Lokales

„Weiterbildung nach Ausbildung“

Lossprechungsfeier baden-württembergischer Landmaschinenmechaniker in der Kirchheimer Stadthalle

Bei der Lossprechung der „frischgebackenen“ Mechaniker für Land- und Baumaschinentechnik am vergangenen Freitag in der Kirchheimer Stadthalle, erhielten 93 Junggesellen ihren Gesellenbrief.

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Alexander Gölz

Kirchheim. Die 93 losgesprochenen Land- und Baumaschinenmechaniker legten ihre Prüfungen mit einem Notendurchschnitt von 2,8 ab. Den theoretischen Teil, der im vergan­genen November geprüft wurde, hatten 89 Geprüfte auf Anhieb bestanden. Vier Prüflinge mussten zu einer mündlichen Nachprüfung.

Drei Gesellen erhielten für ihre guten Leistungen einen Preis vom Verband des Landtechnischen Handwerks und der Max-Eyth-Schule. An dieser fand die schulische Ausbildung der angehenden Gesellen aus allen fünf württembergischen Innungen in Form von Blockunterricht statt. Aufgrund der oftmals weiten Anreise zur Schule, waren die meisten Berufsschüler im Jugenddorf Doschler untergebracht.

Der Landesinnungsmeister Kurt Neuscheler begrüßte die Gäste der Lossprechungsfeier, insbesondere Oberstudienrektor Erich Zeh von der Max-Eyth-Schule, Kirchheims Oberbürgermeisterin Angelika Matt-Heid­ecker und den Präsidenten der Handwerkskammer Heilbronn-Franken, Ulrich Koch.

Den ehemaligen Lehrlingen wünschte er für ihren weiteren beruflichen Werdegang viel Erfolg. Die derzeitige Wirtschaftskrise sei für die Junggesellen als Herausforderung zu sehen. Den angelegten Grundstock an Fachwissen gelte es nun zu festigen und zu erweitern. Ganz nach dem Motto „Weiterbildung nach Ausbildung“ sei die Zeit des Lernens nicht beendet. Im Gegenteil, besonders in der heutigen Zeit sei lebenslanges Lernen von Nöten. Weiter wies er die Jungmechaniker darauf hin, dass sie es in ihrem Berufsleben nicht nur mit Maschinen zu tun haben werden. Auch soziale Kompetenz im Umgang mit Menschen sei gefragt.

Bereits zum fünften Mal in ihrer Amtszeit begrüßte und beglückwünschte Oberbürgermeisterin Angelika Matt-Heidecker die Landmaschinenmechanikergesellen und betonte, die Stadt Kirchheim sei stolz, die Grundlage für diese Ausbildung zu stellen, die bereits seit 1993 hier stattfindet. Weiter sei sie froh über die gute Ausbildung in der Max-Eyth-Schule und die Kooperation mit dem Jugenddorf Doschler.

Sie bezeichnete den neu erstandenen Gesellenbrief als ein „Wertpapier“, welches als Eintrittskarte in die Berufswelt gelte. Die Oberbürgermeisterin schloss ihre Ansprache mit der Hoffnung, dass die Stadt Kirchheim den ehemaligen Schülern in guter Erinnerung bleibe.

Auch Oberstudienrektor Erich Zeh, Schulleiter der Max-Eyth-Schule, beglückwünschte seine ehemaligen Schüler. Er mahnte aber auch: „Wissen verblasst, Fähigkeiten verkümmern“. Das könne man sich im Zeitalter der Globalisierung nicht leisten. Was heute aktuell sei, sei morgen schon wieder veraltet.

Die frischgebackenen Gesellen müssten die Bereitschaft haben, ihr Wissen stetig zu erweitern, Werte zu pflegen um weiterhin einen soliden Lebensstandard beizubehalten. Erich Zeh fügte an, das die scheidenden Schüler auch eine Verbreiterung ihres Wissens in Betracht ziehen sollten – also den Meister in ihrem Handwerk zu machen. Sie sollten „nicht nur Spezialist sein, sondern auch Spezialist bleiben“.

Im Anschluss betonte Ulrich Koch, dass der Beruf des Landmaschinenmechanikers eine anspruchsvolle Tätigkeit sei. Vielerlei Kenntnisse seien gefordert: die Techniker müssten in den Bereichen Elektronik, Motoren, Pneumatik und Hydraulik bewandert sein. Auch er unterstrich, wie wichtig Teamfähigkeit, Eigeninitiative und soziales Engagement in der heutigen Zeit seien. Als alle ehemaligen Azubis ihre Urkunden, Schulzeugnisse und letztendlich ihre Gesellenbriefe erhalten hatten, fand Junggesellensprecher Stefan Wolfram dankende Worte an die Schule und das Jugenddorf Doschler. Es käme ihm vor, als hätte die Ausbildung erst gestern begonnen. Es sei eine interessante, lehrreiche und abwechslungsreiche Ausbildungszeit gewesen.

Im Anschluss an die Lossprechungsfeier, die Heidrun Dolde musikalisch umrahmte, wurden noch sechs langjährige Prüfer der Handwerkskammer verabschiedet.