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Wenn's brennt, geht's bei der Firma Hack heiß her

Ein Feuerwehralarm bedeutet für die Ötlinger Firma Hack Formenbau den Ausnahmezustand: Von jetzt auf nachher lassen bis zu sieben Angestellte ihre Arbeit stehen und liegen und hetzen in die Feuerwache. Für sein Entgegenkommen wurde Firmenchef Wolfgang Hack als "Partner der Feuerwehr" ausgezeichnet.

ANKE KIRSAMMER

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KIRCHHEIM "So eine Urkunde durfte in Kirchheim und im näheren Umkreis noch kein Betrieb entgegennehmen", sagte Kirchheims Stadtbrandmeister Roland Schultheiß während der Verleihung der Urkunde durch Oberbürgermeisterin Angelika Matt-Heidecker. Überreicht wurde die Auszeichnung im Namen des Deutschen Feuerwehrpräsidenten Hans-Peter Kröger. Insgesamt hat das 67 Mitarbeiter starke Unternehmen Hack neun Feuerwehrleute in seinen Reihen. Sieben zählen zur Feuerwehr Kirchheim, sechs davon verstärken die Abteilung Ötlingen und zwei Floriansjünger sind Mitglieder anderer Wehren. Sie regelmäßig ziehen zu lassen, versteht sich für Wolfgang Hack von selbst. "Das ist vielleicht ein kleiner Ersatz dafür, dass ich nie bei der Feuerwehr war", meinte er schmunzelnd. Zudem habe der geballte Feuerwehr-Sachverstand den Vorteil, dass die Firma in punkto Brandschutz immer auf dem neuesten Stand sei.

Angelika Matt-Heidecker betonte indes, dass Hacks Einstellung keine Selbstverständlichkeit ist. In den Feuerwehrhauptversammlungen danke sie sonst immer den Ehrenamtlichen. Heute sei es an der Zeit, einmal den Einsatz eines Arbeitgebers zu würdigen. "Ohne Leute wie Sie würde eine Freiwillige Feuerwehr ja gar nicht funktionieren", so die Rathauschefin. Auch wenn die Fehlzeiten meist nachgearbeitet werden: Angelika Matt-Heidecker hob neben dem finanziellen Ausfall den organisatorischen Drahtseilakt hervor, wenn auf einen Schlag mehr als eine Handvoll Mitarbeiter ausfallen.

Für einen Betrieb sei es schon gravierend, wenn elf bis zwölf Prozent der Belegschaft plötzlich fehlten, gab auch Stadtbrandmeister Roland Schultheiß zu bedenken. Im Extremfall handle es sich ja nicht nur um ein bis zwei Stunden, mitunter könne es auch vorkommen, dass ein Feuerwehrmann einen ganzen Tag lang gebraucht werde. "Ich bin auf solche Arbeitgeber wie Sie angewiesen", unterstrich Schultheiß. Denn immer mehr Mitglieder der Feuerwehr hätten zu weite Anfahrtswege, um bei Einsätzen tagsüber mit ausrücken zu können.

Für die Urkunde mit dem Schriftzug "Partner der Feuerwehr" hat Wolfgang Hack bereits einen Platz in seiner Firma ausgeguckt: Die Auszeichnung soll die neue Kantine schmücken. Dort kann sie dann täglich auch von denen bewundert werden, deren Herz nicht nur für die Firma, sondern bisweilen eben auch für die Feuerwehr schlägt.