Lokales

Weitere Konfliktpunkte werden entschärft

Das Thema "Radfahren in Kirchheim" wird auch künftig einen hohen Stellenwert haben. Das machte Kirchheims Bürgermeister Günter Riemer im Rahmen einer Pressekonferenz deutlich. Punktgenau mit dem Ausbruch frühlingshafter Temperaturen konnte aufgezeigt werden, was für die neue Fahrradsaison an Neuerungen zu erwarten ist.

WOLF-DIETER TRUPPAT

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KIRCHHEIM Lag in der Anfangsphase der engagierten Bemühungen um eine konsequente Verbesserung der Situation für Radfahrer ein Schwerpunkt darauf, ein möglichst eigenständiges Radwegenetz zu entwickeln, das vor allem sichere und bequeme Verbindungen zu Schulen und anderen innerstädtischen Anlaufstellen ermöglicht, verlagert sich der Fokus der Bemühungen inzwischen zunehmend hin zu einem Angebot, das es vor allem sportlichen und ihr Zweirad konsequent nutzenden Radfahrern erleichtern soll, auch entlang der Hauptverkehrsachsen im fließenden Verkehr rasch und doch sicher voranzukommen.

Vor allem mit entsprechenden Fahrbahnmarkierungen und so genannten "Schutzstreifen" soll dabei ohne allzu großen finanziellen Aufwand und vor allem ohne große bauliche Eingriffe in das bestehende Straßen- und Wegesystem das Zusammenspiel von öffentlichem Personennahverkehr, motorisiertem Individualverkehr und Radfahrern weiter optimiert und damit ein möglichst konfliktfreies Miteinander weiter gefördert werden.

Als Vertreter der "Initiative FahrRad" der Lokalen Agenda lobte zunächst Dieter Hutt die schon sprichwörtlich gute Zusammenarbeit aller Beteiligten. Durch den eingeführten Runden Tisch habe die Zusammenarbeit eine ganz neue Qualität erreicht und dafür gesorgt, dass "über den direkten Draht" kurz- und mittelfristige Ziele formuliert und auch im Gespräch Prioritäten im Blick auf die Realisierung gesetzt werden könnten.

Tiefbauamtsleiter Martin Zimmert erinnerte daran, dass jedes Jahr 25 000 Euro zur Verbesserung des Radwegenetzes eingesetzt würden. Nachdem sich das "Pilotprojekt" eines "Schutzstreifens" in der Lindorfer Straße in Ötlingen nach anfänglichen Verunsicherungen durchgesetzt habe und akzeptiert werde, sollen nun weitere Schutzstreifen folgen. Vorgesehen sind diese Markierungen beidseitig in der Schöllkopfstraße vom Bahnhof bis zur Hegelstraße. Im Bereich Schlierbacher Straße / Jakobstraße soll stadteinwärts ein Schutzstreifen von der Umgehungsstraße bis zur derzeitigen Baustelle Tiefgarageneinfahrt Schweinemarkt angelegt werden und in der südlichen Dettinger Straße ebenfalls stadteinwärts.

Neben der Nürtinger Straße im Bereich vom Nägelestal bis zur Steingaubrücke sind auch noch Maßnahmen in der Kirch- beziehungsweise Holzmadener Straße in Jesingen und in der Ötlinger Straße in Lindorf vorgesehen.

Bevor solche Strecken für Markierungen vorgeschlagen werden, verschafft sich stets eine Rad-Verkehrsschau einen Eindruck vor Ort, bei deren jüngster Zusammenkunft vor allem die Umsetzung des vom Ingenieurbüro Dr. Brenner + Münnich erarbeiteten "Konzept zur fahrradfreundlichen Markierung des Hauptstraßennetzes" im Vordergrund stand.

Neben Bürgermeister Günter Riemer, Tiefbauamtsleiter Zimmert, Ordnungsamtsleiter Ehni und Dieter Mündler als Vertreter des Planungsamtes waren mit Günter Glühmann und Dieter Hutt noch zwei Vertreter der Lokalen Agenda beim Vor-Ort-Termin und schließlich auch noch der Leiter des Kirchheimer Polizeireviers, Thomas Pitzinger. Wie Johannes Ehni betont, muss bei einer solchen Verkehrsschau vor Ort immer genau die Vereinbarkeit der geplanten Maßnahme mit der Straßenverkehrsordnung geprüft werden.

Oberste Priorität müsse gegenüber allen anderen Interessen dabei immer die Sicherheit der Radfahrer haben, macht Polizeioberrat Pitzinger dabei deutlich, der ebenfalls sehr zufrieden ist mit dem längst eingespielten guten Miteinander. Defizite bei der Akzeptanz von Fahrbahnmarkierungen sieht er vor allem bei der nicht immer gewährleisteten Befahrbarkeit dieser dem Radfahrer eingeräumten Schutzzonen. Immer wieder ist schließlich zu beobachten, dass diese Streifen von Autofahrern einfach zugeparkt werden. Auch hier ist noch verschärft Aufklärungsarbeit zu leisten.

Sehr gut durchgesetzt hat sich dagegen schon das gut angenommene Angebot des städtischen "Scherbentelefon". Ein Anruf unter der Rufnummer 0 70 21/50 21 62 sorgt dafür, dass in erfreulich kurzer Zeit die entdeckten und gemeldeten Splitter und Scherben beseitigt sind und die Strecke von Radfahrern wieder risikolos passiert werden kann.