Lokales

Wenn Udo Jürgens die Sibylle von der Teck trifft

Eine bunte Mischung von Filmmelodien und Schlagern und Ausschnitte aus dem vereinseigenen Musical Sibylle von der Teck, das im Juli diesen Jahres mit großem Erfolg uraufgeführt wurde, standen auf dem Programm des Konzertes, zu dem die Chöre des Kirchheimer Gesangvereins Eintracht 1868 e.V. eingeladen hatten.

KIRCHHEIM Nachdem die Vorsitzende des Vereins, Monika Renz, als "Waschweib" und "Schwätzbas" das Publikum begrüßt und auf das Kommende vorbereitet hatte, eröffnete der Gemischte Chor den Konzertabend mit einem Medley aus altbekannten Filmmelodien.

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Ohrwürmer, wie "Das gibt's nur einmal", "Ich brech die Herzen der stolzesten Frau'n" und andere mehr, die der Chorleiter Robert Kast in einem Arrangement für den Gemischten Chor bearbeitet hatte, wurden von den Sängerinnen und Sängern schwungvoll vorgetragen. Lediglich die Solis der Frauen- oder Männerstimmen waren vielleicht ein wenig zu zurückhaltend.

Nicht so die Solistin, Monika Renz. Sie sang mit glockenheller Stimme die nicht einfache Melodie von Robert Stolz. Das Lied ist aus und der Chor antwortete darauf mit dem Titel: "Davon geht die Welt nicht unter." Gefühlvoll und präzise wurde das Medley vom Pianisten Ralph Abelein begleitet.

Das Doppelquartett der Eintracht, dieses Mal aus zehn Sängern bestehend, begeistert immer wieder das Publikum. Mit herzlichem Beifall wurden die, unter der Leitung von Samuel Kastner dargebrachten alten Schlager: "Bel Ami", "Veronika, der Lenz ist da" und ganz besonders "Ich wollt, ich wär ein Huhn", bedacht. Die Begleitung am Flügel hatte Robert Kast übernommen.

Mit einem Schlager, den einst Hildegard Knef sang: "Für mich soll's rote Rosen regnen" und den Hits von Udo Jürgens: "Mit 66 Jahren" und "Aber bitte mit Sahne" meldete sich der Gemischte Chor zurück. Melodien, die sichtlich und hörbar sowohl dem Chor, als auch dem Publikum gefielen. Mit "Rote Lippen soll man küssen", einem Arrangement von Werner Waldeck, verabschiedete sich der Gemischte Chor.

Ausschnitte aus dem vereinseigenen Musical Sibylle von der Teck, das dem Jungen Chor der Eintracht Happy Voices im Juli zwei ausverkaufte Vorstellungen beschert hatte, standen nach der Pause auf dem Programm. Zu einer Geschichte von Marc Kurz und Barbara Gosson, die von der Sage um die Sibylle von der Teck inspiriert wurde, komponierte Robert Kast die Musik und schrieb Fabian Schläper die Texte. Die Erzählerin Ulrike Göltenboth spann auf charmante Art den Faden, der die zwölf Songs zu einer Geschichte zusammenfügte und Ralph Abelein ersetzte mit seinem brillanten Spiel auf dem E-Piano ein ganzes Orchester.

Es fällt schwer, einzelne Sängerinnen und Sänger hervorzuheben angesichts dieses nahezu perfekten Ensembles, das da auf der Bühne sang, tanzte und spielte. Ob es nun die sagenhafte Sibylle war, die von Conny Kächele dargestellt wurde, oder Jan Hammermann in der Figur des Pius, sie sangen und spielten, als würden sie nichts anderes tun. Auch die weiteren Solisten, Susanne Seinemeyer (Apollon und Weinhändlerin), Christa Rüb, Renate Raupach und Peter Kirsch (drei Owener Bürger), Michaela Ottenberger, Tanja Allmendinger und Franz Schwarz (das Weinseligkeitsterzett), Stephan Rumpel (Geherda) überzeugten in ihren Rollen. Man fühlte sich, trotz mancher ironischer Seitenblicke auf die heutige Zeit, in das 11. Jahrhundert zurückversetzt und konnte die Sorgen und Nöte der Owener Bürger nachvollziehen.

Ohne Zugabe durften die Happy Voices natürlich nicht von der Bühne gehen. Doch zuvor überreichte Monika Renz dem Chorleiter einen dicken Blumenstrauß mit der Frage: "Was wäre die Eintracht ohne ihren Robert Kast?".

pm