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"Welches Licht soll uns aufgehen?"

Preisgünstigere Lechten sollen die Kasse schonen und dennoch die Umsetzung des neuen Beleuchtungskonzepts in der Kirchheimer Innenstadt ermöglichen. Bald kann jedermann die vier Lampen, die noch im Rennen sind, in Augenschein nehmen.

IRENE STRIFLER

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KIRCHHEIM Auf Kosteneinsparungen hatte der Kirchheimer Gemeinderat im Rahmen der Haushaltsdebatte beim Thema Beleuchtungskonzept für die Innenstadt gedrängt. Mit 470 000 Euro war das Gesamtpaket veranschlagt, wobei die Geschäftsleute an diesen Kosten beteiligt werden sollen. Sparmöglichkeiten im Bereich von 50 000 bis 100 000 Euro, je nach Leuchtentyp, hat jetzt Martin Zimmert, Leiter des Geschäftskreises Hoch- und Tiefbau, im Technischen Ausschuss des Kirchheimer Gemeinderats vorgestellt. Klar war dabei vorab schon, dass den ENBW-Masten Vorrang eingeräumt wird vor den gleich 100 000 Euro teureren Systemmasten.

"Die Beteiligungsquote würden wir gern bei 75 Prozent festschreiben", kam Zimmert auf die Einbindung der Geschäftsleute in das Projekt zu sprechen. Dabei geht es um die Giebelleuchten. Wer eine Giebelleuchte hat, würde demnach mit etwa 1700 Euro zur Kasse gebeten, bei zwei Leuchten reduziert sich die Gesamtsumme erheblich. Für die Brunnenbeleuchtung will die Stadt ungefähr 6000 Euro berappen. Die Weihnachtsbeleuchtung hingegen ist Sache der Eigentümer. "Eventuell wird eben die bisherige Beleuchtung beibehalten", meinte dazu der Tiefbauamtschef.

Dass sich das Konzept gemeinsam mit den Geschäftsleuten in der geplanten Form durchsetzen lässt, darauf hofft das Gros der Bürgervertreter. Von einem "Dilemma" sprach SPD-Fraktionsvorsitzender Walter Aeugle. Dieses Dilemma besteht da-rin, dass die Stadt einerseits ein ganzheitliches Konzept will, aber dabei eben auf eine hohe Beteiligungsquote der Geschäftsinhaber angewiesen ist. "Es muss etwas passieren", verlieh auch Hagen Zweifel, Vorsitzender der Freien Wähler, der Hoffnung Ausdruck, dass die finanziellen Auswirkungen des Konzepts wie geplant auf viele Schultern verteilt werden können. Sowohl der City Ring als auch der Haus-, Wohnungs- und Grundeigentümerverein haben Interesse an einem Beleuchtungskonzept signalisiert. Beide Organisationen erhoffen sich davon eine Aufwertung der Innenstadt und damit verbunden eine Kaufkraftsteigerung.

Auch die Gegner eines aufwändigen Beleuchtungskonzepts in Zeiten angespannter Kassen machten aus ihrem Herzen keine Mördergrube. "Wir hatten uns größere Einsparungen erhofft", zeigte sich Sabine Bur am Orde-Käß von den Grünen Alternativen enttäuscht. Birgit Müller von der Frauenliste empfahl den Griff zu Farbtopf und Pinsel und sprach sich im übrigen dafür aus, "mit der Haushaltskonsolidierung beim Beleuchtungskonzept zu beginnen". Beide kritisierten den erwarteten höheren Energieverbrauch, den die Verwaltungsvertreter mit dem deutlich verbesserten Standard rechtfertigten.

"Keine der vorgeschlagenen Leuchten passt zu unserer wunderschönen Fachwerkstadt", bewies Kibü-Mann Albert Kahle, dass sich über Geschmack trefflich streiten lässt. Die Gelegenheit zu hitzigen Diskussionen können auch alsbald die Bürger wahrnehmen. Noch Ende April sollen die vier Musterleuchten in der Fußgängerzone aufgestellt werden, damit sich alle ein Bild über deren optische Wirkung machen können. SPD-Mann Martin Mendler hatte dazu eine Idee: Er schlug ein Online-Voting für die Bürger vor, oder aber eine Art Postkartenaktion unter der Fragestellung "Welches Licht soll uns aufgehen?"

Bei einer Gegenstimme und zwei Enthaltungen stimmte der Ausschuss der weiteren Umsetzung des Beleuchtungskonzeptes zu. Zwei Enthaltungen gab es beim Ansinnen der Verwaltung, mit einer Beteiligung von 75 Prozent in die Diskussion zu gehen.