Lokales

Wenn es kalt wird, beginnt im Wald die heiße Phase

Jetzt brummen die Motorsägen wieder im Wald, Bäume fallen krachend zu Boden, große Forstspezialschlepper poltern Baumstämme an den Wegrändern. Mit Beginn der kalten Jahreszeit läuft im Wald die heiße Phase an.

KREIS ESSLINGEN Die Holzeinschlagssaison 2006/2007 hat in den Wäldern des Landkreises Esslingen begonnen. Das Forstamt des Esslinger Landratsamtes weist eindringlich darauf hin, dass Waldbesucher unbedingt alle Absperrungen auf Wald- und Wanderwegen beachten sollen.

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Für die Beschäftigten der Forstverwaltung bringen die Herbst- und Wintermonate jede Menge Arbeit. Rund 120 000 Festmeter Holz müssen eingeschlagen und verkauft werden. Im laubholzreichen Landkreis Esslingen ist die Arbeitsspitze im Winter besonders groß, denn Laubhölzer können erst eingeschlagen werden, wenn sie ihr Laub verloren haben. Außerdem werden aus den Laubbäumen sehr viel mehr Verkaufssortimente ausgeformt als aus den Nadelbäumen.

Das bedeutet für die Förster einen großen Aufwand für die Sortierung der Hölzer Voraussetzung für eine möglichst hohe Wertschöpfung beim Holzverkauf. Der Anteil der Laubhölzer in den Wäldern des Landkreises liegt mit fast 70 Prozent sehr hoch. Zum Vergleich: Das Land Baden-Württemberg bringt es auf einen Laubholzanteil von rund 40 Prozent und gilt damit bereits als das Bundesland mit dem naturnahsten Wald in Deutschland.

Die Nachfrage nach Holz ist nach Angaben des Kreisforstamtes derzeit rege, die Preise sind im Vergleich zum Vorjahr noch einmal deutlich nach oben geklettert. Bei einigen Sortimenten übersteigt die Nachfrage deutlich das Angebot. Die Forstleute halten sich jedoch streng an das Grundgesetz der deutschen Forstwirtschaft: die Nachhaltigkeit. Demnach darf nur so viel Holz eingeschlagen werden, wie auch wieder nachwächst. Im Landkreis Esslingen ist diese Grenze mit rund 120 000 Festmeter Holz erreicht. Diese Menge kann jedes Jahr problemlos genutzt werden, ohne dass der Holzvorrat langfristig sinkt.

Für die Waldarbeiter ist der Holzeinschlag trotz zahlreicher Sicherheitsvorkehrungen eine gefährliche Arbeit. Deshalb gibt es vor Beginn der Einschlagssaison stets ein Sicherheitstraining. "Unsere Leute sind absolute Spezialisten im Wald. Die Zeiten, wo ungelernte Kräfte im Wald eingesetzt wurden, sind lange vorbei", sagt Forstamtsleiter Felix Reining. Gut ausgebildete Facharbeiter sind auch die Voraussetzung für eine naturschonende Holzernte. Die Profis im Wald können Bäume punktgenau in der gewünschten Richtung zu Fall bringen.

Aber auch für Waldbesucher birgt die Zeit der Holzernte Gefahren. Deshalb werden Spaziergänger durch Warntafeln und Absperrungen von den Flächen ferngehalten, wo Bäume zu Fall gebracht werden. "Leider gibt es immer wieder Spaziergänger, die diese Absperrungen ignorieren", so der Forstamtschef. Vor allem in den stadtnahen Wäldern wird dies immer wieder zum Problem. Das Forstamt appelliert deshalb an alle Waldbesucher, die Warntafeln und Absperrungen ernst zu nehmen und gesperrte Wege nicht zu betreten. Die Sperrungen werden unmittelbar nach Abschluss der Arbeiten wieder aufgehoben, im Einzelfall kann dies mehrere Tage dauern.

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