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Weitere qualitative Kriterien für die Entwicklungsplanung

Große Zufriedenheit herrschte im Kreis der Mitglieder des Finanz- und Verwaltungsausschusses des Kirchheimer Gemeinderats beim Blick über die Ergebnisse der vom Gesamtelternbeirat der Kirchheimer Kindergärten durchgeführten "Qualitativen Befragung 2005". Unterstützt von ihrer Stellvertreterin Kerstin Schmid stellte die Gesamtelternbeiratsvorsitzende Bettina Schmauder die Ergebnisse vor.

WOLF-DIETER TRUPPAT

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KIRCHHEIM Die Fragebögen in drei Sprachen waren im März ausgegeben, im April eingesammelt und anschließend ausgewertet worden. Mit einem Rücklauf von 802 Fragebögen bei rund 1 200 Kindergartenkindern, was einer Quote von 66 Prozent entspricht, konnte die Vorsitzende des Gesamtelternbeirats, Bettina Schmauder, gegenüber den Ausschussmitglieder schon eine erste Erfolgsmeldung übermitteln. Gemeinsam mit der zweiten Vorsitzenden, Kerstin Schmid, präsentierte sie die Ergebnisse der Befragung, mit der wie sich zeigte sehr erfolgreich alle Eltern angesprochen wurden, die momentan Kinder in öffentlichen und privaten Kirchheimer Kindergärten angemeldet haben.

Ziel der mit großem Aufwand und sehr viel Akribie betriebenen "Qualitativen Umfrage 2005" war es, bei der Fortschreibung des Kindergartenentwicklungsplanes weitere qualitative Kriterien einzubringen und eine verlässliche Grundlage dafür zu bekommen, wie hoch der Grad der Zufriedenheit mit den in Kirchheim vorhandenen Angeboten in öffentlichen und privaten Kindergärten tatsächlich ist.

Insgesamt neun Fragen zu Öffnungszeiten, Räumlichkeiten und der fachlichen Qualität in den jeweiligen Kindergärten wurden gestellt. Neben mehrheitlich geschlossenen Fragen mit zum Ankreuzen vorgegebenen Antworten, gab es auch eine abschließende offene Frage und entsprechenden Platz für weitere persönliche Bemerkungen.

Von den insgesamt 802 ausgefüllt zurückgekommenen Fragebögen bezogen sich 693 auf öffentliche und die restlichen 109 Antworten auf die privaten Kirchheimer Kindergärten. Ganz wichtig war es der Gesamtelternbeiratsvorsitzenden dabei, dass sich die Befragung grundsätzlich nur auf Kindergärten und nicht auf einzelne Gruppen bezog, um möglichst objektive und nicht auf einzelne Erzieherinnen sich beziehende Ergebnisse anzustreben.

Die Zufriedenheit mit den bestehenden Öffnungszeiten liegt nach den Ergebnissen der Umfrage im Schnitt bei 74 Prozent. Bei der Frage, wie bessere Öffnungszeiten aussehen sollten, war der längere Vormittag mit 139 Nennungen klarer Favorit vor den mit 76 beziehungsweise 60 Nennungen relativ nah beisammen liegenden Voten für mehr Nachmittage oder längeren nachmittäglichen Öffnungszeiten. Die Frage, ob generelles Interesse an einer Ganztagesbetreuung bestehe, wurde von 267 mit "Ja" beantwortet, während 502 Personen, die diese Frage beantworteten, ein "Nein" ankreuzten. Bei der Frage, wie die Öffnungszeiten in einer Ganztagesbetreuung sein sollten, lagen 14 und 16 Uhr mit Ergebnissen von 26 und 27 Prozent nahezu gleichauf. Für 17 Uhr sprachen sich im Gesamtergebnis 32 Prozent der an öffentlichen und privaten Einrichtungen Befragten aus. Für eine Betreuung bis 15 Uhr votierten 14 Prozent der Befragten.

