Lokales

„Wer aufhört, besser zu werden, hat aufgehört, gut zu sein“

Das Thema Service-Initiative nimmt auch bei der 40. Hauptversammlung der Gemeinschaft des Kirchheimer Handels City Ring breiten Raum ein

Es komme nicht darauf an, woher der Wind weht, sondern wie man die Segel setzt, zeigte sich Karl-Michael Bantlin, Erster Vorsitzender der Gemeinschaft Kirchheimer Handel City Ring, zu Beginn der 40. Hauptversammlung überzeugt.

Wolf-Dieter truppat

Kirchheim. Großen Raum nahm bei dem für Hauptversammlungen üblichen Blick zurück und nach vorne einmal mehr das wichtige Thema Service-Initiative ein, das sich als freiwillige Daueraufgabe längst bewährt hat und inzwischen erfreuliche Wirkung zeigt. War das Thema S-Bahn-Anschluss in der Vergangenheit hauptsächlich mit der Sorge befrachtet, dass damit Kaufkraft von Kirchheim abwandern könnte, wusste Karl-Michael Bantlin zufrieden davon zu berichten, dass es durchaus auch Kunden gibt, die den Weg von Stuttgart nach Kirchheim gehen, um hier in Ruhe einzukaufen und sich kompetent beraten zu lassen.

Bevor Hannelore Gundlach von der Firma „Metabasis“ die Mitglieder des City Rings mit ihrem Impulsreferat weiter für dieses ungemein wichtige Thema sensibilisieren konnte, präsentierte Karl-Michael Bantlin in seinem Bericht zunächst die zahlreichen Initiativen der Gemeinschaft des Kirchheimer Handels. Er erinnerte daran, dass der City Ring nicht nur mit zwei Sitzen im Wirtschaftsrat, sondern auch mit einem ständigen Sitz im Finanz- und Verwaltungsausschuss- sowie im Technischen Ausschuss des Kirchheimer Gemeinderats vertreten ist.

Die Vielfalt der dabei behandelten Themen reichte vom Jahresbericht der Stabstelle Wirtschaftsförderung und die Entwicklungsplanung für Kindergärten und Ganztagesbetreuung bis hin zur rechtlichen Beurteilung der hohen Anzahl von Spielhallen. Schwerpunktthema im Technischen Ausschuss war im vergangenen Jahr die Umgestaltung der Unteren Max-Eyth-Straße. Als zweiten Punkt griff Karl-Michael Bantlin die beschlossene Umgestaltung der Heiden­schaft in eine Fußgängerzone und das Thema Dettinger Straße heraus, wo die Händler klar gegen eine Fußgängerzone und für einen Einbahnverkehr votiert hätten.

Als wichtige Einrichtungen stellte Bantlin die auf der jüngsten Sitzung des Wirtschaftsrats gegründeten drei neuen Arbeitsgruppen vor. Neben der Gruppe „Mensch und Arbeit“ unter der Leitung von Oberbürgermeisterin Matt-Heidecker und der Gruppe „Mobilität und Arbeitsmarkt“ unter der Leitung von Bürgermeister Riemer, ist der City Ring auch in der von Wirtschaftsförderin Riesenberg geleiteten Arbeitsgruppe „Vision Innenstadt“ vertreten.

Realität ist inzwischen das einheitliche Parkticket für die Tiefgaragen Kraut- und Schweinemarkt. Karl-Michael Bantlin warb massiv dafür, diese Tickets auch den Kunden entsprechend zur Verfügung zu stellen und signalisierte, dass nach weiteren Gesprächen vielleicht auch noch das Nanz-Center in das Rückvergütungssystem für Kunden mit eingebunden werden könnte. Er sprach sich dafür aus, den Weihnachtsmarkt künftig „deutlich zu verbessern“ und teilte mit, dass auch die Reihe „Kirchheim teckt anders“ mit dem Schwerpunktthema Sport neu konzipiert werde.

Oberste Priorität habe derzeit aber die intensive Suche nach Möglichkeiten, bei Aktionen wie den verkaufsoffenen Sonntagen oder dem Mitternachts-Shopping Lösungen zu finden, künftig auch die von den vielfältigen Aktionen profitierenden Nichtmitglieder finanziell mit ins Boot zu nehmen, um damit die Kosten der Imagewerbung für die Einkaufsstadt Kirchheim gerechter unter allen Handeltreibenden zu verteilen. Auch bei der 40. Hauptversammlung war schließlich noch keine befriedigende Antwort auf die Frage gefunden, wie die Zahl der aktiven und passiven Mitglieder weiter gesteigert und zugleich dafür gesorgt werden kann, dass künftig möglichst alle Nutznießer der vielen geldwerten Imagekampagnen des City Rings zumindest an dem finanziellen Aufwand beteiligt werden können.

Die nächsten Punkte auf der Prioritätenliste der vorrangig anzugehenden Ziele sind die Themen Aufenthaltsqualität in der Innenstadt sowie die Kundenbindung, für die mit der Rückvergütung von Parkgebühren und dem Service-Siegel schon wichtige Wege geebnet sind.

Wie intensiv sich das organisatorische Engagement darstellt, zeigten die kurzen Berichte aus den verschiedenen Arbeitsgruppen, die sich mit Themen wie Weihnachten, Ostern, Mitternachtsshopping, Nachtschwärmerabend und dem Klassiker Goldene Oktobertage beschäftigten.

Zufrieden wurde der Bericht von Kassier Dietmar Ederle zur Kenntnis genommen, der trotz hoher Kosten der Aktivitäten ein nur knapp über 1 000 Euro liegendes Defizit vermelden musste und von der Versammlung einstimmig entlastet wurde.

Breiten Raum nahm dann das Impulsreferat von Hannelore Gundlach ein, die intensiv dafür warb, nicht nachzulassen bei den schon über Jahre erkennbaren Erfolgen der ServiceInitiative. Gemäß der von Karl-Michael Bantlin zitierten Aussage des ehemaligen Vorstandssprechers der Deutschen Bank, Alfred Herrhausen, nach dem „jedes Problem in einem Unternehmen letztlich ein Personalproblem“ sei, sensibilisierte sie ihr Publikum dafür, nicht nur in Fachkompetenz und Ausbildung, sondern vor allem auch in soziale Kompetenz und die verkaufspsychologischen Schulungen der Mitarbeiterschaft zu investieren.

„Wer aufhört, besser zu werden, hat aufgehört, gut zu sein“, lautete ihre Erfolgsformel dafür, nie mit dem Erreichten zufrieden, sondern bereit zu sein, neue Wege zu gehen und sich bewusst zu werden, welch große Bedeutung jedes einzelne Kundengespräch für ein Unternehmen und die Wirkung nach außen hat.

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