Lokales

Wenige Aktive leisten viel Arbeit

Joachim Blessing ist seit 100 Tagen Erster Vorsitzender des Tierschutzvereins Kirchheim. Er gibt einen kurzen Rückblick über sein neues Amt und gibt einen Ausblick auf das Kommende.

KIRCHHEIM Der 42-Jährige, Mitglied im Tierschutzverein seit 1991, wurde im Oktober zum neuen Vorsitzenden des Tierschutzvereins Kirchheim gewählt und der Feierabend gehörte von da an dem Verein. Die Übergabe aller Akten und Vorgänge vom scheidenden Vorsitzenden Klaus-Peter Thoma stand an, ebenso wie die Vorstellung bei Behörden und die Neugestaltung von Formularen. Gespräche mit anderen Tierschutzvereinen wurden einberufen und vor allem stand das Einarbeiten in die Sach- und Rechtsfragen des Tierschutzes im Vordergrund.

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Als weiteres stand die Umorganisation des Tierschutztelefons an. Hier erklärte sich Monika Rehm-Röse, aktive Helferin im Katzenheim, zur Betreuung bereit und ist nun die erste Ansprechpartnerin für alle Tierfreunde unter der Nummer 0 70 21/7 18 12.

Darauf folgend machte sich Blessing ein Bild von der Arbeit der aktiven Mitglieder und war überrascht von der Stundenanzahl der nur neun Aktiven immerhin rund 400 Stunden werden hier ehrenamtlich jeden Monat investiert, eine unglaubliche Anzahl, wenn man bedenkt, dass alle Aktiven Familie, Beruf und Ehrenamt unter einen Hut bringen. Dass das nur mit Rückendeckung der Familien geht, wurde Blessing in Gesprächen klar, und manch Partner meinte schmunzelnd, angesichts dieses aufopferungsvollen Engagements sich manchmal zu wünschen, eine Katze zu sein.

Ein großes Ziel dieses Jahr wird die Einrichtung einer eigenen Homepage sein. Die Seite befindet sich, dank eines Tierfreundes und der zweiten Vorsitzenden Brigitte Wurster, gerade im Aufbau und Blessing erhofft sich damit, den Verein und seine Anliegen zeitgerecht präsentieren zu können. In Gesprächen mit Tierfreunden in der Stadt wurde weiterhin ersichtlich, dass viele Kirchheimer den Tierschutzverein gar nicht kennen hier besteht Aufklärungsbedarf, der schon mit der Rubrik "Tier des Monats" im Teckboten begonnen hat.

Weiterhin wurde Blessing mit der Aussage, dass der Verein nicht ständig erreichbar ist und vieles nicht sofort erledigt wird, konfrontiert. Eine positive Lösung gibt es hier aus personellen Gründen derzeit jedoch nicht. Als weitere Probleme, für die zurzeit noch keine Lösungen in Sicht sind, entpuppt sich auch die Versorgung der Katzen am Vormittag und über die Mittagszeit im Katzenheim, die bisher von der Leiterin des Katzenheimes Edelgard Neshyba fast im Alleingang gemanagt wird. Vor allem Hausfrauen oder rüstige Ruheständler werden hier gesucht, um Neshyba zu entlasten. Auch die Unterstützung der Tierinspektoren Uli Pfefferle und Kristl Denzin ist noch offen hier werden Tierfreunde mit Durchsetzungsvermögen und Fachwissen gesucht, um die oftmals schwierigen Situationen souverän zu meistern.

Auf die gerade mal 200 Mitglieder des Tierschutzvereins wartet in diesem Jahr erstmals ein kleines Sommerfest, bei dem in lockerer Atmosphäre sich alles um das Thema Tiere drehen wird. Die passiven Mitglieder haben hier die Möglichkeit, alle Aktiven persönlich kennen zu lernen, einen Blick in das Katzenheim zu werfen und über Tiere zu fachsimpeln.

Ein großer Wunsch hat sich nach kurzer Zeit bereits aufgetan, dessen Erfüllung allerdings noch in weiter Ferne steht: Ein eigenes Tierheim zur artgerechten Unterbringung bedürftiger Tiere.

ina