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Weitere Großvorhaben geplant

In der Mitgliederversammlung der Kreisbaugenossenschaft Nürtingen-Kirchheim machte jeder ein glückliches Gesicht. Kein Wunder bei sechs Prozent Dividende und einem Abendessen in der Stadthalle Kirchheim.

FALK MEYER

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Einstimmig wurden die sechs Prozent Dividende angenommen.

Walter Diehl, Aufsichtsratsvorsitzender, blickte am Anfang der Veranstaltung in eine gut besuchte Halle, begrüßte die Mitglieder und den Kirchheimer Bürgermeister Günter Riemer.

Anschließend übergab er an das geschäftsführende Vorstandsmitglied Karl-Hans Steiner, der über das vergangene Geschäftsjahr berichtete. Zu Anfang nannte er die direkte Leistung für die Mieter, welche sich mit 2,334 Millionen Euro für Modernisierung und Instandhaltung des Wohnungsbestandes niederschlug. Den größten Aufwand stellten auch dieses Jahr wieder die 193 Wohneinheiten in den Badwiesen dar. Diese werden 2006 mit der Renovierung eines Garagenhofes abgeschlossen und stellen insgesamt einen Aufwand von 2,55 Millionen Euro dar. Weitere kleinere Aufwendungen in Höhe von 345 000 Euro entfielen auf kleinere Reparaturen und 714 000 Euro entstanden bei der Renovierung von 53 Umzugswohnungen. Weitere Leistungen für die Mitglieder bestünden darin, die Betriebskosten, also die so genannte zweite Miete möglichst gering zu halten. Dies geschehe, laut Steiner, durch die Aushandlung günstiger Tarife und durch laufende Überwachung. Deshalb ist die Betriebskostenumlage gegenüber 2004 nur um ein Prozent gestiegen und dies trotz der stetig steigenden Energiekosten.

Nach der Mieterhöhung zum 1. Januar 2005 bleiben die Mieten auf absehbare Zeit weiter stabil. Einzig die Garagen und Stellplatzmieten hat die Kreisbau nach fünf Jahren etwas erhöht und an die Marktlage angepasst.

Anschließend sprach Steiner über die Entwicklung der Finanzen. Das Anlagevermögen sei trotz hoher Abschreibungen praktisch konstant geblieben. Dies lag, so Steiner, an den Zugängen dreier neuer Wohnungen und verschiedener Modernisierungen. Das Umlaufvermögen erhöhte sich infolge der verstärkten Bautätigkeit und Zukauf von Grundstücken um 4,8 Millionen Euro. Das Eigenkapital der Genossenschaft hat sich um 718 500 Euro erhöht und beträgt jetzt 24,4 Millionen Euro. Das ergibt 57,2 Prozent der über 4 Millionen gestiegenen Bilanzsumme, welche jetzt 42,6 Millionen Euro beträgt. Die Schulden der Kreisbau erhöhten sich um 2,9 Millionen Euro, aufgrund eines Darlehens, der für das Pflegeheim und der betreuten Mietwohnungen am Wendlinger Bahnhof aufgenommen wurde.

Ein zufriedenes Gesicht machte Steiner auch, als er den Jahresüberschuss von 798 000 Euro bekannt gab. Er besteht aus rund 1,1 Millionen Euro aus der Bau- und Verkaufstätigkeit. Ihm gegenüber steht ein Hausbewirtschaftungsdefizit von rund 400 000 Euro.

Im letzten Jahr wurde der Bahnhofspark in Wendlingen mit einem Pflegeheim, das mit 31 Einzelzimmern und 12 betreuten Seniorenwohnungen ausgestattet ist, und 21 Eigentumswohnungen fertiggestellt. Ebenso enstanden in Weilheim zwei neue Gebäude mit jeweils 17 Eigentumswohnungen und in Kirchheim Ecke Bleiche-/Eichendorffstraße wurde ein Neubau mit sieben Eigentumswohnungen gebaut.

So geht auch im Jahr 2006 die Bautätigkeit der Kreisbaugenossenschaft fast uneingeschränkt weiter. Ein Großvorhaben ist im Weisepark in Kirchheim geplant. Es sollen zwei Gebäude in den Park, neben der Polizeiwache Kirchheim gebaut werden, wobei lediglich 20 Prozent der Grundstücksfläche überbaut werden sollen, um so eine großzügige Parkanlage zu ermöglichen. Ein weiteres Großvorhaben ist in Nürtingen geplant. Dort wird in der Achalmstraße ein altes Gebäude abgerissen und ein modernes Haus mit 22 Wohneinheiten ist in Planung. Modernisierungsmaßnahmen sind in der Karlsbader Straße geplant. Dort sollen je sechs Wohnungen neubaumäßig mit Balkonanbauten umgebaut werden. Außerdem sollen im Lichtensteinweg 31 Wohnungen mit Balkonen und neuen Fenstern ausgestattet werden. Mit diesem Programm will die Kreisbau bei insgesamt 79 Wohnungen beginnen und bis 2007 fertigstellen.

Anschließend folgte der Bericht des Aufsichtsrats, vorgetragen vom Vorsitzenden Walter Diehl. Er berichtete von einer regelmäßigen Unterrichtung des Aufsichtsrates über die Entwicklung der Genossenschaft und bedeutender Einzelvorgänge. In sechs gemeinsamen Sitzungen befasste sich der Aufsichtsrat mit den für das Unternehmen wichtigen Angelegenheiten, so Diel. Neben der Bautätigkeit habe das vor allem den Jahresabschluss und den Prüfungsbericht für das Geschäftsjahr 2004 beinhaltet. Die vom Prüfungsverband durchgeführte gesetzliche Prüfung des Unternehmens ergab dabei keinerlei Beanstandungen.

"Same procedure as every year" konnte man die anschließenden Regularien am besten zusammenfassen. Einstimmig zugestimmt wurde dem Jahresabschluss 2005 sowie der Gewinnverteilung. So werden sechs Prozent Dividende ausgeschüttet. Weiter ging es mit der Entlastung des Vorstands und des Aufsichtsrates. Diese wurde von Kreissparkassen-Direktor Werner Löffler durchgeführt, er lobte vorab das finanzstarke Unternehmen. Vorstand und Aufsichtsrat wurden einstimmig entlastet und bleiben ein weiteres Jahr im Amt. Abschließend wurden die Aufsichtsratsmitglieder Ewald Metzger, Stefan Wiedemann und Hagen Zweifel per Handzeichen wieder in ihrem Amt bestätigt.