Einrichtungen wie in das Urwelt-Museum Hauff und in den Urweltsteinbruch Fischer kämen so jährlich mehrere zehntausend Besucher.

Der Tourismus ist ein Teil der Wirtschaftsförderung und die Gemeinde nutzte den Standortfaktor auch gerne für Werbezwecke. Im Vordergrund stehen nach den Worten des Bürgermeister Aktionen in Holzmaden und dies in Zusammenarbeit mit regionalen Verbänden und Institutionen.

Zu den Aktionen in Holzmaden gehört, dass die Gemeinde in ihrer Homepage bereits auf der ersten Seite auf den Tourismus verweise. Es werden sowohl die beiden Museen als auch der Verkehrsverein Teck/Neuffen aufgeführt. Auch werden Übernachtungsplätze für Wohnmobilfahrer angeboten. Auch das im Jahr 2002 geschaffene Logo taucht immer wieder in der Werbung auf und erregt Aufmerksamkeit. Die Gemeinde will im Mai alle, die Interesse an der Vermarktung Holzmadens haben, zu einem Gespräch einladen. Gebremst werden allerdings vorläufig alle angedachten Maßnahmen, nachdem die im Haushalt eingestellten 3000 Euro mit einem Sperrvermerk versehen wurden.

Bereits seit geraumer Zeit ist die Gemeinde Holzmaden regelmäßig in den Prospekten der Region Stuttgart vertreten. Regelmäßig, so Bürgermeister Riehle, werde auch im Teckboten über die Gemeinde berichtet. So wurde in der Beilage im Dezember ganzseitig über den Verein Urweltsteinbruch Fischer anlässlich des 25-jährigen Vereinsjubiläums berichtet.

Zudem planen Vertreter der Städte Kirchheim und Nürtingen, sowie die Gemeinden Beuren und Holzmaden für den Herbst 2007 eine gemeinsame Aktion. Eine weitere Werbemöglichkeit bietet der Tourismusverband Schwäbische Alb. Die Mitgliedschaft würde die Gemeinde 560 Euro pro Jahr kosten, dies wurde seither aus Kostengründen abgelehnt.

Auch überregionale Kontakte sind nach den Worten des Holzmadener Bürgermeisters bereits geknüpft. In der Landesvertretung Baden-Württemberg in Berlin wurde durch die Städte Esslingen und Nürtingen sowie durch die Gemeinde Beuren, die Einrichtung Freilichtmuseum und den Verein "Der Albtrauf" eine kleine Messe veranstaltet. Hierzu waren 1 000 Busunternehmer aus dem Raum Berlin und 100 Reisejournalisten aus ganz Deutschland eingeladen worden. Die Wirtschaftsförderung des Landkreises Esslingen hat sich daran finanziell beteiligt und die Kosten für die Adressen und das Porto übernommen. Auf Initiative von Rolf Hauff wurde von der Akademie der Geowissenschaften zu Hannover "Der Posidionienschiefer von Holzmaden" im Wettbewerb mit dem Prädikat "Nationaler Geotop" als einer der bedeutendsten Geotope in Deutschland ausgezeichnet.

Derzeit wird im Museum für Naturkunde in Berlin unter anderem auch der Sauriersaal neu gestaltet. Eröffnet wird im Juli 2007, zahlreiche Funde aus Holzmaden sind dort ausgestellt. Die Ausstellungseröffnung könnte daher auch für Werbemaßnahmen der Gemeinde Holzmaden mit den Urweltfunden genutzt werden.

Die Organisatoren haben bereits signalisiert, dass sie an der Steindruckpresse des Vereins Urweltsteinbruch Interesse haben. Weiterhin wurde vom Urwelt-Museum Hauff angeboten, vor Ort einen Stand einzurichten und dort das Freilegen eines Fundes zu veranschaulichen, beziehungsweise die Präparation eines Fossils zu zeigen. Der Bürgermeister erinnerte daran, dass seit dem Jahr 2002 jährlich versucht werde, Urweltfunde aus Holzmaden auf Sonderpostwertzeichen zu bekommen. Dieser Antrag wurde aber bisher immer abgelehnt.