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"Wer Bildung sät, wird Arbeit ernten"

"Wer Bildung sät, wird Arbeit ernten." Das ist einer der Sätze, mit der MdL Nils Schmid rund 100 Teilnehmer in einer SPD-Mitgliederversammlung begeistern konnte. Schmid wurde einstimmig als Kandidat für die Landtagswahl 2006 im Wahlkreis Nürtingen-Filder gewählt. Bestätigt wurde auch Barbara Sinner-Bartels, die bisher schon als Zweitkandidatin das Vertrauen der SPD genossen hatte.

HORST DIENING

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FILDERSTADT Erstmals wurden in dieser Form die Kandidaten für die Landtagswahl am 26. März 2006 gewählt. Nils Schmid: "Das Experiment Mitgliederversammlung hat sich bewährt."

Nachdem der Nürtinger Schmid seine politischen Vorstellungen präzisiert hatte, wurde nach einer Aussprache gewählt: Das Ergebnis: Von 91 anwesenden Mitgliedern hatten 89 den Wahlzettel abgegeben. 88 Ja und eine Enthaltung wurden von der für die Prüfung zuständigen Kommission registriert.

Nachdem auch die Zweitkandidatin Barbara Sinner-Bartels, die ebenfalls als einzige Bewerberin antrat, gesprochen hatte, erfolgte die weitere Wahl: Auf 88 abgegebenen Stimmzetteln fand man 83 Ja, drei Nein und zwei Enthaltungen. Auch Sinner-Bartels, die aus Leinfelden-Echterdingen stammt, nahm die Wahl an.

Die bestätigte Zweitkandidatin, Diplom-Volkswirtin, will vor allem in der älter werdenden Gesellschaft die Familienpolitik in den Mittelpunkt stellen. Sie will zur Stärkung der Kommunen beitragen und im Filderraum sinngemäß dafür sorgen, dass auf den Fildern nicht alles durch Messebauten und anderes betoniert, sondern als lebenswert und mit Grün erhalten bleibt. Ausgleichsmaßnahmen etwa sollen vor Ort vorgenommen werden.

Die Zweitkandidatin, die sich auch ausdrücklich über die Wahl des Erstkandidaten freute, ist sich mit den übrigen SPD-Mitgliedern im Kreisgebiet einig: Die "Pfunde auf den Fildern" kann man bei der Wahl kämpferisch nutzen.

In Anwesenheit zahlreicher Gewerkschaftsmitglieder, wurde unter anderem an das frühere erfolgreiche Wirken von Werner Weinmann erinnert, nach dessen Tod Nils Schmid als Landtagsmitglied erkoren und später auch noch per Landtagswahl bestätigt wurde. Seine jetzige Nominierung zum Kandidaten ist ein weiterer großer Vertrauensbeweis in seine politische Arbeit. Der am 11. Juli demnächst 32-Jährige wurde in Trier geboren, ging einst in Filderstadt auf das Gymnasium; zwischenzeitlich ist er selbstständiger Rechtsanwalt und MdL, wohnt in Nürtingen, ist verheiratet und Vater eines Sohnes.

Schmid wirkt heute unter anderem im Finanzausschuss des Landtags, im Ausschuss für Wissenschaft, Forschung und Kunst, ist Mitglied im Verwaltungsrat der Landesbank Baden-Württemberg, deren Arbeit er sinngemäß als vorbildlich herausstellte. Der Sprecher lobte in dem Zusammenhang auch Kreissparkassen und andere Institute.

Schmid meinte, bezogen auf die gesamte Gesellschaft: Wir müssen deutlich machen, was sich gehört und was sich nicht gehört. Völlig überzogene Managereinkommen seien abzulehnen. Für sinnvollen Kündigungsschutz müsse man sich einsetzen. Eine "Wertedebatte" müsse man führen, für soziale Gerechtigkeit müsse man eintreten, "mehr Weiterbildung" sei nötig, in der Ausbildung müsse man sich für einen Pakt einsetzen, Ausbau der Kinderbetreuung sei wichtig, der allgemeine Sprachstand in den Kindergärten müsse verbessert werden, das gemeinsame Lernen müsse verlängert werden, Kindergartengebühren solle man abschaffen, eine Bürgerversicherung im Gesundheitswesen müsse diskutiert werden.

Man müsse gegen den finanziellen Kahlschlag durch das Land, gemeint die Regierung von CDU/FDP, angehen. Den Kommunen werde das Geld weggenommen, man stehe vor einem hohen Schuldenberg. Vieles von dem, was das Land praktiziere, sei weder sozial noch gerecht. Die SPD will zu Verbesserungen beitragen, "mehr Steuergerechtigkeit" erreichen, Agrarsubventionen abbauen, sich für Hochschulen einsetzen, neben anderem Kunst und Kultur fördern.