Lokales

Wenn der Fuß nicht heilen will . . .

Neu: Gefäßchirurgisches Zentrum und Wundkompetenzzentrum im Kirchheimer Ärztezentrum

Für Menschen mit Erkrankungen der Venen und Arterien gibt es eine neue Anlaufstelle in Kirchheim: Unter dem Dach des Ärztezentrums ist ein spezielles gefäßchirurgisches Zentrum entstanden. Daran gekoppelt ist ein Wundkompetenzzentrum. Wenn beispielsweise der Fuß einfach nicht heilen will, ist man dort an der richtigen Adresse.

Irene Strifler

Kirchheim. Das Gefäßzentrum dürfte künftig so manchem Patienten den Weg nach Ruit, Esslingen oder Göppingen ersparen. In Kirchheim verfügt nämlich nun der Gefäßchi­rurg Dr. Peter Kunz über die komplette Diagnostik und das entsprechende Know-how, um arterielle Erkrankungen zu erkennen. Die Arterien können hier genauestens unter die Lupe genommen werden. Ist eine Operation nötig, wird diese an einer entsprechenden Klinik durchgeführt. Venöse Erkrankungen können dagegen zumindest teilweise vor Ort operiert werden, beispielsweise Krampfadern.

Natürlich landet nicht unweigerlich auf dem OP-Tisch, wer sich bei Dr. Kunz vorstellt. „Vieles kann auch konservativ behandelt beziehungsweise mit entsprechenden Medikamenten eingedämmt werden“, sagt der Fachmann, der die Bezeichnung „Gefäßmediziner“ gegenüber dem „Gefäßchirurgen“ bevorzugt, um den ganzheitlichen Therapieansatz zu unterstreichen. Nach dem Studium war Kunz bereits in der Gefäßchirurgie in Esslingen tätig und kehrte nach der chirurgischen Facharztausbildung, der unfallchirurgischen Zusatzausbildung und der Weiterbildung zum Gefäßfachmann gewissermaßen zu einen medizinischen Anfängen zurück. Zudem liegen seine persönlichen Wurzeln in Kirchheim: Viele Patienten kennen den Vater des 39-Jährigen als langjährigen Chefarzt der Chirurgie im Kirchheimer Krankenhaus.

Der Bedarf an gefäßchirurgischen Angeboten wächst beständig: „Wir werden immer älter“ verweist Dr. Friedrich Fink, Geschäftsführer des Medizinischen Versorgungszentrums (MVZ) in der Kirchheimer Steingaustraße, auf die demografische Entwicklung. Das Alter bringt nun mal verstärkt Erkrankungen der Venen und Arterien mit sich. Allerdings können auch jüngere Menschen betroffen sein. Ein wichtiges Thema ist beispielsweise der diabetische Fuß oder auch das Raucherbein. Verengungen der Halsschlagadern fallen wiederum mehr in das Fachgebiet der neurologischen Abteilung, die ebenfalls im Ärztezentrum vertreten ist.

Bei der Versorgung der Wunden erkrankter Beine ist spezielle Fachkenntnis gefragt. Hier soll das Wundkompetenzzentrum zur probaten Anlaufstelle werden. Eine „Wundmanagerin“ ist Ansprechpartnerin Nummer eins. Im neuen Wundkompetenzzentrum greifen aber auch eine Menge Fachdienste ineinander, die alle unter dem Dach des Ärztehauses vereint sind. Das Spektrum reicht von Sanitätshaus über den ambulanten Pflegedienst, die neurologische und dermatologische Abteilung und die Schmerztherapie bis zur Krankengymnastik. – Der Bedarf an Fachwissen aus den verschiedensten Richtungen ist einer der wesentlichen Gründe, weshalb Wundkompetenzzentren bislang eher selten sind. „Wir haben hier die optimalen Voraussetzungen dafür“, freut sich Fink.

Was aufwendig und teuer klingt, soll unterm Strich die Kosten senken. Patienten mit Wunden, die einfach nicht heilen wollen, sind für die Kassen eine kostspielige Sache. „Allein schon die Verbandsmittel sind sündhaft teuer“, gibt Kunz zu bedenken. Falsche Behandlung kann die Krankheit enorm verlängern. Im Umkehrschluss heißt dies: Kompetente Wundversorgung spart Kosten und lindert Leiden. Zur Kontrolle kommen die Patienten wöchentlich ins MVZ und werden von ambulanten Pflegediensten betreut. Ebenso kooperieren die Fachmediziner mit den Hausärzten.

Dass das noch junge chirurgische Gefäßzentrum bald ausgelastet sein wird, bezweifeln die Macher des Kirchheimer Ärztezentrums nicht. Bis es so weit ist, widmet Dr. Kunz einen Teil seiner Arbeitszeit der Unfallchirurgie.

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