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Weitere Kürzungen

Die Liga der freien Wohlfahrtspflege im Landkreis Esslingen befürchtet, dass das jüngst beschlossene Hartz-IV-Änderungsgesetz die Zahl der armen Familien und Obdachlosen weiter ansteigen lässt.

KREIS ESSLINGEN Mit der Gesetzesänderung sollen unter 25-Jährige monatlich 276 Euro statt bisher 345 Euro Arbeitslosengeld II erhalten und nur noch in Ausnahmefällen die Miete für eine eigene Wohnung bezahlt bekommen. Die Liga der freien Wohlfahrtspflege warnt vor den Folgen dieser Kürzungen, welche die eigenständige Entwicklung der jungen Erwachsenen bedrohe. Damit werde in Zeiten, in denen die Förderung der Familien zum angeblich höchsten Ziel der Politik erklärt wird, auf dem Rücken der Familien Sparpolitik betrieben. Sozialpolitisch höchst brisant ist aus der Sicht der Liga auch die neue Bestimmung, dass Erwerbstätige oder von Arbeitslosengeld I lebende Menschen im Falle einer Wohnungskündigung keine Hilfe mehr vom Sozialamt erhalten werden. In Zeiten zurückgehender Löhne, hohem Arbeitsplatzrisiko und privater Verschuldung sei die Gefahr groß, dass Mieten nicht mehr bezahlt werden und damit die Voraussetzung für eine fristlose Kündigung gegeben ist.

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"Gefahren einer weiter steigenden Obdachlosigkeit werden so billigend in Kauf genommen, während der private Reichtum ungebremst weiter steigen kann", schreibt die Liga der freien Wohlfahrtspflege in einer Pressemitteilung.

pm