Lokales

Wenn . . . dann . . . Zum Artikel "Eltern ...

Wenn . . . dann . . .

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Zum Artikel "Eltern sehen die Schule gefordert", im Teckboten vom 27. November:

Wenn die Kinder umfassend Werte gelernt haben, dann gibt es keine Gewalt mehr. Wenn die Schulen professionelle Hilfe erhalten, dann lösen sich alle Erziehungsprobleme. Wenn um Lehrer und Schüler genügend Erzieher, Sozialarbeiter, Psychologen und Heilpädagogen gestellt werden, dann wird die Schule zu einem Ort der Freude. Wenn die Familien Zeit zur Erfüllung ihrer Erziehungsaufgaben haben, dann . . .

All dies kann eintreten, muss aber nicht. Kinder und Jugendliche sind keine Naturwesen, die man erfolgreich dressieren oder psychotherapeutisch einregulieren kann, damit sie reibungslos in den bestehenden gesellschaftlichen Machtverhältnissen funktionieren. Menschen sind Wesen der Freiheit, die nur durch einen sehr beschwerlichen Weg der Kultivierung, der oft mit Rückschlägen verbunden ist, in den rechten Gebrauch ihrer Freiheit hineinfinden können. Junge Menschen in ihre Menschlichkeit hineinzuführen, setzt beim Lehrer ein pädagogisches Wissen darüber voraus, was die Aufgabe von Bildung ist, damit diese dann im Lehrer-Schüler-Verhältnis stattfinden kann. In diesem unersetzbaren Verhältnis geht es um sachlich richtiges Wissen und ein darauf bezogenes angemessenes sittliches Urteilen und Verhalten. Erst wenn dieser vom Lehrer geführte Selbstbildungsprozess des Schülers nicht zustande kommt, ist unter Umständen Therapie fällig. Alle bildungspolitisch Verantwortlichen müssen sich fragen lassen, ob sie je eine solche Schule eingerichtet haben, in der Lehrer auch tatsächlich ihrer ureigensten Aufgabe der Menschenbildung überhaupt nachkommen konnten, nämlich jungen Menschen ihre Menschlichkeit erreichbar werden zu lassen. Dafür sind kleine Klassen unerlässlich.

Was geschieht gegenwärtig tatsächlich? Bildung wird durch Standards ersetzt, an die Stelle von sich selbst führenden Lehrern treten Evaluatöre, an die Stelle von Urteilsfähigkeit tritt das Erlernen von Werten, Argumente des Einzelnen werden durch Zielvereinbarungen ersetzt, statt Lehrerbildung wird Schulentwicklung betrieben.

Dr. Henrik Westermann

Wachtelbergstraße, Lenningen

Ausnahme- undSondergenehmigungen

Zum Artikel "Kein heimlicher Türöffner für Geschäftsflieger Nein zum Sonderlandeplatz Hahnweide", im Teckbote vom 16. November:

Die Geschichte vom Sonderlandeplatz Jesenwang ist durchaus interessant. Dieser Platz war auch einmal ein Segelfluggelände wie die Hahnweide. Dann kamen viele Ausnahme- und Sondergenehmigungen und 1984 wurde der Platz zu einem Sonderlandeplatz für Motorflieger nach Paragraf 6 LuftVG "aufgewertet". Die Zahl der Flugbewegungen hat mit 40 000 einen Höhepunkt erreicht. Segelflieger sind heute auf dem Platz nicht mehr zugelassen, nur noch Motorsegler.

Das müsste in einer Stadt zu denken geben, in der man stolz ist auf die Leistungen, die bei Segelflugmeisterschaften erzielt werden. Kirchheim versteht sich als Fliegerstadt. Gemeint ist damit Segelflug und nicht Motorflug.

Adolf Essl

Mühläckerstraße, Nabern

Die Redaktion nimmt eine sachliche Leserzuschrift, die sich auf eine Veröffentlichung in unserer Zeitung bezieht, gerne entgegen. Sie übernimmt dafür aber nur die presserechtliche Verantwortung und behält sich in jedem Fall Kürzungen vor. Leider können handschriftliche Manuskripte nicht berücksichtigt werden. Anonyme Briefe werden nicht veröffentlicht.