Ein ganz klares Mehrheitsergebnis brachte die Frage, ob Tagesbetreuung gegebenenfalls auch in einem anderen Ortsteil in Anspruch genommen werde. 35 Prozent der Befragten antworteten mit "Ja", während 65 Prozent sich nicht für ein solches wohnortfernes Angebot entscheiden konnten. Mit insgesamt 20 Prozent "sehr gut", 50 Prozent "gut" und 28 Prozent in der Kategorie "verbesserungswürdig" und 3 Prozent bei "schlecht" ergab auch die Nachfrage im Blick auf die Beurteilung der Außenanlagen der Kindergärten ein sehr positives Ergebnis, bei dem der Salbeiweg und der Waldkindergarten ganz besonders gute Noten bekamen.

Die Quoten der Frage nach der Zufriedenheit mit den zur Verfügung stehenden Räumlichkeiten liegen mit 20, 59, 19 und 2 Prozent für "sehr gut" über "gut" und "verbesserungswürdig" bis schlecht im vergleichbaren Bereich. Eine ganz spezifische Nachfrage zur Qualität der sanitären Einrichtungen zeigte mit 19 Prozent "sehr gut", 63 Prozent "gut", 14 Prozent "verbesserungswürdig" und nur 4 Prozent "schlecht" ebenfalls ein klares Bild mehrheitlicher Zufriedenheit.

Gespräche, Elternabende, das Schwarze Brett und Elternbriefe sind die in dieser Reihenfolge gewählten Wege, sich über Aktivitäten im Kindergarten zu informieren. Ausreichend informiert fühlen sich dadurch 90 Prozent der den Fragebogen beantwortenden Eltern, während von 10 Prozent die gegenteilige Position bezogen wird. Die Zufriedenheit mit der fachlichen Betreuung ist mit insgesamt 24 Prozent "sehr gut", 41 Prozent "gut", 26 Prozent "verbesserungswürdig" und 8 Prozent "schlecht" ebenfalls sehr hoch angesiedelt. Spitzenreiter bei der Frage, wie die fachliche Betreuung verändert werden könnte, war der in immerhin 225 Fragebögen ausgesprochene Vorschlag, die Betreuungszeiten zu ändern. Es folgen die Punkte mehr Angebote / Organisation Alltag mit 83 und schlechte räumliche Situation mit 40 Nennungen.

Mit 212 "Ja-" und immerhin 551 "Nein-Stimmen" ist das Interesse an einer alternativen Ferienbetreuung von einer Mehrheit weit entfernt. Bei der Frage, in welchen Ferien eine Betreuung stattfinden sollte, lassen sich mit 232 Voten für den Sommer und 117 Stimmen für Pfingst- und Osterferien klare Mehrheiten ausmachen, während Weihnachten nur 65 Nennungen erzielte.

Die Liste der aus der Befragung gezogenen Schlussfolgerungen eröffnete Bettina Schmauder mit der Forderung nach einem besseren Betreuungsschlüssel und dem Ausbau der Ganztagesangebote. Neben Rahmenbedingungen für inhaltliche Arbeit der Erzieherinnen für alle Kindergärten wurde auch der Abgleich von geplanten Baumaßnahmen mit den Ergebnissen der Befragung genannt und gefordert, Eltern ernst zu nehmen und zu informieren.

Die formilierten Erwartungen des Gesamtelternbeirats an den Gemeinderat beziehen sich zunächst auf die Beachtung der Betreuungsqualität bei gleichzeitigem bedarfsorientiertem Ausbau der Angebote. Neben der vor dem Aspekt eines gemeinsam verfolgten Zieles geforderten Anerkennung der Elternarbeit und des Elternengagements wird abschließend auch die Fortführung einer qualitativen Bedarfsplanung durch Eltern-Befragungen angeführt.

Zufrieden mit dem vorliegenden Umfrageergebnis, das belegt, dass die in der Kirchheimer Kindergartenarbeit eingeschlagene Richtung für gut befunden wird, bedankten sich die Sprecher aller im Ausschuss vertretenen Fraktionen für die fundierte und sehr aussagekräftige Untersuchung, die gleichzeitig bestätigt, dass die bisherigen Bemühungen in diesem Bereich auch künftig konsequent fortgeführt werden müssen.